Während die napoleonische Fremdherrschaft (1806–1814) die gartenbauliche Entwicklung stark hemmte, wurde die Lage in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wesentlich günstiger. In dieser Zeit entstanden solch weltbekannte Saat- bzw. Kakteenzuchtbetriebe wie E. Benary, J.C. Schmidt, Haage & Schmidt, Franz Anton Haage, F.C. Heinemann, N.L. Chrestensen und Weigelt & Co.
Bemerkenswert ist, dass der Name „Blumenstadt“ schon in jenen Tagen geprägt wurde und der Erfurter Blumenzucht sowie den ausgedehnten Blumenfeldern zur Saatgutgewinnung an den Rändern der Stand galt.
Der 1838 gegründete Gartenbau-Verein machte es sich zur Aufgabe, den in Erfurt nunmehr etablierten Gartenbau zu fördern. Fortan war man bemüht, Leistungsschauen in kurzer Abfolge zu organisieren. So fand beispielsweise 1865, verbunden mit dem 2. Kongress deutscher Gärtner, Botaniker und Gartenfreunde, die Allgemeine deutsche Ausstellung von Produkten des Landes- und Gartenbaus in Erfurt statt. Eine weitere große Schau folgte 1876 auf einer Anhöhe des Steigerwaldes, dem späteren Augustapark.
Erfurt erlangte auf dem Gebiet des Samenanbaus eine internationale Führungsposition und hatte etwa 1914 seinen Gipfelpunkt erreicht. Zwei Weltkriege genügten jedoch, um die Saatzucht schwer zu erschüttern und den Export nahezu unmöglich zu machen.