"Ich interessiere mich für die handwerklichen Traditionen der Thüringer Region, insbesondere für das Glashandwerk.
Ich bin in Australien aufgewachsen mit einer kleinen Sammlung an Glastieren und Weihnachtsbaumschmuck aus Glas, die aus dem alten Europa den weiten Weg in die neue Welt gefunden habe. Es war mir damals bereits klar, dass diese Kindheitsschätze von ganz woanders herkamen, als von wo ich lebte; sie waren romantisch, hoch exotisch, märchenhaft.
Und jetzt bin ich hier, aus dieser so anderen Welt hergekommen. Diese Beobachtungen will ich in meiner eigenen Arbeit umsetzen.
Ich möchte innerhalb dieser drei Monate Möglichkeiten des Materials untersuchen, Verbindungen finden und eine kleine Gruppe von Schmuckstücken machen.
Aus der Sicht einer "Neue-Welt-Künstlerin" will ich dieses Handwerk betrachten und interpretieren, meine Kindheitserinnerungen, die ästhetische Qualität des traditionellen Glashandwerks und die neue Begegnung mit ihm - die mit Ihrem Stipendium verbunden wäre - in diese Arbeiten einbauen.
Ich habe bis dahin viel mit alten Glassteinen aus der Schmuckindustrie gearbeitet; es interessiert mich besonders, eigene Teile herzustellen oder eigene Entwürfe herstellen zu lassen."
2. Mai 2007 - Ankunft am Hauptbahnhof
Helen Britton hat ihr Quartier in der Kleinen Synagoge bezogen und die Schlüssel für die Goldschmiedewerkstatt der Künstlerwerkstätten in den Händen – erste Kontakte zu ansässigen Künstlern sind geknüpft oder wieder aufgefrischt, Erkundungstouren mit Fahrrad und Digitalkamera geplant.
Die in München lebende Australierin ist verzaubert von Erfurt, auf das sie sich schon wochenlang gefreut hatte, und begeistert von den Arbeitsmöglichkeiten.
Jürgen Bornmann begrüßt Helen Britton
Natürlich begrüßte der Kulturdirektor Jürgen Bornmann Helen Britton auch in der städtischen Pressekonferenz als die Stadtgoldschmiedin des Jahres 2007.
Wie toll endlich heir zu sein. Das wetter hat mich lieb begrusst und die leute auch - meine kleine wohnung is mit blumen strausse beschmuckt, und die werkstatt is eingeraumt. Aber man kann nicht die wort "werkstatt" erhwhanen, ohne dar ein bischen zu schwarmen!! Deine Kunstlerwerkstatten, liebe Stadt Erfurt - was für ein schatz!!
Grosszügige Project ideean, wie die angebot "Erfurte Stadtgolschmied"
brauchen gross seelige und visionaire leute - und das hat sich weiter bestättigt in die Kunstler werkstätten - die sind einfach so toll!! Es ist werklich ein auszeichnen für ein Stadt das die so was wie diese werkstätten anbeiten kann - Grossärtig!! Und die international berhumten email ausrusting ist shon sehr furfurerish - aber da shauenwirmal ob diese process mir einsieht!!
DIe Rad weg entlang die Gehre zum arbeit ist sehr angenahm, und den rad darbei zu haben war die beste entscheidung uberhaupt. Ob ich so weit komme wie Lauscha mit dem rad wurden wir auch sehen.
Foto rechts: Helen Britton im Interview mit Antje Kirsten, MDR
Zum Lauscha und die theme glas wurde bald weiter sprecken und zeigen, aber nach alle veranstaltungen und ankommens arbeit bin ich bloss bis jetz nun in die kleinen laden am Krammer Bruche, und das ist schon für mich ein trit in ein andere welt! Merken half und manch mal bizzare - genau die stimmunug das ich suche. Naben dran läuft meine kleine begrussungs austellung seit Montag bei der VBK (das war aber ein glas scheiben putzeri!) Es war toll die leute kennen zu lernen und danach die Cafe Nearly zu endecken.
So liebe Stadt Erfurt, Ich mach mich jetz auf die socken und erzähle wieter in eine wocke.
Bis dann, deine Stadtgoldshmeidin, Helen.
Foto rechts: Helen Britton bei der Ausstellungseröffnung im Verband Bildender Künstler
Wie gehts dir dann? Ein bischen kalt und nass, aber das stört eine Stadt nicht so sehr. Und Ich, fragts du... Nah Ja, manchmal ist das leben ein bissle streng. Das wockenende war full mit photographieren in München, um ein abgesturtzten komputer kummern, ein bischen zeit mit mein Jungs zu verbringen und so flot wie möglich zuruck zu dir zu kommen, und die leztlichen details zu organizieren for das kommende wockenende. Aber so sieht das leben eine zeitgenossiche goldschmiede aus - kein kinder spiel, kein hobby mässiges spass - für jeder austellung gibts nich nur die stucke, sondern auch die photos, die price listen, die presse texten, die bilder furs internet , einladugs karte und publicationione neben die erscheinung die kunstler aufs eröffnung, fast egal wo das ist, und dazu das man was einigemassen gescheit sagen kann spontän uber die stücke. Nach die sache in Amsterdam habe Ich in Mai, Juni, July , 5 weiter grupen austellunen, München, Pforzheim, Barcellona, Indianna und ergendwo andres (keine ahnug mehr) aber weis du was ? Ich gehe nicht da hin! HA!! Nein Nein, Liebe Stadt Erfurt, Ich bleib bei dir, versteck mich in die Kleine Synagaoge order in den Tollen Kunstler Werkstatten, und arbeite an my project in alle ruhe!! Was fur ein traum!
Foto rechts: Kette hier in Erfurt für die Ausstellung in Amsterdam hergestellt.
Und zu den project kann Ich auch ein bischen sagen. Aber nur ein bisschen, weil für mich ist das schön, besonderes am anfang, ein sehr private, fast unterbewuste process, das langsam wächst, aber nur wenn Ich es nich direct anschaue, nur mit ein seiten blick so zu sagen. Ich bin jetz auf die spüren der exotic, und finde uberall kleine details die dazu gehören, die was unheimliches, fremdes , fast magishes ausstralen, genau wie den glass vögel meiner kindheit. Ich sammel diese details un lass die auf mich werken, habe anfangs ideal und mach mich nexte wocke auf die socken nach Lauscha (von Amsterdam aus! Tolle umstellung gal!?!!). Ich bin sehr gespant, und auch sehr uberzeuget das die spurren stimmen.
bis bald Stadt erfurt
deine Stadtgoldschmieden
Helen
Foto rechts: Fuchspelz auf der Krämerbrücke - exotisch und unheimlich.
Ich hoffe es dir gut geht! so at last die grosse Austellungs Eröfnung (siehe photo von die Ausstellung und die stucke die in den kunstler werkstatten gemacht waren und besuche http://www.louisesmit.nl/) ist vorbei und Ich kann entspanter die Exotic in Thuringen Aussuchen und gennissen, aber wo wars du Stadt Erfurt bei mein Tag die öfenen Tür? Das war eine nette sachen, und auch ein aufwand, aber die menge der Besuchern war schon sehr gering. Na ja Statd Erfurt - interessirst du für schmuck order nicht?
Abb. rechts: Helen Brittons Schmuck in der Galerie Louise Smit, Amsterdam
Gott sei dank konnte Ich am nächsten tag mich veschönen mit einen meine lieblings speissen die Berhümten Thuringer Bratwurst, dank die familie Lindner. Eine wurst hat mich sogar alls leckeren früstucks snack auf mein weg nach Amsterdam begleitet, das war ein grossartige empfellung von Felix. Und Jetz nach Lauscha, bis wochenende bin Ich in den mecca der glasshand arbeit und bin auch sehr gesspänt.
Abb. rechts: Die berühmte Thüringer Bratwurst schmeckt auch Helen Britton sehr gut.
Die project idean wachsen jetz schnell, und Ich frue mich sehr eine koncentrierte nekste woche in die tollen kunstler werkstatten zu verbringen, und anzufangenge die idean umzusetzen.
Dazu fang Ich an geheimnisse von dir, Stadt Erfurt, zu photograhieren, kleine und grossere detials die deuten an versteckter geschickten... wo die mich hinfuren wurden mit der arbeit bleibt auchmomentär ein geheimnis.
bis bald liebe Stadt Erfurt
deine Stadtgoldschmiedin Helen
Abb. rechts: Helen Brittons Kette - erste Arbeit in Erfurt - in der Galerie Louise Smit, Amsterdam.
deine enten freuen sich sehr auf das viel regen, deine menschlichen bewohner nicht alle so sehr, aber schlussendlich is regen gerade eine gute sachen.
Ich habe dich verlassen eine weile und zum gluck war das wetter wunderbar! Ich war in Lauscha !!! So toll !! Wo soll Ich anfangen…
Ich habe dort sehr schön gewont - bei Gollo - sehr zu empfelen - und so eine fein bebackens forelli aus die wirtschaft des hauses kriegt man selten.
Abb. rechts: Helen Britton ist fasziniert von den Lauschaer Glaskugeln
Die werkstatten waren fantastisch für mich zu besichtigen, wirklich ein traum zu erfahren wie genau die weinachtsbaum schmuck gemackt wird, und dann ware es auch möglich bis jetz zwei sehr liebe menschen, Der Herr Greiner- Petter, und Der Herr Hänlein zu uberzeugen was für mein project zu machen. Das war und ist immer noch so eine freude! Also in zwei wochen must Ich wieder hin, die muster teile anzuschauen, und dan kriegt mein project richtig form.
Liebe stadt Erfurt - Ich habe eine frage - Kennt Ihr den tollen Museum in Lauscha? Ich hoffe doch schon, sonst war das ein schande... mehrere stunden habe Ich verbracht in diese samlung und Der sehr netten Museum leiter der Herr Schlüter hatte mir und mein kumpel, den Felix Lindner, die Fundus dort zu zeigen!! Da haben wir jetz schon ein termin.
Abb. rechts: Besuch in den Werkstätten des Herrn Hänlein
Dazu kam der sehr netten besuch bei Die Famillie Müller- Sachs, und dazu ein grosärtiges geschenk - ein schachtel vol mit bezaubernt glass scherben von kaput gegangen gefässe - und Stadt Erfurt sie wissen sicher schön wie wunderschön die gefässer sind von Der Herr Herbert Müller Sachs (http://www.sachs-glas.de/)? Naturlich!!! So Ich hab wirkliche schätze auch schön zuruck bringen können.
Neben dran verfolge Ich Stadtgeheimnise und unheimlichkeiten von dir Stadt Erfurt immer noch.
Und jetz freu ich mich sehr auf eine ruhige focusierte wocke in die tollen Kunstlerwerkstatten,
Bis dan ...Deine Stadtgoldschmiedin Helen
Abb. rechts: Herr Greiner-Petter zeigt Helen Britton wie ein Hirsch hergestellt wird.
das war aber eine wunderschone woche! Ruhig und viel arbeit, mit ein paar schöne ablenkungen. Die arbeit kommt jetz klar im kopf, und braucht nur umsetzung, da bin ich gut dran, und dan konnte Ich ein tages ausflug machen zu eine meine lieblings Museums - die Wunderkammer der Frankische Stiftung Halle - nun die menge von ungeheure dort zu photographieren.
Einen lustige ausflug mit Frau Dr. Lindemann entllang der Gera hat sehr gut getan, beim lange nacht die Museum war Ich kurz unterwegs, und hab die toll Naturekunde museum am meisten genossen. Jetzt steht es hoch auf meine liste für ein langeren besuch.
Und schluss endlich haben wir in die tollen kunstler werkstatten GEGRILLT!!! JA! Ein wichtiges kulturelles verbindungs erlebniss. Aber jetz stadt Erfurt Ich must dir was sehr ernsthaftes fragen - Warum haben die werkstatten kein eigenes grill???? Ich finde das ein Ungezogenheit, und gleich benutze Ich diese gelegenheit die Stadt zu bitten ein grill für die werkstatten zu spendieren - Ich erwarte auf meine email addresse ein baldigen antwort, und läde die groszugigen, die den grill spendiert, zu festlichen einweihung des geräts.
Na ja sonst arbeite Ich viel, bin ab und zu ein bischen einsam und merk, das die idean zind zur geburt bereit. Geheimnisse gibts immer noch zu sehen. Schauen wir mal, das Ich damit eine geschichte bauen kann.
Bis bald liebe stadt!! deine stadtgoldschmiedin Helen
na! bis jetz keine einzige meldung und kein grill!! Bist du uberhaupt da? wie geht es dir? fragst du. Wie nett das jemand nachfragt - ja gut danke!
Es geht jetz wirklick loss mit die production der stucke, die bilder sind auch zu grossten teil gedruckt und morgen fahre Ich nach Lauscha die muster teile anzuschauen, und die erste bestellten glass abzuholen. Darauf freue Ich mich sehr.
In die kunstler werkstatten sind die experimenten so weit umzusetzen und Ich bin glucklich mit die allgemeine richtung des projects. Ich merk aber, das das, was Ich mache, ist nur die anfang und ist auch etwas kunstlich getrieben zu resultaten wegen die bedingungen der stelle "Stadtgoldschmiedin" . Ich sehne mich nach die zeit danach, wenn Ich das in ruhe und in mein eigene rythmus weiter entwickeln kann.
Sehr spannend ist die neu beziehung zu zeichnen auf glass und auch auf papiere, und Ich hoffe sehr, das die kleine und zahrtliche dinge nicht verloren gehen in den riesen saal des alten achives.
Sonst wird fest gearbeitet, die Gera fliest wieder mächtig, und Ich freue mich auf das nächste mal....
bis dann deine stadtgoldschmiedin
Helen
Abb. rechts: Erste Arbeitsergebnisse aus der Werkstatt. Das Motiv entsteht auf Glas.
das war eine Wocke!!!! Mein Gott! wenn das Leben nur immer so bleiben könnte.
So, Ich war in Lauscha - so toll - einen unglaublich reichen Tag mit der liebe Frau Lindemann, und dem super witzigen Herrn Schönemann. Eine grosse Ehre den Herrn Beckman und Koch kennen zu lernen, und eine grosse Freude, den Herr und Frau Guttgessel kennen zu lernen.
Noch dazu kam wieder ein Besuch in den tollen Glas-Museum, und danach ein sehr berührend lustigen abend beim gasthof Gollo.
Abb. rechts: Helen Britton im Gespräch mit Herr Greiner-Petter über die ersten fertigen Glastiere.
Am folgenden tag konnte Ich die erste resultate von den sehr lieben Herr Greiner Petter abholen, mit begleitung Felix Lindner, der nach Lauscha gereist ist, mit mir den tag zu verbringen. Die Tiere von Herr GP sind fantastisch, und jetz bin Ich sehr fest dran, eine würdige umsetung mit den zu machen.
Felix und Ich waren dann wieder in den Museum bei Herr Schlüter und das war aber ein interessantes gespräch. Was da alles heraus kommt, musten wir nun abwarten!
Danach gingen wir zur Herr und Frau Hänlein, auch die erste resultate abzuholen - wieder super tolle dinge. Ich bin so dankbar das die leute sich so bemüht haben die sachen fertig zu machen, das Ich weiter arbeiten kann. Das ist wirklich eine sehr schöne und berührende erfahrung.
Abb rechts: Die bestellten Glastiere in der Werkstatt von Herrn Greiner-Petter.
So jetzt liegen alle teile in die kunstler werkstatten und die erste 2 stücke auch jetzt dazu fertig. Wirklich eine grosse und spännende freude für mich.
Inzwischen war Ich wieder auf den tollen Flohmarkt, und hab Kirschen gepfluckt in den familie Lindners Garten ( Kirschen pflucken wird ein super exotisches erlebnis bleiben mein leben lang).
Einfack Klasse meine liebe Stadt!!!!!!
Ein paar geheimnisse hab Ich auch wieder gefunden, und in Lauscha habe Ich bemerkt die visuelle beziehung zwischen den wald und die Schiefer...
also bis bald - deine Stadt-Goldschmiedin Helen
Abb. rechts: Muster des Thüringer Waldes - Erkenntnisse
Also - noch eine wahnzinige woche - eine kurtz ausflug nach München und dan ein laztstes mal nach Lauscha.
Es had geregnet - wirklich ab und zu unter geschuttert - aber wieder so ein speciale zeit. Die glass teile sind sehr schön gewarden, und sind für mich eine grosse herausfordurung umzusetzen, aber dar durch komme Ich doch auf neu ideen - wenn man sicher und klar ist, ist man bei den gewohnlichen gebliben.
Ich sehe die arbeiten das Ich heir mache als project arbeit. Die sind für mich sehr spannend weil Ich die noch nicht verstehe und weiss das Ich von die immer noch sehr viel lernen kann. Die sind wie schatten das man nur aus die augenwinkel anschauen kanst - wenn man gerade aus daran geht, dann verschwindet alles - ins besondere die magic.
Ich kam her mit eine sehr romantishe idea ueber glass, weihnachten, den wald - sehr märchenhaft - und das bleibt teilweise - ein zauberhafte gegend den Thuringer Wald. Aber dazu kommen sehr viele geschichten von verlust, entwertung und verzweifelung, und Ich bin davon sehr beruhrt. Wie Ich da mit umgehe weiss Ich noch nicht.
Im moment kann Ich nur meine ursprungliche fantasien celebriren, und sei lebens lang dankbar das die leute in Lauscha, ins besondere Herr Greiner - Petter und Herr Hänlein - bereit waren mich zu helfen mit Ihre fantastishes hanwirkliches konnen und meine gewunchte teile herzustellen. Mann muss auch dazu sagen das die Gaststatte Gollo bleibt unvergleichbar toll.
So jetz denn letzten zug heir in Erfurt - die 4 wände der kunstler werkstatten bis zu austellung.
noch eine dichte woche hinter mir, und meine zeit heir ist fast zu ende.
Die besuch in Lauscha letze woche ist immer noch sehr in meinen gedanken, und Ich bin zehr dankbar an die hielfsbereitschaft die menchen dort. Ich habe jetz die photos dazu bekommen von Gabi Green die mich begleitet hat beim diesen besuch. Die erste fertigen schmuch stucke habe Ich den Herr Greiner-Petter gezeigt, und der fand die in ordnung - das war für mich auch wichtig.
Danach haben wir ein exteeme interesante besuch in die lager des Angermuseums mit die sehr net und informativen Frau Dr. Krautwurst.
Herr David Bielander ist von der Berg Giebichenstein in Halle gekommen das mit anzuschauen. Rolf Lindner hat sich auch dazu bereit gemacht und konnte uns viel erzählen uber die beeindruckente sammlung von zeitgenossishen Schmuck. Die sammlung an stucke aus die DDR zeiten ist wirklich einmalig, und ein wichtig schatz weil sie die geschickt von schmuch in deise zeit zeigt. Die stucke von die entwicklungs Aufträge sind unersätzbar wertvoll. Wie schade das die regel mässige ankaufe von den schmuch symposiums aufgehört hat, das hat ein wichtige und einmalige sammlung unterbrocken. Aber die loch ist noch nich zu gross ...
Abb. rechts: Bei Herr Greiner-Petter: Ich zeig den ersten fertigen schmuck stuck zur project den glass blasser meister in Lauscha
Dannach dank die Leibe Frau Beeser konnten wir die alte Synagoge besichtigen, und das war sehr beeindruckent. So unglaublich!! Und mitten drin gesandwicht! Die stimmung in den tanz sal ober ist sehr besonderes, und Ich hoffe das was darvon uberig bleibt nach die renovierungs arbeit.
Samstag war flohmach, und als mein freund zu besuch war haben wir und uberreden lassen ein Hund zu kaufen also du in den photo sehst ...
Und sonst gehts jetz am end sport, letzte stucke machen, letzte zeichnungen, photos ausdrucken, faltblat fertig machen, schlus mit lustig, boden putzen, und mich freuen auf den besuch des OB's am Donnerstag also, meiene liebe stadt merh daruber nechstes mal
bis dann deine Stadt goldschmiedin
Helen
Abb. rechts: Ich und mein freund mit dem Hund
19. Juli 2007
Liebe stadt Erfurt,
Hast du die hietze gut uberstanden?
Ich leider nicht. Nach eine sehr schwierig und stress gefulte woche bin Ich jetz, die erstest mal zeit sehr lang, richtig krank. Irgend eine grippe hat es dazu gebracht das Ich jetz einige tage wirklich ins bet bleiben must.
Man merkt in so eine situation als die vergange woche das man doch nicht hier zu hause ist. Es fehlt die freunde, kollegen, professionelle und emotionelle unterstutzung. Aber alles ist gemacht und bereit für die ausstellung und Ich glaube das ist die hauptsachen für dich, Stadt Erfurt.
Abb. rechts: Blauer Vogel, Projektarbeit der Erfurter Stadtgoldschmiedin 2007
Und naturlich ist der Uberbergermeister gekommen (das stress hat nichts mit Ihnen zu tun, Herr Bausewein, falls das sie das jemals lessen) Und es war eine nette, obwol etwas angespante besuch. Ich must mich immer fragen wie ist es fur ein Mench aus so ein andere welt meine welt zu begegnen. Ich stell immer die fragen: Wird Ich ernst gennomen? Ist es uberhaupt möglich zu vermittlen um was es das Ich mache geht?
Die lang erwarteten einladungs karte ist jetz auch anscheinent bereits geschickt, und Ich bin gespannt auf die austellung. Die ausstellungsaufbau liegt immer noch vor mir und Ich hoffe sehr das das nicht zu stressig wird. Ich schick diese wocke als bilder die erste schmuck stuck der direct zu project gehort weil sie schon auf die karte steht.
Das ist die stuck mit dem blauen vogel, wo die ganze geschickte angefangen ist. Dazu als bild zeig Ich ein teil den kleinen altar das Ich gebaut habe in meine wohnung in die Kleine Synagoge. Die altar besteht aus stucke von Lauscha und von den tollen Flohmakt das es heir in Erfurt gibt. Für mich ist die Flohmakt eine die grosten inspirations ort (neben der supermarkt) von eine stadt. Durch eine Flohmahkt lernt mann die leute kennen, man sieht in Ihre wohnungen, durch die alten kramm das mal darin gestanden ist, man spurt die altagliches leben eines volks durch die benuntzten altaglichen gegenstande, man kommt ins geschprech uber die sachen die rum legen und die leben des menchen auf eine art und wiese das nirgendwo anderes möglich ist als auf in Flohmarkt. Für mich eine sehr central erhfahrung und daraus bestaht ein grossen teil meine hauslichen inhalt.
Abb. rechts: Der Altar in der Wohnung der Stadtgoldschmiedin in der Kleinen Synagoge
Am wochenend war Ich gottseidank Kurtz in Halle zur Jahres austellung Berg Giebichenstein, und konnte mich erholen in den guten geselschaft meien freunde und kollegen dort. Die Austellung von die schmuch Klasse war wirklich ausgezeichnet. Dazu habe Ich eine brillianten puppen spiel sehen konnen von die Checkishen gruppe "Buchty a Loutky" (http://www.divadlo.cz/buchty).
Wenn es platz gib auf meien tages buch diese mal dann sie du die bedrohligsten Igel das jemal war!! Zum Schreien!!!
So meine liebe Stadt, Ich ferlas dich wieder für mein bet un hoffe das die rest meine aufenthalt mit freude und guten gesuntheit zu ende gebracht sein kann.
deine kranke stadt goldschmied
Helen
Abb. rechts: "Ein Igel zum Schreien" (Helen Britton)
Die Austellung steht bereit und wir haben noch eine erlebnis reiche woche hinter uns.
Ich war bis mehr oder weniger Fritag siemlich erledigt mit eine schrechliche grippe.
Donnertag kamen die Linda und Louise zu mir in die werkstatt ein kliene practicum tag zu machen, und das war sehr net, aber auch total viel, und Ich habe es bemerkt, das Ich nicht mehr schaffen kann an die stucke für die austellung. Die power war einfach aus, und das war auch etwas traurig. Fritag ging es den am werkstatt abschlus, und wieder ein teil des tages ins bett. Zum abend kamen die liebe grossartige familie Lindner zum grillen, und das hat mich sehr gefreut.
Samstag war abholung die sachen von die werkstatt, ein bissen hertz reisent, aber danach haben Felix Linder und Ich Weimar besucht, die wichtige sachen angeschaut, und ein herlichen nach sturms spatziergang in die shloss park gemacht.
Und dann die Sonntag. Wow. Ich war einigermassen wieder auf die beine, und zum letzten mal während mein aufenhalt in lauscha - das war so ein schonen tag - den Gunter Knye formal kennen zu lernen, die interesante austellung in die Museum in Lausch zu sehen, die famillie Precht kennen zu lernnen, die tolle arbeiten von Albin Schädel zu besichtigen und schluss zum tag beim Gollo noch ein Forelli zu essen alles mit die unterhaltsam, informative und lustige begleitung die liebe Frau dr, Jutta Lindemann und der charmante Herr Schönemann. Das war ein tag wie eine woche, unvorstellbar schön, reich - einfach nicht zu vergessen.
Und dann die Ausstellung aufbau - alles gut vorbereitet, und dann reissen die schienen ab!!! Na ja ein bissen drama muss sein, sonst wird mann einschlafen!!
So meine leibe stadt - bitte geniess meine Ausstellung und die text das Ich dazu geschriben habe - die sind mit liebe freude und ernsthäftigkeit gemacht, und die ist auch für dich gemacht!
Es war so toll bei dir zu sein, die anfang eine lange beziehung.
Vernissage der Abschlussausstellung im Rathaus am 25.07.2007
Begrüßungsrede durch Frau Jutta Lindemann
Ein fremdes Tier im Märchenwald
Der belgische Symbolist Maurice Maeterlinck reüssierte um 1900 mit einem bildgewaltigen philosophischen Märchen, das die etwa 50 Jahre zuvor von Novalis geprägte Sehnsuchtsfarbe der deutschen Romantik mit einem vertrauten Symbol des menschheitsewigen Traums nach Freiheit und Himmelsnähe verbindet.
Zwei Kinder verbünden sich im Auftrag einer Fee und mit einem zauberkräftigen Diamanten (sic!) ausgestattet, mit dessen Hilfe man die Seelen der Dinge sehen und zum Leben erwecken kann, mit ihren Haustieren und den Dingen ihres alltäglichen Lebens wie Licht, Wasser, Feuer, Brot und Zucker, um eine sagenhaften blauen Vogel zu finden, der die Macht besitzen soll, die Suche nach dem Geheimnis aller Dinge zu beenden, um so das Glück finden zu können.
In ihrer hoffnungsvollen und abenteuerlichen Wanderung durch die Welt – durch das Land der Erinnerung, wo sie ihre toten Großeltern und Geschwister treffen, den Palast der Nacht, die die Übel, Schrecken, Krankheiten und Kriege hütet, aber auch einen herrlichen Wundergarten mit Mond, Planeten und Nachtigallengesang bewacht, durch einen tiefen Wald, wo die Seelen des gesamten Baum- und Tierreichs die Kinder als Vertreter der naturbeherrschenden Menschheit erschlagen wollen, oder über den Friedhof, der sich als ein wunderbarer Zaubergarten erweist, denn das Totenreich existiert nicht - begegnen sie dabei immer wieder Kräften, die sie unterstützen ebenso wie solchen, die gegen sie arbeiten, und erfahren schließlich die Enttäuschung, den geheimnisvollen Vogel nirgendwo entdecken zu können - auch nicht im Garten der Freuden und des Glücks oder im Reich der Zukunft.- bis sie nach Hause zurückkehren und ihn genau dort zu finden, wo sie ihn zuallerletzt vermutet hätten - und letztlich in sich selbst.
Auf so eine ebenfalls ziemlich abenteuerliche Suche nach einem blauen Weihnachts-Glasvogel aus ihrer Kindheit begab sich die aus der Konkurrenz von 12 Bewerbern aus ganz Deutschland siegreich hervorgegangene in München lebende Australierin Helen Britton vor drei Monaten mit ihrer Projektidee, Glas aus den Traditionswerkstätten im thüringischen Lauscha in ihr zeitgenössisches, international vertretenes Schmuckkonzept zu integrieren.
Als fremdes Tier aus der Ferne machte sie sich auf den Weg, einen von ihr exotisch empfundenen Märchenwald zu entdecken und ein Stück weit sogar zu erobern – und wenn es auch nur die Herzen einiger Lauschaer Glasbläser sind …Dem Risiko des Scheiterns begegnete sie mit dem Mut des Kreativen, und ihrer besonderen offenen Persönlichkeit verdankt sie, dass eine Nähe entstand, die die Zeit in Erfurt überdauern wird und beste Voraussetzung ist für weitere gemeinsame Wege.
Einer Landeshauptstadt steht es nicht nur gut zu Gesicht, sich alle zwei Jahre einen Stadtgoldschmied zu leisten, der ihren Ruhm in die Welt trägt, sondern auch, gewissermaßen als kulturelle Vertretung der Region gerade solchen Ideen der Verknüpfung zwischen Stadt und Region, Tradition und Innovation Raum zu geben.
Ausgerüstet mit einem Stipendium, Arbeitsräumen in den kommunalen Künstlerwerkstätten und Wohnmöglichkeiten in der Begegnungsstätte Kleine Synagoge, gelang es Helen Britton anders als den beiden Märchenkindern bei Maeterlinck auch mit Hilfe vieler guter Geister diesseits und jenseits des Waldes binnen kurzem nicht nur, ihren blauen Vogel zu finden - jedenfalls fürs erste - sondern ihm eine neue, eigenwillige Gestalt zu verleihen, entstanden unter den Händen des Lauschaer Glasmeisters Helmut Greiner-Petter, und dem fragilen, flatterhaften Geschöpf darüber hinaus sogar eine neue Heimat zu schaffen: ein Nest aus mattem, dunklem Silber, besetzt mit glitzernden Diamanten, das kleine blaue Glaswesen kostbar umhüllend wie eine Aureole. Eine vorläufige Heimat jedenfalls - denn wie Vögel halt so sind … Und wie Künstler halt so sind …
Bei ihrer Wanderung durch den mitunter recht skurrilen und bizarren Märchenwald in Erfurt und Lauscha hielt sie allerlei merk- und denkwürdige Beobachtungen und Begegnungen in über 700 Fotos fest, skizzierte und zeichnete - sogar auf Glasscherben - und schrieb ein Online-Tagebuch. Nicht so ganz zufällig liefen ihr dabei noch ein paar andere Gestalten aus der Welt der Mythen und Märchen über den Weg und ließen sich willig einfangen - nunmehr edel verwahrt in wunderbar winzigen Behältnissen ebenfalls aus Silber und Diamanten, individuell und raffiniert konstruiert in höchster technischer Perfektion: der düstere Wolf, ganz ohne Rotkäppchen und Geißlein, doch nicht minder furchterregend hinter Gestrüpp hervorbrechend, einer der sieben Raben wie gekrönt thronend in stolz aufragendem Gelass und das feuerflammende Pferd, auf dem gelegentlich Prinzen heranreiten, um Hoffende und Harrende in das Land "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute" zu entführen - oder sie zum Narren zu halten. Begleitet wird die magische Glasmenagerie von Lauschaer Phantasiegeschöpfen wie dem kecken Flaschenteufel, der sich unversehens funkeläugig um den Finger wickelt, einem anonymen Hörnerwesen ähnlicher Provenienz, das angrifflustig seinen Hauptschmuck über unsere Hände recken will, und - mit Blick auf unausweichlich Kommendes - einem diamantfunkelnden Baumkugelring - vielleicht gedacht für die Schlittenlenkerpranke des Weihnachtsmannes? Oh du fröhliche …!
Helen Britton, fremdes Tier aus der Ferne, hat zunächst mit ihren neu gewonnenen tierischen Gesellen schadlos dem Thüringer Märchenwald entkommen können - jedenfalls ohne äußerliche Blessuren, allerdings auch nicht, ohne Spuren zu hinterlassen, an denen wir sie künftig wieder dingfest machen können, wenn wir wollen - und ich denke, wir wollen!
Infiziert mit dem mystischen Thüringen-Rückkehr-Virus scheint sie nämlich zu sein, denn nicht nur als gesetzte Teilnehmerin und Mitorganisatorin des Erfurter Schmucksymposiums 2008 in den Künstlerwerkstätten (die es also dann und immerdar unbedingt in voller Funktionsfähigkeit noch geben muss, muss und muss!!!) wird sie gelegentlich wieder ihrer besonderen Leidenschaft, der Original-Rostbratwurst, frönen dürfen - nein, auch die Liebe zum Lauschaer Glas lässt sie nicht los, und so werfen künftige Ereignisse bereits jetzt lange Schatten voraus.
Der blaue Vogel nämlich hat, das weiß ich mit Gewissheit, ein Rückflugticket!
Erfurt, 25.07.2007 Dr. Jutta Lindemann
Laudatio von Felix Lindner zur Eröffnung der Ausstellung
"Tiere aus der Ferne" - Erfurter Stadtgoldschmiedin 2007 Helen Britton im Rathaus - Altes Archiv - am 25.07.2007
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Helen,
ich freue mich, dass ich diese Rede halten darf, als Freund, als Goldschmied, und sogar als ehemaliger Stadtgoldschmied der Stadt Erfurt … und in gleicher Funktion bin ich sehr zufrieden zu sehen, dass die Stelle des Stadtgoldschmieds der Stadt Erfurt offensichtlich quicklebendig weiterexistiert.
Aufgabe dieses Stipendiums der Stadt Erfurt ist es, dass es zum einen dem Künstler, naja, ich idealisiere und zitiere aus dem Lexikon der Kunst, Seemann Verlag Leipzig,
„ein sorgenfreies künstlerisches Schaffen ermöglicht“, - im Gegenzug ermöglicht es der Stadt ihr Ansehen zu heben. So oder so ähnlich könnte man das Prinzip der Kunstförderung seit vielen Jahrhunderten beschreiben.
Natürlich gibt es auch eine Ebene, die viel direkter existiert in Form von Präsenz, persönlichen Kontakten, Gesprächen oder Ausstellungen, weswegen wir gerade hier sind. Die Zeit vergeht allerdings schnell und ich möchte bemerken und daran erinnern, dass in meinen Augen nicht allein der „Import“ einer Künstlerpersönlichkeit mit allem, was diese in 3 Monaten zu geben vermag, sondern vor allem der „Export“ – nämlich das, was der Künstler aus Erfurt an positivem in der Welt zu berichten weiß, nachhaltig zum Gelingen dieses Konzeptes beiträgt.
Helen Britton und ich kennen uns seit etwa zehn Jahren, wir haben in München an der Akademie der Bildenden Künste zusammen studiert, und ich glaube, wir sind in dieser Zeit auch gute Freunde geworden.
In den zehn Jahren, in denen ich Helens künstlerische Entwicklung verfolgen konnte, hat sie sich kontinuierlich zu einer der international renommiertesten Schmuckkünstlerinnen entwickelt. Ihre Arbeiten befinden sich in bedeutenden Schmucksammlungen unter anderen in der Pinakothek der Moderne, München, im Stedelijk Museum Amsterdam, im Schmuckmuseum Pforzheim, in der National Gallery of Australia.
Apropos Schmucksammlung – ich glaube, eine wesentliche zeitgenössische Schmucksammlung könnte man in Erfurt haben, ich zitiere:
" … danach haben wir einen extrem interessanten Besuch im Lager des Angermuseums mit der sehr netten und informativen Frau Dr. Krautwurst gemacht…" ( siehe Tagebuch, ich habe den Satz über DDR-Schmuck ausgelassen)
An dieser Stelle wird auch deutlich, wofür ein Stadgoldschmied sonst noch gut ist: Er kann Dinge bemerken, die wir aus Gewohnheit leider nicht mehr bemerkenswert finden.
In ihren fotografischen Skizzen hält Helen Britton unsere Umgebung in Details fest, integriert sie in ihre Arbeit, setzt sie in einen anderen Kontext und macht sie somit für uns neu erlebbar.
Und endlich konnte ich mich mit einer Kollegin über den grünen Mohren austauschen der - in der Andreasstraße, unweit des Pferdes aus rotem Sandstein - ein paar gewaltige Ohrringe trägt.
Helen Brittons Arbeiten sind meistens Broschen und ich schätze an ihnen vieles: zum Beispiel, dass man entweder das ganze Stück von außen betrachtet und sehr zufrieden ist oder alternativ in eine ganze Welt eintauchen kann.
Dann begegnet man:
Silberblech, in verschiedensten Formen mit unterschiedlich strukturierten Oberflächen, mal graviert, mal eingewalzt, geschwärzt oder lackiert,
Bruchstücken und alte Schmuckteilen, Schmucksteinen, Glas und Kunststoffperlen, bisweilen zu Clustern vereint – schnell lassen sich die meisten der Gattung bijoux fantaisie zurechnen und in Folge als Blümchen, Perle, Vögelchen, Delphin oder Edelstein benennen.
dann sind da aber auch Diamanten, Saphire, Rubine und Zirkonia.
Diese Bestandteile vereint Helen Britton mit viel Vergnügen in jeder Arbeit zu einem Mikrokosmos.
Dabei hat sie sich traditionelle Goldschmiedetechniken zu eigen gemacht, die sie nun mit einer Virtuosität einsetzt, die ich bewundere.
Das Millegriffesrädchen sorgt für zart gepunktete Schnittflächen der Bleche, aus denen sich Helens Schmuck aufbaut: Schichten, Etagen, Schleifen und Bögen sind nonchalant aufeinander gelötet, und keiner würde je an die halsbrecherische Montagearbeit denken, die er vor sich hat. Steine, Rosen und Brillanten sind so gefasst, dass man zuerst Sterne funkeln sieht.
Mit erprobten doch sparsam eingesetzten Mitteln – die Parallelen zu älteren Stücken lassen sich vom Betrachter unschwer nachvollziehen – entstehen kleine Welten aus Silber und Diamanten um die Glastiere aus Lauscha.
Der kleine blaue Vogel findet sein Nest und der Rabe einen Sitz, von dem aus er neugierig fragend guckt.
Figurative und erzählerische Bestandteile rücken in Helen Brittons neuen Broschen deutlicher als in vorangegangenen Arbeiten in den Vordergrund.
Auf Wolf und Pferd geht Helen Britton einen großen Schritt weit zu, indem sie deren Schatten, Formen und Konturen mit den ihr eigenen Linien nachzeichnet. Der Raum um Wolf und Pferd wiederholt deren Form und bildet einen schützenden Käfig. Im Kontrast zu den, durch ihren Herstellungsprozess bedingten, gewölbten Formen der Tiere bleibt die Arbeit des Goldschmieds hier flächig, zweidimensional.
Auch in den drei Ringen arbeitet Helen figurativ, indem sie die bewunderten Lauschaer Glasikonen abbildet: den Flaschenteufel, den Weihnachtsbaumschmuck und das Glastier.
Die sieben neuen Arbeiten in dieser Ausstellung sind aber nur ein Teil, erste konkrete Formen, die für das Publikum Zeugnis über einen Prozess ablegen, der progressiv ist und der für Helen Britton im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht.
Begonnen hat dieser Prozess offensichtlich viel viel früher als nur vor drei Monaten …
Ein kleiner blauer Glasvogel … aus einer Lauschaer Werkstatt – was allerdings nicht wissenschaftlich erwiesen ist – war in Helen Brittons Kindheit wichtiger Teil der Weihnachtszeit.
Ein fremdes, faszinierendes Objekt inmitten einer 70er-Jahre-Plastikwelt kommt an erster Stelle.
In Folge, ich kürze ab: 1997 Besuch auf dem Christkindelmarkt Nürnberg und dann wiederholte Reisen nach Lauscha – dem Ort, in dem Herr Greiner Mitte des 19. Jahrhunderts die Glaskugel erfindet, so weiß es zumindest das Lexikon.
Ich muss sicherlich nicht weiter erwähnen, dass es dabei nicht um das Einkaufen von Weihnachtsdekoration ging.
Im Rahmen ihres Projektes als Stadtgoldschmied reiste Helen Britton viermal nach Lauscha. Jetzt kürze ich wieder ab, da ich niemanden mit Details langweilen will, die im Online-Tagebuch des Erfurter Stadtgoldschmieds ausführlich erzählt und von Ihnen bereits gelesen wurden.
In einem Satz: Mit einer großen Portion Charme, mit Neugier und der engagierten Vermittlung von Frau Dr. Lindemann und der Hilfe von Herrn Schönemann konnte Helen Britton intensive Kontakte zu Lauschaer Glaskünstlern knüpfen:
Helmut Bechmann,
Hubert Koch,
Günther Knye,
Familie Precht,
Familie Schaedel und die Sammlung mit Arbeiten von Albin Schaedel.
Mit den Werkstätten der Familie Hänlein und Helmut Greiner-Petter kam es zu einer Zusammenarbeit.
Bemerkenswert ist für mich die Zusammenarbeit mit Helmut Greiner-Petter, die sich in kurzer Zeit entwickelte. Da ist sicher nicht allein die gemeinsame Begeisterung für die Glasbläserei - Helmut Greiner-Petter ist ein Meister in der Herstellung von Figuren aus Hohlglas!
In meinen Augen gibt es da noch mehr: Mit der gleichen Leichtigkeit, die ich bereits in Helen Brittons Arbeiten ausmachte, schafft Helmut Greiner-Petter seine Figuren. Unglaublich präzise erfasst er das Wesentliche, und jede Figur hat genau ihren charakteristischen Ausdruck, ohne dass jemals jemand auf die Idee käme, ihre Form in Frage zu stellen.
Schließlich ist da auch noch bei beiden Künstlern die respektvolle Liebe zur Natur und den Lebewesen, die uns umgeben.
Dank Projekten wie Deinem und vielleicht auch denen zukünftiger Stadtgoldschmiede hege ich die große Hoffnung, Helen, dass unsere zahlreichen Gespräche über angewandte Kunst, Schmuck, Glas, Kultur und Ausstellungen der letzten Wochen keinesfalls ein Trauern um vergehende Zeiten und Qualitäten war.
Im Gegenteil …
… und ich danke Dir, dass ich die eigene kleine Welt in Deinen Skizzen und Arbeitsergebnissen aus den Augen eines neugierigen Tieres aus der Ferne betrachten kann.
Erfurt, Juli 2007-08-07 Felix Lindner
Tiere aus der Ferne: Helen Britton Erfurter Stadtgoldschmiedin 2007
Es ist schwierig, so einem Projekt einen Namen zu geben. Mit der Hilfe einer Freundin kam ich auf den Titel. Er beschreibt nicht nur meine Arbeiten, erschließt mich mit ein. Auch ich bin ein Tier aus der Ferne.
Ich bin in Australien aufgewachsen mit einer kleinen Sammlung an Glastieren und Glasweihnachtsbaumschmuck, die aus Europa den weiten Weg in die neue Welt gefunden haben. Es war mir damals bereits klar, dass diese Schätze von ganz woanders herkamen, als wo ich lebte; sie waren exotisch und märchenhaft. Sie verkörperten das alte Europa. Jetzt bin ich - aus der südlichen Hemisphäre - hier, mit einer sehr romantischen Idee. Ich bin ein romantischer Neue-Welt-Mensch.
Hier in Thüringen begegne ich unter anderem Geschichten, die auch von Tragik, Verlust, Entwertung und gewaltigen Veränderungen erzählen. Diese Geschichten berühren mich, aber es sind nicht meine Geschichten.
Meine romantischen Vorstellungen haben sich trotzdem bestätigt.
Ich wollte die ursprünglichen Gefühle, die ich mit diesen Glasteilen verbinde, die Urbilder undihre eigenartige, auch unheimliche Kraft sichtbar machen. Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, meine Sichtweise zu zeigen.
Was wertvoll ist, was exotisch heißt, was geschätzt wird, ist immer eine Frage des Standpunkts. Ich komme hierher aus einer anderen Welt, mit meiner dadurch geprägten Perspektive.
Ich bin, wie gesagt, ein Tier aus der Ferne.
Dank.
Die Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen, der ich in Lauscha in den Glaswerkstätten begegnet bin, hat mein Projekt in dieser Form ermöglicht. Für die bereichernde Zusammenarbeit mit Herrn Helmut Greiner-Petter und seinen phantastischen Glastieren sowie Herrn und Frau Hähnlein und ihren tollen Glasarbeiten in Lauscha bin ich sehr dankbar.
Der Stadt Erfurt danke ich herzlich für die Gastfreundschaft. Ganz besonders der Familie Lindner, Felix und Samantha Font-Sala. Frau Dr. Jutta Lindemann hat sich rührend um mich gekümmert.
Danke an alle, die mit ihrer Hilfsbereitschaft meinen Aufenthalt hier großartig gemacht haben.
Es geht mir nicht nur um die Zeit von drei Monaten als Erfurter Stadtgoldschmiedin. Diese Erfahrung ist für mich prägend, als ein Baustein in meinem Gesamtwerk.