KPR-Projekt: Medienarbeit

Medienarbeit - Öffentlichkeitswirksame Aktionen

Öffentlichkeitsarbeit und umfassende Aufklärung der Bevölkerung sind vorrangige Aufgaben des Kriminalpräventiven Rates. Dementsprechend wurde im Jahr 2006 die Projektgruppe "Medienarbeit - Öffentlichkeitswirksame Aktionen" durch den KPR berufen.

Verschiedene Arbeitsfelder wurden durch die beteiligten Mitarbeiter aus den Bereichen Dezernat für Bürgerservice und Sicherheit, Hauptamt Abt. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bereich des Oberbürgermeisters und dem Bürgeramt bearbeitet.

Beispiele sind:

  • Recherche von bundesweiten Projekten, die für Nachahmung geeignet sind.
  • Erarbeitung der Konzeption zum Internetauftritt.
  • Erarbeitung einer Informations-CD über die Arbeit des KPR.

Filmprojekt "Abrisshaus"

Industriebrachen und leerstehende Häuser üben eine große Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus. Sei es aus Neugierde, Abenteuerlust oder mangels alternativer Objekte zum Aufenthalt in der Freizeit - regelmäßig sind Kinder und Jugendliche in solchen Objekten unterwegs. Dabei werden Gefahren und Risiken ignoriert oder zumindest unterschätzt.

Im August 2008 stürzte der 14-jährige Michel M. in einer Industriebaracke in Erfurt in den Tod. Sein Andenken zu bewahren - verbunden mit der Hoffnung, dass sich solch ein tragisches Ereignis nicht wiederholt - ist Anliegen eines Präventionsprojektes des Kriminalpräventiven Rates der Stadt Erfurt.

Feuererwehrleute auf Straße
Foto: Dreharbeiten mit Unterstützung der Polizei und Erfurter Feuerwehr Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Nach einer Konzeption des Jugendstaatsanwalts Uwe Strewe (Staatsanwaltschaft Erfurt), der immer wiederkehrende leichtsinnige Fehlverhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen bei seiner Arbeit reflektieren musste, entstand die Idee, einen Film für den Einsatz in Schulen und Vereinen zu drehen.

Der gemeinnützige Verein Euratibor stellte sich dieser Herausforderung. Unter Federführung von Herrn Kunigam, Mitglied der Projektgruppe "Medienarbeit - öffentlichkeitswirksame Projekte" des KPR, wurde die praktische Umsetzung realisiert.

Kindergruppe
Foto: Die 4 Hauptdarsteller des Films Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Mitarbeiter des Projektteams "Zivilcourage ist überlegtes Handeln" welche durch die ARGE SGB II Erfurt, sowie das Sozialamt Erfurt gefördert wurden, erarbeiteten ein Drehbuch und casteten Schüler der "Otto-Lilienthal"-Regelschule in Erfurt.
So wurde der gesamte Film vom Storybord bis hin zum Schnitt von Amateuren geschaffen, denn am Projekt wirkten zum Teil schwerbehinderte und sozial schwache Menschen mit, die zuvor keinerlei Verbindung zu diesem Metier  hatten. Die Mitarbeit am Projekt war für alle Perspektive und Bestätigung zugleich, berichtete der Projektleiter und Regisseur Stefan Kunigam.

Zuschauer
Foto: Feierliche Filmpremiere im Haus der sozialen Dienste Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Am 30.09.2009 fand die Filmpremiere im Haus der sozialen Dienste in Erfurt statt. Neben den zahlreichen Unterstützern wie Ämtern der Stadtverwaltung Erfurt (insbesondere Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), Staatsanwaltschaft Erfurt, Polizei, Wohnungsbaugenossenschaft Erfurt, Puschkingrundschule, Otto-Lilienthal-Schule, Architekturbüro Bunge und Kahlo, Arbeiter Samariter Bund, Helios-Klinikum und CCC-Catering wurden auch die Kinderdarsteller (u. a. Ferdinand Dölz / bekannt aus der KiKa-Serie Schloss Einstein) für ihre Schauspielleistung gewürdigt.

mehrere Erwachsene am Stehtisch
Foto: Angeregte Diskussionen im Anschluss an die Filmpräsentation Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Das Ergebnis dieser umfangreichen Arbeiten ist die Film-DVD "Abenteuerspielplatz Abrisshaus", welche in knapp 20 Minuten die Geschichte des 13-jährigen Nicolas erzählt. Er ist der Urheber der Idee, in einem Abrisshaus auf Abenteuerjagd zu gehen. 

Zum Inhalt: Für den Nachmittag hat Nicolas ein leerstehendes Haus in der Nähe der Schule ausgewählt, um sich dort mit seiner Clique einmal richtig auszutoben. Auch Nicolas’ kleiner Bruder Dirk möchte unbedingt mitgehen. Er erzwingt mit einer kleinen Erpressung, dass Nicolas ihn widerwillig mitnimmt. Was als Ausflug auf den "Abenteuerspielplatz Abrisshaus" gedacht war, endet in einer Katastrophe mit verheerenden Folgen für alle Beteiligten ...

Der Film wird in seiner Verbreitung durch das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) Bad Berka gefördert. Thüringer Schulen, gemeinnützige Vereine und Jugendhilfeeinrichtungen sollen kostenfrei den Film mit Begleitinformation erhalten. Weitere Aufklärungsaktionen, die sich an Eltern und Objektverantwortliche richten werden, sollen folgen.

Der gemeinnützige Verein Euratibor, der 1993 als Thüringer Verein gegründet wurde, hat bereits mehrere Projekte des Kriminalpräventiven Rates begleitet. Der Hauptsitz ist in Erfurt, weitere Einrichtungen werden in Artern und Apolda unterhalten. Der Verein verfolgt das Ziel, Jugendlichen, lernbeeinträchtigten jungen Menschen und Arbeitslosen bzw. von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen, aber auch Personen aus dem Bereich Rehabilitation und Schwerbehinderung wieder eine Perspektive zu geben. Die vielfältigen Projekte und Bildungsmaßnahmen werden im Auftrag der Agentur für Arbeit, der ARGE Erfurt, der GfAW und in Absprache mit dem Amt für Sozial- und Wohnungswesen sowie dem Amt für Wirtschaftsförderung in Erfurt durchgeführt.

Euratibor e. V.
Projekt "Zivilcourage ist überlegtes Handeln"
Stichwort "Abenteuerspielplatz Abrisshaus"
Zittauer Straße 27
99091 Erfurt

Ansprechpartner:       Stefan Kunigam
Telefon:                    0361 7429520
E-Mail:                       service@zivilcourage-online.de
Internet:                   http://www.euratibor.dehttp://www.zivilcourage-online.de

Logo für den KPR

ein Dokument wird überreicht
Foto: Beigeordneter Dietrich Hagemann beim feierlichen Abschluss der Vereinbarung mit Schulleiter Herrn Friebel. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Im Juli 2007 wurde auf Initiative der Projektgruppe eine Vereinbarung mit der Walter-Gropius-Schule (Erfurt) abgeschlossen, auf deren Grundlage die Auszubildenden der Fachrichtung "Gestaltung" ein Logo für den KPR entwerfen.

Innerhalb des 1. Schulhalbjahres 2007/2008 sollen die Entwürfe durch die Auszubildenden abgeschlossen werden. Der KPR wird das Siegerlogo auswählen und die besten Entwürfe prämieren. Außerdem sollen alle Beteiligten zu einer feierlichen Abschlussveranstaltung in das Erfurter Rathaus eingeladen werden.

Mit einem repräsentativen Logo soll dem KPR ein unverwechselbares "Outfit" verliehen werden. War es doch den Mitgliedern nicht verborgen geblieben, dass regional und überregional agierende Präventionsgremien in Deutschland fast ausnahmslos mit entsprechenden Logos für Ihre Arbeit werben. Dieses Defizit soll nunmehr mit Hilfe der Auszubildenden der Vergangenheit angehören.

Leute am großen runden Tisch
Foto: Zu den Rahmen der Veranstaltung waren die Auszubildenden der Fachrichtung "Gestaltung" einbezogen. Beigeordneter Dietrich Hagemann konnte bei dieser Gelegenheit viele Fragen zum Thema "Kriminalprävention" beantworten. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt