KPR-Projekt: Sicherheit für Frauen

Die Polizei und die Stadt Erfurt engagieren sich seit vielen Jahren gegen sexuelle Übergriffe auf Frauen und gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Organisationen, Frauenprojekten und Einrichtungen des Frauenschutzes sowie mit Workshops und Veranstaltungen klären Verantwortliche der Projektarbeit, der Stadt Erfurt und der Landespolizeiinspektion Erfurt darüber auf, wie Frauen Gefahren erkennen und wie sie sich gegen sexuelle Übergriffe wehren können.

Das Wichtigste auf einen Blick

Notruf 112
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Polizei und Stadtverwaltung nehmen Sicherheit für Frauen sehr ernst. Gefahren gibt es immer und überall. Es liegt nicht in der Verantwortung von Frauen, sich gegen sexuelle Übergriffe zu schützen - weder durch Kleidung, noch durch Vermeidung ihres Aufenthaltes in der Öffentlichkeit. Frauen haben ein Recht darauf, sich frei und gefahrlos im öffentlichen Raum zu bewegen.

Anliegen des Anrufers Rufnummer
Tabelle: Allgemeine Ansprechpartner
In Gefahrensituationen 110
Ärztliche Hilfe 112
Kontakt Stadtverwaltung Erfurt +49 361 655-0

 

Nach Sexualdelikten wird betroffenen Frauen unbedingt empfohlen, zeitnah eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

Ansprechpartner Rufnummer Erreichbarkeit
Tabelle: Ansprechpartner zur Beratung nach Gewalterfahrung
Hilfetelefon (bundesweit) 08000 116016 rund um die Uhr
Frauenhaus Erfurt, Frauenberatung +49 361 7462145 rund um die Uhr
FrauenZentrum Erfurt +49 361 2251473  
Brennessel - Zentrum gegen Gewalt an Frauen +49 361 5656510  
Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt +49 361 5416868  

 

Ansprechpartner Rufnummer Erreichbarkeit
Tabelle: Hilfe für Kriminalitätsopfer
Opfertelefon (bundesweit) 116016 von 7:00 bis 22:00 Uhr
Weißer Ring, Außenstelle Erfurt +49 151 55164674  

 

Verhalten in Gefahrensituationen

Hören Sie auf Ihr Gefühl und handeln Sie danach! Nehmen Sie Ihre Wahrnehmungen ernst und bringen Sie sich in Sicherheit.

Werden Sie aktiv, wenn eine andere Frau belästigt wird, ohne sich dabei selbst zu gefährden.

In Gaststätten und Lokalen

Lokale können Orte unangenehmer Begegnungen werden. Manche Menschen begreifen offensichtlich nicht, dass Mädchen und Frauen, die allein unterwegs sind, nicht zwangsläufig Wert auf Annäherungsversuche legen.

  • Setzen Sie Grenzen. Stellen Sie unmissverständlich klar, dass Sie kein Interesse an einem Gespräch, geschweige denn an sonstigen Kontakten haben.
  • Verteidigen Sie den Ihnen zustehenden Platz durch entsprechende Körperhaltung, um unangenehme körperliche Nähe zu vermeiden. Beschweren Sie sich beim Personal des Lokales.
  • Lassen Sie Ihre Getränke nie unbeaufsichtigt. K.O.-Tropfen sind ein spezielles Problem.

In öffentlichen Verkehrsmitteln

Häufig machen Frauen die Erfahrung, dass Sitznachbarn viel Platz in Anspruch nehmen und sie somit bedrängen können.

  • Nehmen Sie sich den Raum, der Ihnen zusteht. Nutzen Sie Ihre Tasche oder Ihren Ellenbogen, um sich Abstand zu verschaffen und fordern Sie Sitznachbarn dazu auf, seinen oder ihren Platz zu beschränken.
  • Werden Sie begrapscht, reagieren sie sofort: Stellen Sie Öffentlichkeit her! Sagen Sie laut „Hände weg!“ um Aufmerksamkeit zu erregen.

Setzen Sie sich in öffentlichen Verkehrsmitteln nachts in die Nähe der Fahrerin oder des Fahrers und trauen Sie sich, hier notfalls Hilfe zu holen.

Der nächtliche Heimweg

  • Planen Sie im Vorhinein Ihren Heimweg.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Handy (aufgeladen und eingeschaltet) griffbereit ist.
  • Suchen Sie die Nähe anderer Menschen und wählen Sie vorzugsweise belebte und gut beleuchtete Straßen. Nehmen Sie dafür lieber einen Umweg in Kauf.
  • Lassen Sie sich mit dem Auto nicht von Personen, die Sie gerade erst kennengelernt haben, mitnehmen und befördern Sie selbst keine unbekannten Personen in Ihrem Auto.

Bei Übergriffen

Wenn Sie angegriffen werden, ist das oberste Ziel, unbeschadet aus der Gefahrenzone zu gelangen. Erregen Sie Aufmerksamkeit und leisten Sie Widerstand!

  • Machen Sie auf sich aufmerksam. Schreien ist eine der erfolgreichsten Gegenwehrstrategien.
  • Wehren Sie sich, wenn es Ihnen dabei hilft, wegzulaufen.
  • Versuchen Sie an einen Ort zu gelangen, wo Sie gesehen werden oder betätigen Sie alle Klingeln der nahestehenden Wohnhäuser.
  • Fordern Sie mit konkreten Anweisungen zur Mithilfe auf. Zum Beispiel: „Sie mit dem roten T-Shirt, rufen Sie die Polizei!“
  • Wenn Sie Opfer einer Straftat geworden sind, erstatten Sie eine Strafanzeige bei der Polizei, vorzugsweise bei einer Beamtin.
  • Suchen Sie sich nachgehend Hilfe in Beratungseinrichtungen, niemand muss mit dem Erlebten allein bleiben.

Vorbeugen statt Heilen: Ein altes Rezept

Wer vorbereitet ist, erhöht die Chance, sich in Gefahrensituationen richtig zu verhalten.

  • Auseinandersetzung mit generellen Tipps und den wichtigsten Fragen zum Nachhauseweg bietet der Flyer der Gleichstellungsstelle zu K.O.-Tropfen und Partysicherheit für Frauen.
  • In den Frauenzentren, der Volkshochschule Erfurt, beim Stadtsportbund und im Mädchenzentrum werden Kurse, Gespräche und Informationen angeboten, um Gefahrensituationen zu meistern.
  • Achten Sie bei der Auswahl des Angebotes darauf: es sollte weniger um das Erlernen von körperlichen Abwehrtechniken gehen, sondern eher um Empfehlungen zur Selbstbehauptung für ein sicheres Verhalten/Auftreten in der Öffentlichkeit, auf Basis polizeilicher Erfahrungen.

Weitere Informationen und gegebenenfalls Vermittlung über die Gleichstellungsstelle/das Frauenbüro der Stadtverwaltung Erfurt unter der Rufnummer 0361 655-1040.