Jugendfilmtage 2014 in Erfurt

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und Erfurter Partnerorganisationen präsentierten im Erfurter Cine-Star unter dem Motto "Nikotin und Alkohol - Alltagsdrogen im Visier" eine innovative Jugendaktion zur Suchtprävention.

Das Foto zeigt den im Halbdunkel liegenden, gut besetzten Kinosaal.
Foto: Jugendfilmtage in Erfurt Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Am 15. und 16. Juli 2014 wurden im Rahmen der Jugendfilmtage aktuelle Spielfilme für Jugendliche, interessante Mitmach-Aktionen und jugendgerechte Medien unter dem Motto "Nikotin und Alkohol – Alltagsdrogen im Visier“ in attraktiven Kinoveranstaltungen thematisiert. Sie wurden mit Unterstützung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e. V. durchgeführt. Rund 700 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren nahmen gemeinsam mit ihren Lehrkräften an dieser Aktion im Cine-Star Erfurt teil. Dabei wurde gezielt über die gesundheitlichen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums und das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin gesprochen. Filme können wichtige Impulse setzen, damit sich Jugendliche mit dem Thema Alltagsdrogen auseinandersetzen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Filminhalte in der Schule vor- und nachbereitet werden.

Zwei Schülerinnen versuchen unter Verwendung einer Rauschbrille, die den Blickwinkel verzerrt, entlang einer geraden Linie zu laufen.
Foto: Aktionen zum Mitmachen Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Zahlreiche Partner und Mitglieder des Arbeitskreises Suchtprävention Erfurt sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, vielseitige Wissensangebote und ein gutes Gelingen.

Bei Mitmach-Aktionen wie „Weißt du Bescheid?“ oder dem Fragenduell „Denk mit und zeig, was du drauf hast.“ waren die Teilnehmer angehalten, ihr Wissen zu testen. Beim Promille-Run „Voll neben der Spur.“ erlebten die Jugendlichen mit Hilfe aufgesetzter Spezialbrillen einen simulierten Rausch und die damit einhergehende Einschränkung ihrer Wahrnehmungsfähigkeit. In der Filmbox „Dein Set. Deine Meinung.“ konnten Jugendliche eine Botschaft für Gleichaltrige zum Thema Alltagsdrogen formulieren.

Zwei Teilnehmerinnen in angeregter Diskussion am Informationsstand der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e. V.
Foto: Aufklärung zum Kinder- und Jugendschutz Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Für begleitende Lehrkräfte wurde während der Kinotage ein Informationsangebot bereitgestellt. Im Vordergrund standen hierbei methodische Anregungen über die Durchführung von Klassengesprächen zur Suchtprävention, eine thematische Einführung in die gezeigten Spielfilme sowie die Vorstellung der regionalen Angebotslandschaft zur Thematik und die erhältlichen Medien und Materialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der regionalen Partner.

Hinsichtlich des Alkoholkonsums zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativerhebung der BZgA, dass der regelmäßige, d. h. mindestens wöchentliche, Alkoholkonsum bei Jugendlichen in Deutschland weiter rückläufig ist. In der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen ist er von 17,9 Prozent im Jahr 2001 auf 13,6 Prozent im Jahr 2012 gesunken. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren ist gegenüber 2001 kaum eine Veränderung zu verzeichnen (38,4 Prozent). Das Rauschtrinken (Binge-Drinking), also der Konsum von mindestens fünf alkoholischen Getränken bei einer Trinkgelegenheit, ist weiterhin kritisch zu bewerten. Gaben 2004 43,5 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, in den letzten 30 Tagen Rauschtrinken praktiziert zu haben (30-Tage-Prävalenz), so ist diese Quote im Jahr 2012 mit 44,1 Prozent nahezu unverändert hoch. Bei den 12- bis 17-jährigen Jugendlichen hingegen ist dieser Anteil von 22,6 Prozent im Jahr 2004 auf gegenwärtig 17,4 Prozent gesunken.