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DomplatzDomstufenfestspiele Erfurts Architektur und Kultur

Walter Gropius forderte in einem Manifest aus dem Jahr 1919 „die Einheit aller bildenden Künste unter Führung der Baukunst“ und erklärte das handwerklich-technische Können als unerlässliche Grundlage des künstlerischen Schaffens.

Im selben Jahr hatte er in Weimar das Staatliche Bauhaus gegründet – durch den Zusammenschluss der dortigen Hochschule für Bildende Kunst mit der Kunstgewerbeschule und den Werkstätten für gestaltendes Handwerk, Architektur und bildende Künste.

Wohl ist Erfurt lange nicht so stark vom Bauhaus geprägt wie andere deutsche Städte. Dennoch scheint die Landeshauptstadt Thüringens auf ihre ganz eigene Art und Weise prädestiniert, Beleg für Gropius’ Anspruch zu sein.

Wohin auch im mittelalterlichen Stadtkern des Betrachters Auge schweift – allerorten fasziniert eine noch heute beeindruckende Symbiose. Architektonische Kreativität, gepaart mit handwerklichen Meisterleistungen hat sich in zahllosen Gebäuden manifestiert. Viele dieser Bauwerke beherbergen Stätten der Kunst und Kultur.


Marien-Dom und St. SeveriDas neue Opernhaus - Theater Erfurt Dom, Severi und Opernhaus

Bauten wie der Dom oder St. Severi verstärken dabei durch den ihnen eigenen Charakter den faszinierenden Eindruck, dem der Kulturbeflissene gewinnt.

Aber auch die modernen Zeiten haben ihren Beitrag geleistet: Am 12. September 2003 wurde das neue Opernhaus in Erfurt eröffnet. Das neue Haus - ein zwischen Dom und Petersberg gelegen - wird an ca. 350 Abenden im Jahr Oper, Operette, Konzerte, Tanztheater und Schauspielproduktionen bieten.

Der Theaterneubau ist auf dem Gebiet der neuen Bundesländer der erste derartige Bau seit dem Neubau der Oper Leipzig 1960 und dem Wiederaufbau der Semperoper im Jahr 1985. In den alten Ländern ist zuletzt 1995 in Kaiserslautern ein vergleichbar großer Theaterbau fertig gestellt worden.

Das neue Opernhaus

Krämerbrücke Krämerbrücke

Ein Erfurter Kleinod ist die legendäre Krämerbrücke. Seit 1325 überspannt sie als steinerne Bogenbrücke die Gera, wo dereinst die Via regia den Fluss querte. Die Krämerbrücke ist mit ihren 120 Metern die längste und mit 32 Häusern die einzig komplett bebaute und bewohnte Brücke nördlich der Alpen.

Heute noch leben und arbeiten hier Menschen, die besonders stolz darauf sind, Krämerbrücken-Bewohner zu sein. Die Häusern einen Wohnraum, Ateliers von Kunsthandwerk und Gastronomie unter den Giebel, die sich einander zuzuneigen. Ganz so, wie die Einwohner hier einander zugetan sind.


Museum für Thüringer Volkskunde Museum für Thüringer Volkskunde

Eine ganz eigene Verbindung von erbauter, gebauter Geschichte und Hort der Lebensart und Kultur der Thüringer findet sich am Juri-Gagarin-Ring im Museum für Thüringer Volkskunde. Es ist in einem der ältesten Steingebäude der Stadt untergebracht. Das Haus wurde 1547 als Herrenhaus für das städtische Hospital errichtet und dient bereits seit 1882 musealen Zwecken.

Volkskundemuseum

Angermuseum Angermuseum

Im Herzen der Erfurter Altstadt, direkt an der Kreuzung von Anger und Bahnhofstraße, steht das mit reichem plastischem Schmuck versehene Gebäude des Angermuseums. Als Pack- und Waagehof zwischen 1706 und 1712 unter dem kurmainzischen Statthalter Philipp Wilhelm Reichsgraf von Boineburg und Erzbischof Lothar Franz von Schönborn errichtet, ist es einer der wichtigsten Neubauten zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die Gründung des Museums 1886 geht auf die Stiftung des künstlerischen Nachlasses des in Erfurt geborenen Romantikers Friedrich Nerly zurück.

Angermuseum