Lutherdenkmal von Prof. Fritz Schaper, Berlin

Am Anger, neben der Kaufmannskirche, befindet sich das Erfurter Lutherdenkmal. Der Standort neben der Kirche wurde gewählt, da Luther hier 1522 mit einer Predigt einen Konfessionsstreit geschlichtet hat.

Abbild einer Person auf einem Sockel, dahinter eine Kirche.
Foto: Erfurt, Lutherdenkmal vor der Kaufmannskirche Foto: © Tourismus Gesellschaft Erfurt, Foto: Barbara Neumann

"Ich werde nicht sterben, sondern leben..."

Das Luther-Denkmal zeigt den Reformator mit der geöffneten Bibel in der linken Hand. Das Sockelrelief stellt an drei Seiten Erfurter Stationen aus dem Leben des Reformators dar: Luther als Student im Freundeskreis, sein Abschied vor dem Eintritt ins Kloster und der festliche Empfang an der Universität im April 1521 in Erfurt auf dem Weg nach Worms.

Auf der Vorderseite ist der Vers 17 des Psalms "Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkünden." zu lesen.

Der Standort wurde neben der Kaufmannskirche gewählt, da in dieser Kirche Martin Luther 1522 mit einer Predigt einen Konfessionsstreit geschlichtet hat.

Prof. Fritz Schaper, Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, schuf das Denkmal

Auf Wunsch der Landesversammlung des Evangelischen Bundes im Jahr 1881 sollte in Erfurt ein Luther-Denkmal errichtet werden. 1883, im Lutherjahr, wurde der Lutherdenkmal-Verein gegründet, der Spenden für die Errichtung dieses Denkmals sammelte. Der Berliner Bildhauer Prof. Fritz Schaper erhielt den Auftrag, Martin Luther als überlebensgroße Statue darzustellen.

Prof. Schaper entschied sich, Luthers Bekennermut, seine Standhaftigkeit im Glauben und die Entschlossenheit zu reformatorischem Wirken durch Körperhaltung und Gebärden hervorzuheben.

Fritz Schaper wurde 1841 in Alsleben geboren und starb 1919 in Berlin. Der Bildhauer war seit 1880 ordentliches Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.

Enthüllung im Jahre 1889

Feierlich enthüllt wurde das Luther-Denkmal auf dem Erfurter Anger am 30. Oktober 1889.

Weitere Werke schuf der Bildhauer Fritz Schaper, der Studienreisen nach Amerika, Griechenland, Italien und Frankreich unternommen hatte, für Aachen (Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I),  Berlin (Goethe-Denkmal, 1880, Standbild in der Berliner Siegesallee im Tiergarten, 1901, seit 1978 im Berliner Lapidarium, Standbild des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, zerstört), für Eckernförde (Standbild des Großen Kurfürsten), für die Stadt Essen (Alfred-Krupp-Standbild, 1889) und für die Stadt Geldern (Standbild Kaiser Wilhelm I.)

Das Sockelrelief am Denkmal stellt an drei Seiten Erfurter Stationen aus dem Leben des Reformators dar.