Gemäldegalerie im Angermuseum

Am 27. Juni 1886 wurde hier - zunächst auf einer Etage - das Städtische Museum eröffnet, um die Schenkung des künstlerischen Nachlasses von Friedrich Nerly (1807-1878) zu bewahren und öffentlich zu präsentieren. Von Beginn an war das Engagement der Bürger die entscheidende Voraussetzung für den Aufbau der Sammlungen mit dem regionalen Schwerpunkt Erfurt und Thüringen. Darüber hinaus konzentrierte sich das Sammlungskonzept der Gemäldegalerie früh auf Malerei aus Deutschland vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart sowie auf die Gattungen Landschaft, Porträt und Stillleben.

Deutsche Landschaftsmalerei, Stillleben und Porträts

auf einem großen Platz in Venedig, ein Ausschnitt einer Häuserwand, Mondschein und eine Lagune in der viele mittelalterlich anmutende Schiffe liegen
Foto: © Angermuseum Erfurt
Seit ihrer Gründung aus dem künstlerischen Nachlass des in Erfurt geborenen Spätromantikers Friedrich Nerly konzentriert sich die Gemäldegalerie auf Deutsche Landschaftsmalerei, Stillleben und Porträts. Im 18. Jahrhunderts dominieren zunächst Porträts und Stillleben.
 
Um die Werke des Erfurter Malers Jacob Samuel Beck, die eine bürgerlich geprägte Welt reflektieren, gruppieren sich Werke aus höfischen Zentren. Den Schwerpunkt der Erfurter Galerie bilden die Gemälde des 19. Jahrhunderts, in der überwiegenden Zahl Landschaften. Eine ideale "Weltlandschaft" des Klassizisten J. A. Koch, eine symbolische Landschaft von C. D. Friedrich, dem großen Romantiker, und ein Landschaftsbild des kühnen frühen Realisten C. Blechen stehen für die drei grundsätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten in der ersten Jahrhunderthälfte. Die Spätromantik ist mit Gemälden von Achenbach, Schirmer, Rottmann, Preller und Spitzweg präsent, auch die stimmungsvollen Venedigansichten von Nerly sind der späten Romantik zuzurechnen.

Den Durchbruch zum Realismus repräsentieren Werke der Weimarer Malerschule, die in der Sammlung des Angermuseums als in sich geschlossene Abteilung äußerst qualitätvoller Gemälde hervorragend vertreten ist. Glanzlichter in der Sammlung setzen Bilder der Meister des deutschen Impressionismus und die nach der Beschlagnahmung 1937 verbliebenen bzw. später erworbenen Werke der ehemaligen Modernen Abteilung.