Die Sammlungen im Angermuseum

  • zwei stehende Terrakotta Figuren, mit Querflöte und Vogelkäfig

    Friedrich Elias Meyer, Zwei Malabarinnen, Porzellanmanufaktur Meißen, um 1750/60

    Zwei zauberhaft, exotisch anmutende Schönheiten, die zu einer Gruppe von sechs Terrakotta-Figuren, Paaren mit männlichen Pendants gehören. Die Figuren wurden von dem Erfurter Friedrich Elias Meyer, einer der bedeutendsten deutschen Figurenmodelleure des 18. Jahrhunderts geschaffen

    Foto: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban
  • Dargestellt ist die Szene nach dem Markus-Evangelium (10, 14-16), in der Jesus zu seinen Jüngern spricht: "Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie."

    Lucas Cranach d. Ä., Lasset die Kinder zu mir kommen, nach 1537 Mischtechnik auf Holz, 70,6 x 121,3 cm

    Die Erfurter Variante der Darstellung Christi als Kinderfreund ist eine protestantischen Bildthematik, die Luthers Meinung illustriert, der Glaube bedürfe nicht des Intellekts oder des lernenden Wissens.

    Abbildung: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban
  • Stadtansicht von Erfurt, blaue Wasserfarben

    Christian Rohlfs, Dom und Severikirche in Erfurt, 1924 Wasserfarben auf Papier, 51,4 x 71,5 cm

    Die "blaue" Fassung mit ihren tiefen Blau- und warmen Ockertönen gilt heute als eines der schönsten Werke der Erfurter Sammlung. Sakrale Architektur und die Weite des Himmels verschmelzen darin zur transzendenten Einheit.

    Abbildung: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban
  • ausgemalter gewölbter Raum in ocker und braun Tönen

    Erich Heckel-Raum „Lebenstufen“, 1922-1924

    Auf Anregung von Museumsdirektor Walter Kaesbach malte Erich Heckel von 1922 bis 1924 einen kleinen, hochgewölbten Erdgeschossraum im Angermuseum aus. Die Malereien in Sekkotechnik zählen heute zu den wichtigsten großflächig erhaltenen Wandbilder des deutschen Expressionismus.

    Abbildung: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban

Mitten in der Erfurter Altstadt, an der Kreuzung von Anger und Bahnhofstraße, beherbergt ein prächtiges Barockgebäude das Kunstmuseum in der Landeshauptstadt Thüringens.

Als Pack- und Waagehof zwischen 1706 und 1712 unter dem kurmainzischen Statthalter Philipp Wilhelm Reichsgraf von Boineburg und Erzbischof Lothar Franz von Schönborn errichtet, war das Bauwerk einer der wichtigsten Neubauten für die zu Beginn des 18. Jahrhunderts wieder aufblühende Handelstätigkeit in Erfurt.

Am 27. Juni 1886 wurde hier der Grundstein für ein Städtisches Museum in Erfurt gelegt, welches zunächst in der angemieteten ersten Etage eine Gemäldegalerie eröffnete. Schnell wuchsen die Bestände durch die Initiative der Bürgerschaft, durch Schenkungen und Ankäufe, so dass das Museum um die Jahrhundertwende unter einem integralen kultur- und naturhistorischen Konzept auf mehrere Gebäude in der Stadt verteilt war.

Seit den 1920er Jahren entwickelte sich das Angermuseum immer mehr zu einem Kunstmuseum mit starker kulturhistorischer Prägung. Heute beherbergt das Museum in neukonzipierten Schausammlungen die Abteilung mittelalterlicher Kunst Erfurts und Thüringens, die Gemäldegalerie deutscher Landschaftsmalerei, Stillleben und Porträts, die kunsthandwerklichen Sammlungen mit ihren Kostbarkeiten, sowie einen umfangreichen Bestand an Grafik und Handzeichnungen.