Angermuseum: Veranstaltungen Juli 2013

Das Angermuseum lädt im Juli zu zahlreiche Veranstaltungen wie Führungen, Vorträge und Kunstpausen ein. Im Rahmen der Sonderausstellung "Henry van de Velde. Ein Universalmuseum für Erfurt" finden zu dem die Aktionen "Kunstwerk des Monats" und eine Themenführung, die sich mit den Museumsbauten van de Veldes beschäftigt, statt.

Führungen, Vorträge und Kunstpausen am Mittag

Museumsmitarbeiterin stellt ein Objekt einem Publikum in der Gemäldegalerie vor.
Foto: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban

Veranstaltungen des Angermuseums und Projekte im Rahmen der Sonderausstellung

Öffentliche Führungen durch die Dauerausstellung
donnerstags, 15 Uhr

Kunstpause am Mittag
mittwochs, 13 Uhr (Eintritt frei)


Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung
dienstags und sonntags, 15 Uhr


Donnerstag, 4. Juli 2013, 13 Uhr | Kunstwerk des Monats
Kuratoren des Angermuseums stellen ein ausgewähltes Kunstwerk der Sonderausstellung vor

Dienstag, 9. Juli 2013, 18:00 Uhr | Antje Neumann und Linda Tschöpe, Klassik Stiftung Weimar | »La ligne est une force...Einblicke in Henry van de Veldes kunstgewerbliches Œuvre«

 Donnerstag, 11. Juli 2013, 13 Uhr | Themenführung
„Der Architekt Henry van de Velde und seine Museumsprojekte“ durch die Sonderausstellung "Henry van de Velde. Ein Universalmuseum für Erfurt", mit Elke Beilfuß, M.A.

Dienstag, 16. Juli 2013, 18:00 Uhr | Dr. h.c. Andreas Hüneke, FU Berlin, Kunsthistorisches Institut | »Chaotiker und Farbenklexer« – Die Aktion » Entartete Kunst « im Angermuseum

Kunstwerk des Monats

Porträt Edwin Redslob
Foto: Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) Porträt Edwin Redslob 1924 Öl/Leinwand, Brücke-Museum Berlin, Dauerleihgabe der Pressestiftung Tagesspiegel Foto: © Brücke-Museum Berlin, Dauerleihgabe der Pressestiftung Tagesspiegel

An jedem ersten Donnerstag im Monat  stellen die Kuratoren des Hause ein ausgewähltes Kunstwerk aus der Sonderausstellung vor.

"Lieber Herr Redslob, Ihr Portrait ist fertig und zählt nach meiner Meinung zu den besten Arbeiten dieser Art, die ich geschaffen habe. (…)". Diese Zeilen schrieb Kirchner am 17. Oktober 1924 an Edwin Redslob, der ihn einen Monat vorher auf der Stafelalp bei Davos besucht hatte.

Das Porträt zeigt Edwin Redslob im Wohnraum des Wildbodenhauses und es zählt zu den Besonderheiten dieses Bildes, dass die beiden seitlichen Landschaften sowohl Fensterdurchblicke auf die Bergwelt als auch Gemälde von Kirchner sein könnten. Das Bildnis gehört zu einer Reihe von "Freundschaftsbildern", die zwischen 1924 und 1927/28 entstanden. Typisch für Kirchners Stil dieser Jahre ist der strenge Bildaufbau und die gesteigerten, leuchtenden Farbkontraste von Komplementärfarben und auch von Farben, die im Farbenkreis eng beieinander liegen: So modellierte Kirchner den Kopf Redslobs spannungsvoll aus lilafarbenen Schattenpartien und leuchtend hellen Rottönen. Der Kopf grenzt unmittelbar an die obere Bildkante, so dass der Porträtierte wie eingespannt in das Bildrechteck und in das grün abgesetzte obere Bildfeld erscheint. In einem bebilderten Buch blätternd, blickt Redslob sinnierend seitlich am Betrachter beziehungsweise Maler vorbei.

Auf negative Berliner Zeitungskritiken reagierte Kirchner in einem bekenntnishaften Tagebucheintrag vom 9. Dezember 1926: "[…] Meine Porträts von Gosebruch und Redslob unähnlich? Natürlich sind es keine Fotos, das gehört nicht zur Kunst. Aber gerade bei diesen beiden habe ich gelöst, was ich im Porträt anstrebe: Das Herausarbeiten des Charakters mit Form und Farbe. Meine neuen Mittel der Form geben diese Köpfe absolut. Den blonden Träumer Redslob mit Orange, Blau und Grün. Gosebruch den mystischen Denker und sinnlichen Mann mit Blau und Rotviolett. Aber meine Kunst ist heute den Menschen noch genau so fremd wie damals 1914. Keiner nimmt sich die Mühe, ein solches Bild mit gutem Willen anzuschauen, es zu fragen. Jeder will seine kleinliche Seele gespiegelt haben. Keiner gibt sich Mühe, die neuen Mittel zu untersuchen. Dabei sind doch diese das, was die Moderne überhaupt möglich macht. […]"

Themenführung

kniender Knabe mit verschränkten Armen, weißer Marmor vor schwarzem Hintergrund
Bild: George Minne (1866 - 1941) Kniender Knabe, um 1906, weißer Marmor mit grauen Inklusionen, Bild: © Angermuseum Erfurt

Der Architekt Henry van de Velde und seine Museumsprojekte

am Donnerstag, 11. Juli um 13 Uhr im Rahmen der Sonderausstellung „Henry van de Velde. Ein Universalmuseum für Erfurt” im Angermuseum (geführt von Elke Beilfuß M.A.)

Henry van de Veldes Entwürfe blieben oftmals Visionen. Für das renommierte Erfurter Projekt, dem ein öffentlicher Architekturwettbewerb folgen sollte, bedeutete der Ausbruch des Ersten Weltkrieges das Ende. Die Innengestaltung des Karl-Ernst-Osthaus-Museum ist ein frühes Projekt, das den beginn der Arbeit Henry van de Veldes in Deutschland kennzeichnet. Für das Ehepaar Kröller-Müller entwarf van de Velde in den 1920er Jahren Ausstellungsbauten von enormer Größe und kolossaler Ausgestaltung. Realisiert wurde letztlich 1938, jedoch ein schlichter, pavillonartiger Bau  von zeitloser Schönheit.

Zum Van-de-Velde-Jahr 2013 stellt das Angermuseum Erfurt die Pläne und Modelle des vor 100 Jahren von Henry van de Velde entworfenen Universalmuseums für Erfurt aus. In der Themenführung am Donnerstag, 11. Juli 2013 um 13.00 Uhr geht die Kulturwissenschaftlerin Elke Beilfuß der Frage nach, welche gestalterischen Aspekte der belgische Alleskünstler Henry van de Velde in seinen Museumsprojekten verfolgte.