Angermuseum: Veranstaltungen September 2013

Das Angermuseum lädt zu zahlreiche Veranstaltungen wie Führungen, Vorträge und Kunstpausen ein. Im Rahmen der Sonderausstellung "Henry van de Velde. Ein Universalmuseum für Erfurt" finden zudem die Aktion "Kunstwerk des Monats" und eine Themenführung, die sich mit den Museumsbauten van de Veldes beschäftigt statt. Außerdem veranstaltet das Angermuseum zu verschiedene Ferienworkshops und Kinderführungen.

Führungen, Vorträge und Kunstpausen am Mittag

Museumsmitarbeiterin stellt ein Objekt einem Publikum in der Gemäldegalerie vor.
Foto: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban

Veranstaltungen des Angermuseums und Projekte im Rahmen der Sonderausstellung

Öffentliche Führungen durch die Dauerausstellung
donnerstags, 15 Uhr

Kunstpause am Mittag
mittwochs, 13 Uhr (Eintritt frei)

Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung
dienstags und sonntags, 15 Uhr

Dienstag, 20. August 2013, 18 Uhr |Vortrag
"Alfred Hess und sein Umfeld" von Dr. Babett Forster, Friedrich-Schiller-Universität Jena. Eine Veranstaltung im Rahmen der Sonderausstellung "Henry van de Velde. Ein Universalmuseum für Erfurt" (Eintritt frei)

Mittwoch, 21. August bis Freitag 23. August 2013, jeweils 10-14 Uhr | Ferienworkshop
in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Imago. Thema: "Wir planen und entwerfen ein Museum für Kinder". Mit Sabine Cozacu und Thomas von Taschitzki. Für Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren; (Anmeldung erforderlich unter angermuseum@erfurt.de)

Dienstag, 3. September 2013, 15 Uhr | Vortrag
Warum wir erst seit 100 Jahren wissen, was öffentliche Kulturpolitik ist. Edwin Redslob und die Impulse seiner Zeit; Referent: Tobias J. Knoblich, Kulturdirektor der Stadt Erfurt

Sonntag, 8. September 2013, 15 Uhr | Abschlussführung
durch die Sonderausstellung „Henry van de Velde. Ein Universalmuseum für Erfurt“ mit Elke Beilfuß, M.A.

Veranstaltungen im Rahmen der Denkmalwoche im Angermuseum und der Barfüßerkirche

ausgemalter gewölbter Raum in ocker und braun Tönen
Bild: Erich Heckel-Raum „Lebensstufen“, 1922-1924 Bild: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban

Veranstaltungen im Rahmen der Denkmalwoche
im Angermuseum und der Barfüßerkirche 2. September - 8. September 2013

Mittwoch, 4. September 17.00 Uhr | Vortrag in der Barfüßerkirche
"Geschichte und Spiritualität des Franziskanerordens in Thüringen",  Vortrag von Dr. Johannes Schlageter OFM (Fulda). Ort: Chor der Barfüßerkirche. Eine Veranstaltung im Rahmen der Denkmalwoche

Donnerstag, 5. September, 17.00 Uhr | Veranstaltung in der Barfüßerkirche
„Im Spiegel - Geschichten zwischen Morgenland und Abendland" - Märchenhaftes und Bedenkenswertes. Lesung aus den Fioretti des Heiligen Franziskus, den Märchen aus 1001 Nacht und anderen Texten mit Reinhard Friedrich und Wolfgang Kaiser. Ort: Chor der Barfüßerkirche (Eine Veranstaltung im Rahmen der Denkmalwoche)

Freitag, 6. September 2013, 14.00 Uhr | öffentliche Führung im Angermuseum
im Rahmen der Denkmalwoche, Thema: "Translozierung von Denkmal-Elementen aus anderen Gebäuden ins Angermuseum", mit Karin Kosicki, Chefrestauratorin, Zentrale Restaurierungswerkstätten der Stadt Erfurt

Freitag, 6. September 2013, 15.30 Uhr | öffentliche Führung im Angermuseum
im Rahmen der Denkmalwoche, Thema: „Die Geschichte des Heckelraumes in der Zeit des Nationalsozialismus – daraus resultierende Schäden und deren Restaurierung“, mit Karin Kosicki, Chefrestauratorin, Zentrale Restaurierungswerkstätten der Stadt Erfurt

Freitag, 6. September, 17.00 Uhr | Vortrag in der Barfüßerkirche
"Klimatische Probleme historischer Gebäude mit moderner Nutzung" - Vortrag von Dr. Thorsten Brokmann (Ilmenau) im Chor der Barfüßerkirche. (Eine Veranstaltung im Rahmen der Denkmalwoche)

Samstag, 7. September, 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr | Veranstaltung in der Barfüßerkirche
Musiknachmittag für Kinder in der Ruine der Barfüßerkirche, mit Kurzführungen durch die Barfüßerkirche (Kinderchor, Instrumentalgruppen, Musikalisches Mitmachtheater) In Zusammenarbeit mit dem Verein „Kinder auf die Bühne“ e.V./Musikwerk Fränzel

Sonntag, 8. September, 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr | Veranstaltung in der Barfüßerkirche
Turmbesteigung in der Barfüßerkirche (im Rahmen der Denkmalwoche)

Ausstellungseröffnung am 28.09.2013, um 16 Uhr im Angermuseum

dunkelblauer Hintergrund mit Bäumen und weißen Linen durchzogen.
Bild: Blauer Nachtwald-I, 2011, Öl auf Leinwand, 140x140cm Bild: © VG Bildkunst-Bonn, 2013

Frank Berendt studierte an der HGB Leipzig Malerei und Grafik bei Prof. Arno Rink. Sein Werk wird zur Neuen Leipziger Schule gezählt, doch lässt es sich stilistisch nicht in der Nachbarschaft zu Neo Rauch, Tilo Baumgärtel  u a. einordnen, denn Berendt, obwohl auch ein klassischer Maler, meidet das Erzählerische. Aus gestischen Linien entwickelt sich die Komposition hin zum Figürlichen, das er im Verharren erfasst, er bringt so Stillleben, Landschaften und Porträts zur Ruhe.

Das Angermuseum zeigt erstmals Werkgruppen, die verdeutlichen, wie der Künstler über einen langen Zeitraum eine Fragestellung umkreist. In Malerei und Videokunst arbeitet er an der Unmöglichkeit des eingefrorenen und dem Festhaltenwollen des flüchtig Schönen.

Biografie
1964 geboren in Leipzig / 1988–1995 Studium Malerei, Grafik und Videokunst an der HGB Leipzig
Diplom mit Auszeichnung, Meisterschüler / 1988–1995 Arbeit in der Performergruppe „The oval
language“ (T.O.L.) / 1993–1998 Studienreisen u. a. Marokko, Israel, Nordirland, Indien
seit 2001 ordinierter Zen-Mönch / lebt und arbeitet in Leipzig

Zur Ausstellung erscheint die Publikation: Frank Berendt. Stehende Strömung; Herausgegeben von
Frank Berendt; Texte von Anja Kampmann, Kai Uwe Schierz, Elisa Tamaschke, ca. 96 Seiten; Kerber
Verlag (deutsch/englisch)

Frank Berendt. Stehende Strömung
Malerei und Video
28.09. – 24.11.2013

Eröffnung am 28.09.2013, um 16 Uhr

Kunstwerk des Monats September

stehende Frau aus Birnenholz, teils vergoldet
Foto: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban

Das Streben nach dem Urgeistigen prägt die Form der Stehenden Frau. Sie ist anderen Holzskulpturen dieser Zeit eng verwandt, so dem vergoldeten Relief Frau mit Säugling von 1919, der Thüringer Mutter mit zwei Kindern und dem Frauenakt mit Tuch – beide 1920 entstanden und von dem Erfurter Sammler Alfred Hess erworben. Auf einer vorbereitenden Zeichnung für „Holz“ lassen die Kopfhaltung und das verhaltene Standmotiv der weiblichen Figurenstudien bereits die Skulptur anklingen, sind sonst jedoch noch stark dem Erleben vor der Natur verpflichtet. Dagegen weist die teilvergoldete Holzskulptur der Stehenden Frau deutliche Merkmale formaler Stilisierung auf: so im maskenhaft strengen Gesicht, in der Gestaltung des Haars und der Extremitäten, überhaupt in der flächig-linearen Gliederung von Körperpartien. Sie lassen an die Figuration romanischer Bronzeplastik denken, wie sie z. B. die Hochreliefs der Hildesheimer Bernwardstür überliefern. Während die Nacktheit der Frau den Aspekt ursprünglicher Kreatürlichkeit betont, verleiht die Vergoldung der Darstellung eine transzendente Weihe, welche die Stehende Frau gleichsam zum profanen Kultbild werden lässt.

Seit 1924 im Bestand des Museums, soll sie - verborgen in einem Wäschekorb - der Aktion „Entartete Kunst“ entgangen sein. (Text: Dr. Miriam Krautwurst)