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Willy-Brandt-Denkmal: Willy Brandt

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Willy Brandts Erinnerungen
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Biografie Willy Brandt
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Willy Brandts Erinnerungen

"Der Tag von Erfurt. Gab es einen in meinem Leben, der emotionsgeladener gewesen wäre? Jenseits der deutsch-deutschen Grenze winkten entlang der Strecke Menschen, obwohl die Volkspolizei hätte einschreiten sollen; aus den Fenstern grüßten Frauen, wie ihre Männer von und vor den Arbeitsplätzen. [...] Willi Stoph erwartete mich am Bahnhof, von dem wir zum Hotel ´Erfurter Hof´ hinübergingen. Es hatte sich jene große Menge eingefunden, die ihrer Freude durch Zurufe Ausdruck gab. Als ich mich zurückgezogen hatte, tönte es in Sprechchören: ´Willy Brandt ans Fenster!´ Dem folgte ich nicht gleich, dann aber doch, um mit der Gestik der Hände um Zurückhaltung zu bitten. Ich war bewegt und ahnte, dass es ein Volk mit mir war. Wie stark musste das Gefühl der Zusammengehörigkeit sein, das sich auf diese Weise entlud! Aber es drängte sich die Frage auf, ob hier nicht Hoffnungen aufbrachen, die nicht – so rasch nicht – zu erfüllen waren. Ich würde am nächsten Tag wieder in Bonn sein. Konnte ich sicher sein, ob mein Einfluss zugunsten derer ausreichte, die wegen ihrer sympathischen Demonstration mit einer weniger sympathischen Obrigkeit in Konflikt gerieten?"

Willy Brandt: Erinnerungen. Mit den "Notizen zum Fall G".
Berlin/Frankfurt a. M.  1994.  S. 226.

  Willy Brandt 1990 in dem Zimmer aus dem er 1970 gewunken hat (Heute: "Willy- Brandt-Zimmer")

Biografie Willy Brandt

Willy Brandt (1913-1992) gehört zu den bedeutendsten und populärsten Politikerpersönlichkeiten der neueren deutschen Geschichte. Neben vielem anderen verbindet sich sein Name insbesondere mit der 1969 eingeleiteten "inneren Demokratisierung" der Bundesrepublik sowie der Entspannungspolitik gegenüber dem "Ostblock" einschließlich der DDR. So wurde Brandt unter seltener Fokussierung auf eine Persönlichkeit im Westen wie im Osten charismatischer Hoffnungsträger und gehasstes Feindbild zugleich. Der Erfurter Gipfel 1970 sollte dies in beeindruckender Form demonstrieren.

Bevor Willy Brandt jedoch vom Bundestag am 20. Oktober 1969 zum ersten sozialdemokratischen Kanzler der Bundesrepublik gewählt wurde, hatte er bereits eine bewegte Vita hinter sich. Am 18. Dezember 1913 in Lübeck als Herbert Frahm geboren, trat er 1930 der SPD bei, wechselte aber schon 1931 zur abgesplitterten Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP). Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 musste er nach Norwegen, 1940 nach Schweden emigrieren, wo er den Namen Willy Brandt annahm und als Journalist arbeitete.

1947 endgültig nach Deutschland zurückgekehrt, startete Brandt eine Politikerkarriere in der SPD, die ihn zum Regierenden Bürgermeister von Westberlin (1957-66) und Außenminister der Großen Koalition (1966-69) werden ließ. 1969 rückte er schließlich zum Regierungschef der Bundesrepublik auf, der sich durch seine "Ostpolitik" internationale Anerkennung verschaffte.

1974 folgte durch die Affäre um den DDR-Spion Günther Guillaume das abrupte Ende der Kanzlerschaft Brandts, die innenpolitisch nicht alle hochfliegenden Hoffnungen hatte erfüllen können. Als die große Integrationsfigur der SPD blieb er jedoch bis 1987 Parteivorsitzender.

1976 wurde der Friedensnobelpreisträger (1971) Vorsitzender der Sozialistischen Internationale. Friedliche Revolution und Wiedervereinigung 1989/90 erlebte Willy Brandt als spätes Geschenk und verlieh ihnen die vielzitierten Worte: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört." Er verstarb am 8. Oktober 1992 in Unkel am Rhein.

  Verleihung des Friedensnobelpreises, Oslo, Dezember 1971

externe Informationen: Willy-Brandt-Verein

externe Informationen: Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

 

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