Elektrotechnik und Elektronik prägen die Gesellschaft seit mehr als 100 Jahren technisch, wirtschaftlich und sozial. Dabei spielten auch das Thüringer Handwerk und die Industrie eine wichtige Rolle. So schufen die Thüringer Glashütten die Voraussetzungen für die Entwicklung und Produktion von Röntgen- und Elektronenröhren. Der Bau von Hochspannungsisolatoren ist ohne die Hermsdorfer Porzellanindustrie kaum denkbar. Und im ehemaligen Funkwerk Erfurt sind noch bis ins Jahr 1990 Oszillographenröhren hergestellt worden.
Nun barg aber der mit dem Ende der DDR einhergehende industrielle Umbruch die Gefahr, dass viele der für diesen Wirtschaftsbereich typischen Maschinen, Ausrüstungen, Technologien und Dokumentationen unwiederbringlich verloren gehen. Um das zu verhindern, gründeten Handwerker, Ingenieure, Angestellte und ehemalige Funkwerker am 15. September 1990 den Förderverein "Thüringer Museum für Elektrotechnik e. V.". Sie wollten diese elektrotechnischen Zeitzeugen nicht nur zu bewahren, sondern sie zugleich für den Aufbau eines technischen Spezialmuseums in der Landeshauptstadt Erfurt nutzen. Bereits nach kurzer Zeit platzte die Sammlung des Vereins, die eine Vielzahl von Sachzeugen aus der Geschichte der Elektrotechnik und Elektronik umfasste, aus allen Nähten.
Nach mehreren Provisorien und Umzügen konnten am 30. September 2000 die heutigen Ausstellungsräume in der Erfurter Schlachthofstraße 45 bezogen werden. Damit war das Elektromuseum in der Landeshauptstadt Erfurt Realität. Hier sind die Exponate aus einem der vielseitigsten Gebiete der Technik- und Industriegeschichte auf etwa 300 m² Ausstellungsfläche jetzt dauerhaft zu sehen.
Mit der Ausstellung sollen vor allem Schülerinnen und Schüler der Thüringer Schulen angesprochen werden, um sie für naturwissenschaftliche und technische Probleme zu interessieren und für einen entsprechenden Beruf oder ein Studium zu gewinnen.