Museum für Thüringer Volkskunde

Wie die "kleinen Leute" im Thüringen der vergangenen 200 Jahre arbeiteten und lebten, wohnten und feierten, sich kleideten, wie sie geboren wurden und starben, was man aß und trank, wem man vertraute oder auch nicht, wonach man sich sehnte – all dies und vieles mehr ist im Volkskundemuseum zu entdecken. Statt einer Zeitmaschine erwartet die Besucher als Mitfahrgelegenheit in frühere Tage der Jahrhundertschrank. Seine Inhalte – Objekte, Klänge, Bilder – führen durch das Haus mit seinen spannenden Ausstellungen und vielfältigen Veranstaltungen.

Verschiedene Kästen mit Schubfächern. Zwei Menschen lesen.
Foto: Jahrhundertschrank im Museum für Thüringer Volkskunde Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Kontakt und Vorstellung

Marina Moritz
Direktorin
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Juri-Gagarin-Ring 140a
99084 Erfurt
Thüringen

Juri-Gagarin-Ring 140a, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Leistungen:
Präsentation von Dauer- und Sonderausstellungen, Präsentation von Schaudepots, Führungen, museumspädagogische Angebote, Sonderveranstaltungen (vor allem im Museumshof), Beratungstätigkeit und Workshops zu fachrelevanten Fragen, Publikationen für breite Zielgruppen, Vermietung des Brauhauses für öffentliche und private Nutzer Kooperation mit anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen Erfurts, Thüringens und Deutschlands

Öffnungszeiten

Dienstag - Sonntag 10:00 - 18:00 Uhr

Führungen nach Voranmeldung
Museumspädagogische Angebote nach Voranmeldung

Hinweis für Rollstuhlfahrer

Ebenerdiger Zugang bis Haupteingang, dann 2 Stufen zur Kasse, weitere 3 Stufen zu den Ausstellungsräumen im EG und Lastenaufzug, der zu den 3 Ausstellungsetagen genutzt werden kann.

Hinweis für Gehbehinderte Gäste

Ebenerdiger Zugang bis Haupteingang, dann 2 Stufen zur Kasse, weitere 3 Stufen zu den Ausstellungsräumen im EG und Lastenaufzug, der zu den 3 Ausstellungsetagen genutzt werden kann, Gehbehinderten wird Hilfe angeboten.

Hinweis für Blinde und Sehbehinderte Gäste

Ausstellungsbereich mit Hörstationen

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Juri-Gagarin-Ring 140a
99084 Erfurt
Thüringen

Juri-Gagarin-Ring 140a, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Sprechzeiten:
Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Ein historisches Gebäude mit Krüppelwalmdach, darauf der Schriftzug "Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt".
Foto: Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Das Haus

Das Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt gehört zu den größten volkskundlichen Museen Deutschlands. Bewahrt und präsentiert werden vielfältige Objekte der ländlichen Sachkultur der Jahrzehnte zwischen 1800 und 1920: Möbel, Hausrat, Arbeitsgeräte, Textilien, Glas, Keramik, Schmuck, religiöse Gegenstände und Objekte der Volkskunst. Ein Sammlungsbestand zur Alltagskultur der DDR ist im Aufbau.

Darüber hinaus ist das Museum im Freistaat Thüringen das Zentrum volkskundlicher Forschung und Arbeit:

  • thematisch breit gefächerte, einem modernen Verständnis von Volkskunde verpflichtete Ausstellungen und Publikationen
  • Schaudepots, die Maßstäbe für die Magazinierung von Kulturgut setzen
  • Fachbibliothek und Archivbestände zur regionalen und überregionalen Volkskunde
  • dem Haus angeschlossene Volkskundliche Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen, die nicht kommerziellen Nutzern fundierte kostenlose Fachberatung bietet
  • Durchführung wissenschaftlicher Tagungen, Kolloquien und Workshops
  • Geschäftsstellen der Thüringischen Vereinigung für Volkskunde e. V. und der Volkskundlichen Kommission für Thüringen e. V.

Untergebracht ist das 1955 gegründete Museum im ehemaligen Herrenhaus des Großen Hospitals, dessen Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.

Ständige Ausstellungen

Ein historisches schwarz-weiß-Foto mit der Abbildung von 11 typisch-thüringer Fachwerkhäusern. Davor jeweils Zäume. Auf der unbefestigten Straße stehen vier Erwachsene und etliche Kinder. Ein Leiterwagen steht auf der Straße.
Foto: Dorfstraße in Eicha, 1905 Foto: © Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt, Inv. Nr. 645

"Erfahren – verändern – beharren. Dorfleben im 19. Jahrhundert"

Wie ein Puzzle formen die einzelnen Ausstellungsabschnitte ein Bild über Thüringer Dorfleben im 19. Jahrhundert, über gelebte Werte, den Wandel von Technologien, über Krisen und Glücksmomente. Familien- und Einzelschicksale konkretisieren und emotionalisieren das Gesehene und Gelesene: das Dorf war weder heile Welt noch Inkarnation von Rückständigkeit.

Eine mit Blumen geschmückte und wahrscheinlich in Messing ausgeführte Krone ist mit weinroten Bändern verziert.
Foto: Brautjungfernkrone (Hormt), Altenburg, Mitte 18. Jahrhundert Foto: © Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt, Inv. Nr. 12014

"Trachten machen Leute. Ländliche Kleidungsstile im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert"

Tracht stellte im 19. Jahrhundert weit mehr als nur eine Kleidungsform dar. Vielmehr geriet sie zum Sinnbild für Zucht und Ordnung, für Gottesfurcht und Herrschertreue. Neben (Fest-)Trachten und -accessoires aus verschiedenen Thüringer Landschaften werden Kleidungsstücke einer 1905 geborenen Südthüringerin dokumentiert - fern jeder Trachtenromantik.

Eine Puppe mit schwarzer Haube und schwarzer Jacke, bestickt. Der lange Rock ist blau-gestreift mit Borte. Dazu schwarze Schuhe.
Foto: Puppe in Ausgehtracht aus Steinbach-Hallenberg, 1894 Foto: © Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt, Inv. Nr. 12692 / Foto: D. Urban

"Virtuelles Volksleben: Thüringer Trachtenpuppen"

Trachtenpuppen sagen etwas aus über den städtisch-bürgerlichen Blick auf das Dorf und seine Bewohner, der ein idealisierender war (und ist). Die ältesten Exemplare stammen aus der Zeit um 1890, die jüngsten aus dem Jahr 2000. Viele davon werden jetzt dauerhaft gezeigt – und neu interpretiert.

Ein bunt bemalter, eintüriger Kleiderschrank mit diversen Blüten- und Rankelementen sowie alter Schrift.
Foto: Schrank, Umfeld von Schnett, dat. 1796 Foto: © Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt, Inv. Nr. 10785 / Foto: D. Urban

"Bemalte Möbel. Produktion - Gebrauch - Interpretation"

In Form eines Schaudepots präsentieren sich (bemalte) Möbel im Kontext ihrer Entstehungs- und Nutzungs- sowie Sammlungsgeschichte. Darüber hinaus wird der Wandel ländlicher Wohnkultur im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert thematisiert.

Vater, Mutter und drei Kinder in einer Werkstatt bei der Arbeit.
Foto: Glasbläserfamilie bei der Heimarbeit, Lauscha, um 1910, Inv. Nr. 49 Foto: © Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt, Inv. Nr. 49

"Handwerk - Hausindustrie - Fabrik. Erwerbsleben im  19. Jahrhundert" [im Aufbau]

 

Schaudepots

Ein Blau-brauner Krug mit schmaler Öffnung.
Foto: Krug, Werkstatt Walter Gebauer, Bürgel, um 1980 Foto: © Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt, Inv. Nr. 1613

Schaudepot Keramik

Im historischen Gewölbekeller untergebracht, vermittelt es einen repräsentativen Überblick über historische und moderne kunsthandwerkliche Keramik in Thüringen. Für die konservatorisch notwendige Klimatisierung der Räumlichkeit wurde eine innovative technische Lösung entwickelt, die ohne Veränderungen am und im Gebäude auskommt.

Besichtigung nur nach Voranmeldung.
 

Eine Frau mit blondem Haar, roter Jacke und buntem Tuch zeigt einen dunkelbraun, reich verzierten Umhang mit Volant, den sie gerade aus einer Reihe verschiedener Umhänge, die sich auf einer Kleiderstange befinden, herausgezogen hatte. Über dem mit einem Vorhang geschlossenen "Kleiderschrank" eine Reihe Schachteln auf einem Regalboden.
Foto: Im Schaudepot Historische Textilien: Textilrestauratorin Antje Hirschberger präsentiert Sonntagskirchmäntel Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / D. Urban

Schaudepot Historische Textilien

1998 eingerichtet und nunmehr räumlich erweitert, beherbergt es einen Großteil der umfangreichen Textilsammlung des Museums: objektgerecht gelagert und konservatorisch betreut. Auch außerhalb von Ausstellungen werden die kostbaren Exponate gezeigt und für kleidungsgeschichtliche und textiltechnische Fachberatungen herangezogen. Untergebracht sind vor allem Trachten, Trachtenteile und Trachtenaccessoires aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

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Hospitalplatz 15
99084 Erfurt

Hospitalplatz 15, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Besichtigung nur nach Voranmeldung.

Ein Boot aus Holz, im Hintergrund hohe und flache Vitrinen. Alles auf einem Holzfußboden.
Foto: Blick in die Südseesammlung Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / D. Urban

Schaudepot Südseesammlung

Dem aus Erfurt stammenden Kolonialbeamten Dr. Wilhelm Knappe (1855-1910) verdankt das Museum für Thüringer Volkskunde eine einzigartige Sammlung von Ethnographica aus der Südsee: Gebrauchs- und Kultgegenstände, Musikinstrumente, Schmuck, Waffen und – als besondere Rarität – ein vollständig erhaltenes walap-Auslegerboot von den Marshallinseln

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Brühler Straße 37
99084 Erfurt
Deutschland

Brühler Straße 37, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Nach Voranmeldung zu besichtigen.

Sonderausstellungen

Sonderausstellungen zu vielfältigen, spannenden Themen rund um Alltag und Kultur zwischen 1800 und heute.

Museumspädagogische Angebote

Eine Frau und zwei Kinder beim Papierschöpfen. Material in blauer Schüssel.
Foto: Workshop Papierschöpfen Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Für alle Altersgruppen.

Hauseigene Schriftenreihen von Museum und Beratungsstelle sowie Ausstellungsbegleitkataloge

Buchcover mit Abbildung eines Soldaten auf beige-braunem Grund. Buchtitel auf weißer Banderole.
Foto: „Für Kaiser, Gott und Vaterland? Das kurze Leben des Ernst Heller (1884-1916)“: Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Hauseigene Schriftenreihen von Museum und Beratungsstelle