Kirchen in Erfurt: Dom St. Marien

Zwei Kirchen, blauer Himmel im Hintergrund.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
Gregor Arndt
Dompropst
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Severihof 2
99084 Erfurt
Deutschland

Bereits um das Jahr 725 ließ Bonifatius eine Kirche auf dem Domberg errichten. Sie gilt als Vorgängerbau des heutigen Doms. 1154 begann dann der Bau einer Basilika.

Der spätromanische Kirchenbau bestand aus einem dreischiffigen Langhaus, einem Querschiff und zwei Türmen an der Ostseite. 1349 wurde schließlich der Grundstein für einen Erweiterungsbau in Richtung Osten gelegt, der etwa 1370 - 1372 fertiggestellt wurde.

Dieser Hohe Chor ist eine 15 Meter über dem Domplatz auf drei Kelleretagen errichtete einschiffige hochgotische Halle, die bis heute durch ihre gotischen Fenster geprägt wird. In einem kunstvoll gestalteten Chorgestühl aus der Zeit um 1350 saßen Schüler und Lehrer der Domschule beim Gottesdienst.

Heute wird der Hohe Chor im Osten durch einen Barockaltar von 1697 geprägt. Er zeigt die wichtigsten Heiligen und Patrone des Thüringer Landes.

1455 wurde an Stelle des dreischiffigen romanischen Baus ein spätgotischer Hallenbau errichtet. 1465 konnte hier der erste Gottesdienst gefeiert werden. Bis heute werden Hoher Chor und das sogenannte Langhaus von 1455 für die Gottesdienste des Bischofs, des Domkapitels, der Domgemeinde und des Bistums genutzt.

Besonders hervorgehoben zu werden verdient die 1251 geweihte und mehrmals, zuletzt 1497 neu gegossene weltbekannte große Glocke des Erfurter Doms, die "Gloriosa". Bei einer Höhe einschließlich der Krone von 2,50 m und einem Gewicht von 11450 kg hat sie einen Durchmesser von 2,57 m.