Kirchen in Erfurt: Reglerkirche

Reglerkirche

Kirche mit zwei großen Türmen
Reglerkirche in der Bahnhofstraße Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / R. Lemitz
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Bahnhofstraße
99084 Erfurt
Deutschland

Bahnhofstraße, 99084 Erfurt

Hervorgegangen aus einer romanischen Stiftskirche der Bruderschaft der regulierten Kanoniker, Augustiner-Chorherrn, hat die 54 Meter lange Reglerkirche mehrere bauliche Umgestaltungsphasen hinter sich.

Die Bruderschaft lebte nach der Regel des heiligen Augustin in klösterlicher Gemeinschaft. Sie verstanden sich nicht eigentlich als Mönche, sondern als klösterliche Priestergemeinschaft mit vorwiegend klerikalem Wirkungsbereich. Kirche und Stiftsgebäude errichteten sie gegenüber der heute nicht mehr existierenden Kirche St. Alban, die etwa dort stand, wo heute Bahnhof- und Gartenstraße aufeinander treffen.

Begonnen wurde mit dem Kirchenbau im Jahr 1170. Seine Fertigstellung ist auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zu datieren. 1291 zerstörte allerdings ein Brand weitgehend diesen ersten Kirchenbau. Auch vom großen Stadtbrand von 1660 war die Kirche betroffen. Er vernichtete das Hauptgebäude mit Ausnahme des südlichen Kreuzganges. 1729 musste der baufällige Nordturm abgetragen werden. Er wurde 1743 in barocker Form neu errichtet.

Die 1813 beginnende mehrfache zweckentfremdete Nutzung der Kirche führte letztendlich zum Verfall und zu ihrer Schließung im Jahr 1845. In den Jahren von 1857 bis 1860 wurde die Reglerkirche dann umfassend rekonstruiert.

Die Ausmalung der Kirche in historischer Gestaltung wurde 1901 erneuert. Von 1965 bis 1973 kam es zur Generalinstandsetzung des Baukörpers der Kirche und der anschließenden Erneuerung der Ausmalung, die dann im Jahr 1990 nochmals überarbeitet wurde.

Der bemerkenswerte Regleraltar, ein Meisterwerk der spätgotischen Altarkunst in Deutschland, wurde in den Jahren 1970 bis 1978 umfassend restauriert.