Kirchen in Erfurt: Dorfkirche Wallichen, Erfurt-Wallichen

Evangelische Dorfkirche Wallichen im Evangelischen Kirchspiel Vieselbach mit den Kirchgemeinden Vieselbach mit Wallichen, Azmannsdorf, Hochstedt, Linderbach und Mönchenholzhausen im Kirchenkreis Weimar

Innenansicht der Kirche
Innenraum der Wallicher Dorfkirche mit Kruzifix aus dem Jahre 1550/1560
work
Dorfstraße
99098 Erfurt-Wallichen
Deutschland

Dorfstraße, 99098 Erfurt-Wallichen

1241 Ersterwähnung der Vorgängerkapelle, Nicolaus-Jonas-Sorber-Glocke aus dem Jahre 1740

Kirche auf dem Friedhof Wallichen
Foto: Das Gotteshaus wurde wahrscheinlich im Jahre 1653 erbaut

Für den Ort, der erstmals 1143 in einer Urkunde des Erzbischofs Heinrich zu Mainz Erwähnung findet, in der derselbe dem Peterskloster Erfurt seine Güter bestätigt, wird 1241 eine Kirche beschrieben. Der Abt des Klosters Bürgel, Wittigo, erhebt Anspruch auf die "super ecclesia in Waldege" für die er das Patronatsrecht besitzt. Forschungen der Professoren Wirth und Hoppert, Bauhaus-Universität Weimar, bestätigen die 700 Jahre alten Grundmauern der Kapelle.

1274 gibt es einen erneuten Streit zwischen dem Benediktinerkloster Bürgel und dem Zisterzienserkloster Pforta, wiederum geht es um das Patronatsrecht. 1291 schließlich kauft Kloster Bürgel den ganzen Pfortaischen Besitz in Wallichen, wenig später, 1318 gehört Bürgel das ganze Dorf. Eine Veröffentlichung im Buch "Des Teutschen Reichs-Archiv, die sich auf das Jahr 1485 bezieht, spricht gar vom "Closter zu Waldichen"(Leipzig, 1712), und auch Johann Sebastian Müller bestätigt 1701 mit Bezug auf das Jahr 1544, dass "Freytags nach Marcelli (18. Januar) Churfürst Johann Friedrich "das gewesene Kloster Waldichen, zwischen Weimar und Erfurt gelegen, samt den Pertinentien, "damit künfftiger Zeit die vorigen abgöttische(n) Orden (Wiedertäufer) darinnen nicht wiederum auffgerichtet werden möchten" Georg von Volgstädt erblich überlassen hat. Ein eigenständiges Kloster ist Wallichen nach derzeitigem Wissensstand allerdings nie gewesen. Wallichen war Klosterhof der Klöster Pforta (1265-1291) und Bürgel (1237-1525).

Das jetzige Gotteshaus, auf den Grundmauern der alten Kapelle aus dem 13. Jahrhundert errichtet, wurde wahrscheinlich im Jahre 1653 erbaut, dann folgten mehrere Teilabrisse und Umbauten. Die Forschungen dazu sind noch nicht abgeschlossen. In der alten Wetterfahne des Kuppelhelmes war die Jahreszahl 1739 enthalten. Die vom Erfurter Glockengießer Nikolaus Jonas Sorber gegossene Glocke datiert aus dem Jahre 1740.

Ein überlebensgroßes Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert stellt den ältesten Einrichtungsgegenstand dar.