„verliebt – verlobt – verheiratet – geschieden … ausgewandert – oder dageblieben. Familiengeschichte(n) im Archiv"

10.03.2014 08:00 – 31.07.2014 16:00

Private und professionelle Familienforscher, Demographen, oder Sozialgeschichtler benötigen genealogisches Grundlagenmaterial, welches in den verschiedenen Archiven zu finden ist. Das Stadtarchiv Erfurt präsentiert daher in der neuen Kabinett-Ausstellung archivalische Quellen, Personengeschichten und Selbstzeugnisse, Stadt- und Zeitzeugnisse Erfurter Bürger sowie Auswandererschicksale.

Stilisierter Stammbaum in Brauntönen auf ockerfarbenen Grund. Namensschilder sind mit Zitaten belegt.
Genealogisches Grundlagenmaterial ist nötig, will man dem Thema "Stammbaum" näherkommen Bild: © Stadtarchiv Erfurt
31.07.2014 16:00

„verliebt – verlobt – verheiratet – geschieden … ausgewandert – oder dageblieben. Familiengeschichte(n) im Archiv"

Genre Ausstellung
Veranstalter Stadtarchiv
Veranstaltungsort Stadtarchiv, Gotthardtstraße 21, 99084 Erfurt

Immer wieder spannende Geschichten im Archivalltag ...

Eine Frau mit grauer Jacke und Brille steht zwischen zwei Regalreihen. In den Regalböden befinden sich Archiv-Schachteln mit der Aufschrift Vieselbach und gebündelte Akten.
Bild: "Familienforschung geht weit über die Ahnenforschung hinaus", betont Stadtarchivdirektorin Dr. Antje Bauer. Bild: © Stadtverwaltung Erfurt / S. Glaubrecht

"Familienforschung geht weit über die Ahnenforschung hinaus", vermittelt Dr. Antje Bauer, die Stadtarchivdirektorin der Landeshauptstadt, und verweist auf die Stadtgeschichte, die gerade durch die Individualgeschichte belebt wird.

Sie verwahrt im Stadtarchiv der Landeshauptstadt mit ihrem Team u.a. Personenstandsbücher, das sind Geburtsbücher bis zum Jahre 1903, Eheschließungsnachweise bis 1933 und Sterbebücher bis zum Jahre 1983. Dies war möglich geworden durch die Änderung der Personenstandsgesetzes.

Derzeit arbeite man auch an der Aufarbeitung der Zeit des Ersten Weltkrieges, so die Direktorin. Erfasst werden die Namen der gefallenen Soldaten, ergänzen will man die Forschung durch das Erfassen der noch vorhandenen Gedenktafeln in den Ortsteilen und auf dem Hauptfriedhof.

Anfragen zum Thema "Familiengeschichte" gibt es im Stadtarchiv viele. Rund 1500 Benutzungen pro Jahr sind im Lesesaal des Archivs zu verzeichnen. Hinzu kommen noch einmal 1500 schriftliche Anfragen aus aller Welt.

Aus Amerika kam unlängst der Schriftsteller Lloyd Bower, der zu seiner großen Überraschung plötzlich Fotos seiner Vorfahren entdeckte. Ein Sohn der Familie war, nachdem er in London die Kunst des  Klavierbaus gelernt hatte, nach Charleston ausgewandert. "Solche spannenden Geschichten erleben wir immer wieder", berichtet Dr. Antje Bauer.

Mit der neue Ausstellung will sie Urkunden, Bücher und Bilder vorstellen, die sich im Bestand des Erfurter Stadtarchivs befinden, und herzlich einladen, das Archiv als Schatzkammer der Erfurter Stadt- und Personengeschichte zu entdecken.

Für die Auskunft aus archivierten Personenstandsbüchern gibt es übrigens auf der Internetseite des Stadtarchivs unter dem Punkt "Benutzung" einen Antrag zum Ausdrucken.