Unterm Strich. Zeichenkunst aus sieben Thüringer Ateliers

29.06.2014 10:00 – 21.09.2014 18:00

Jubiläen stellen Zäsuren dar, die zum Innehalten Anlass geben und zur Frage, was sich "unterm Strich" ergibt. Wie viel ergibt ein gereiftes Künstlerleben? Sieben Künstlerinnen und Künstler, die ihren Arbeitsmittelpunkt in Thüringen haben und im Jahr 2014 Jubiläen feiern – Heinz Scharr (90. Geburtstag), Gerda Lepke (75. Geburtstag), Gerd Mackensen (65. Geburtstag) und Jost Heyder, Uta Hünniger, Ullrich Panndorf, Walter Sachs (60. Geburtstag) – präsentieren Ausschnitte aus ihrem Schaffen im Medium der Handzeichnung; sieben verschiedene, in Jahrzehnten der Arbeit ausgeprägte Handschriften, die sich wie Selbstbildnisse lesen lassen.

Weiblicher Torso, nackt, schaut den Betrachter an. Um das Gesicht herum Schriftzüge.
Gerd Mackensen: Haus der Priesterin, 2013, aus der Serie "Deutsch Voodoo", Fettkreide, Acrylfarbe, Deckweiß, Pinsel auf bedruckter Buchseite, 31 x 24,5 cm Bild: © Gerd Mackensen
21.09.2014 18:00

Unterm Strich. Zeichenkunst aus sieben Thüringer Ateliers

Genre Ausstellung
Veranstalter Angermuseum Erfurt
Veranstaltungsort Angermuseum - Kunstmuseum der Landeshauptstadt, Anger 18, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr

Eintritt
Erwachsene 6,- €, ermäßigt 4,- €
An jedem ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei.

Unterm Strich. Zeichenkunst aus sieben Thüringer Ateliers

Ausstellung

Ein Mann mit Hut sitzt auf einem Sessel, der mit einem Tuch belegt ist. Um ihn herum sind seine Arbeiten platziert.
Foto: Gerd Mackensen - im Atelier Foto: © Uwe Steinbrück, 2014

Jost Heyder, Uta Hünniger, Gerda Lepke, Gerd Mackensen,Ullrich Panndorf,  Walter Sachs Heinz Scharr

Es sind Werke, die ihre Überzeugungskraft der intimen Korrespondenz von Auge, Hirn und Hand des Künstlers/ der Künstlerin verdanken. Dass die Zeichnung der unmittelbarste Ausdruck des künstlerischen Ingeniums ist, das wussten bereits die Florentiner der Renaissance, die dem Medium eine hohe Wertschätzung entgegen brachten und es als eigenständige Kunstform zu sammeln begannen. Von der Frische und der Leichtigkeit des zeichnerischen Duktus will unsere Ausstellung profitieren. Zeichnen steht hier in besonderer Weise für kreatives Leben und Arbeiten.

Zu sehen sind aktuelle Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler, die heute in Erfurt, Weimar, Gera/Dresden und nahe Sondershausen leben. Mit ihren Namen verbinden sich eigenständige bildnerische Positionen, die bereits im DDR-Kunstgeschehen Beachtung fanden, sich aber auch nach 1990 behaupten konnten.

Die Biografien der Akteure – alle ausgebildet an den traditionsreichen Kunstakademien von Leipzig, Berlin und Dresden – verliefen nicht immer geradlinig. Sie kennen Grenzsituationen, Aufbruch und Rückzug. Heinz Scharr, der in der unmittelbaren Nachkriegszeit den Wiederaufbau Ostdeutschlands erlebte und die zunehmende Politisierung der Kunst ablehnte, reagierte mit Rückzug und agierte trotzdem erfolgreich in den Bereichen Skulptur und Zeichnung.

Gerda Lepke und Gerd Mackensen haben die Autonomie künstlerischen Handelns stets vor ideologischer Inanspruchnahme bewahren können. Walter Sachs, Ullrich Panndorf, Jost Heyder und Uta Hünniger stehen schließlich für jene Generation von Künstlern, deren Wirken wesentlich mit den gesellschaftlichen Umbruchsprozessen der 1980er Jahre in der DDR, die in den Herbst 1989 mündeten, verbunden ist. Sie erlebten die Schließung von Ausstellungen; einige verließen die DDR, andere opponierten auf ihre Weise.

Alle sieben Künstler haben ihr Werk seither kontinuierlich weiterentwickelt und können heute ein erstaunlich facettenreiches OEuvre vorstellen.

Katalog

Zur Ausstellung erscheint im Verlag Burgart Rudolstadt ein Katalog mit zahlreichen Werkabbildungen und literarischen Kurztexten von Matthias Biskupek, Stefan Döring, Róža Domašcyna, Jens-Fietje Dwars, Nancy Hünger, Edwin Kratschmer und Jürgen M. Paasch. Fotografische Porträts stammen von Uwe Steinbrück, der den Künstlern beim Zeichnen über die Schulter blickte.  Einer Vorzugsausgabe von 20 Exemplaren sind jeweils sieben originale Porträtfotografien als Sammleredition beigelegt.

Begleitprogramm

Ausstellungseröffnung mit Sommerfest des Fördervereins Freunde des Angermuseum e. V.

Sonnabend 28. Juni, 16 Uhr

Kuratorenführungen

Dienstag 1. Juli, 15 Uhr

Dienstag 5. August, 15 Uhr

Dienstag 2. September, 15 Uhr

Sonntagsführungen

Sonntag 6. Juli, 15 Uhr

Sonntag 20. Juli, 15 Uhr

Sonntag 10. August, 15 Uhr

Sonntag 17. August, 15 Uhr

Sonntag 24. August, 15 Uhr

Sonntag 21. September, 15 Uhr

Museums-Salon

Künstler, Schriftsteller, Musiker und Kunsthistoriker im Dialog

Dienstag, 8. Juli, 19 Uhr
Dr. Hendrik Bärnighausen (Dresden) und Heinz Scharr

Dienstag, 15. Juli, 19 Uhr
Walter Sachs und Prof. Dr. Kai Uwe Schierz

Dienstag, 22. Juli, 19 Uhr
Gerd Mackensen und Dr. Jens-Fietje Dwars

Dienstag, 29. Juli, 19 Uhr
Uwe Steinbrück - Der Atelierblick des Fotografen

Dienstag, 5. August, 19 Uhr
Gerda Lepke und Róža Domašcyna

Dienstag, 19. August, 19 Uhr
Uta Hünniger und Jens Henkel (edition burgart)

Dienstag, 26. August, 19 Uhr
Matthias Biskupek und Helmut "Joe" Sachse, Guitar Player

Dienstag, 9. September, 19 Uhr
Jost Heyder und Jürgen M. Paasch

Dienstag, 16. September, 19 Uhr
Nancy Hünger und Cornelia Nowak

Sommerakademie - Zeichnen im Museum

7. bis 28. Juli, jeweils montags 14-17 Uhr

Leitung Julia Kneise, Malerin und Grafikerin

Anmeldung: juliakneise@gmail.com / Tel. 0152 28748070

Kursbeginn: 7. Juli, 14 Uhr

Kosten pro Teilnehmer: einmalig 20 €

Teilnehmer max. 10

Kunstpause am Mittag - 10 Minuten Bildbetrachtung

in der Sonder- und Dauerausstellung

mittwochs 13 Uhr (Eintritt frei)