Hiroyuki Masuyama: Minima – Maxima. Ein Weg nach Italien

29.04.2018 10:00 – 15.07.2018 18:00

Hiroyuki Masuyama ist auf Spurensuche von Sujets großer Meister. Das Ergebnis – beeindruckende fotografische Collagen – sind in dieser Sonderausstellung zu sehen.

Masuyama, Ancient Rome, Agrippina Landing with the Ashes of Germanicus (after JMW Turner, 1839), 2008 Lightbox
Hiroyuki Masuyama: Ancient Rome, Agrippina Landing with the Ashes of Germanicus (after JMW Turner, 1839), 2008, Leuchtbox, Courtesy Bild: © Hiroyuki Masuyama, courtesy Galerie Rothamel Erfurt
15.07.2018 18:00

Hiroyuki Masuyama: Minima – Maxima. Ein Weg nach Italien

Genre Ausstellung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Kunstmuseen
Veranstaltungsort Angermuseum Erfurt, Anger 18, 99084 Erfurt

Die Ausstellung

Segelschiffe im Hafen
Foto: Hiroyuki Masuyama, Greifswalder Hafen (nach Caspar David Friedrich) Foto: © Hiroyuki Masuyama, courtesy Galerie Rothamel Erfurt

Bewegungen durch Raum und Zeit stehen im Fokus der Kunst von Hiroyuki Masuyama (*1968 in Tsukuba, Japan). In seinen fotografischen Collagen, die er in Form von Leuchtboxen präsentiert, bezieht er sich oft auf Hauptwerke der Kunstgeschichte, etwa wenn er die Orte, die J. M. W. Turner oder C. D. Friedrich zu Motiven ihrer Bilder gemacht hatten, erneut aufsucht, um sie zu fotografieren und zu einem neuen „alten“ Kunstwerk zu kompilieren. In Erfurt zeigt er Werke, welche die Italiensehnsucht des 19. Jahrhunderts widerspiegeln.

Auch eine ungewöhnliche begehbare Kugel steht ab 29. April im Foyer des Angermuseums Erfurt. Die Besucher sind eingeladen, diese aus 2.820 Kirschholzelementen gefertigte Kugel durch eine Öffnung zu betreten und darin etwas zu erleben, das dem menschlichen Blick in dieser Totalität normalerweise verborgen bleibt. Im Jahr 2011 fertigte Masuyama in monatelanger Arbeit diese Kugel aus Kirschholz mit Einstiegsluke und gespickt mit winzigen Löchern, in denen Glasfaserleuchten stecken. Späht der Besucher ins Innere der Kugel, sieht er tausende Lichtpunkte, die sich zu Sternbildern verbinden, südlichen wie nördlichen, die der Künstler aus Sternenkarten exakt übertragen hat. Der gesamte, rund um die Erde sichtbare Sternenhimmel erstrahlt in diesem Miniplanetarium als Simulation aus 30.000 Lichtpunkten.

Hiroyuki Masuyama überwindet mit seiner Kunst auf vielfältige Weise die dem Menschen gesetzten Grenzen von Zeit und Raum. So schuf er aus hunderten Fotos, die er kontinuierlich während einer Flugreise von London nach Venedig aufnahm, ein acht Meter breites, hinterleuchtetes Panoramabild, das in seiner aktuellen Ausstellung „Minima – Maxima. Ein Weg nach Italien“ eine Schlüsselrolle einnimmt. Für die Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts wie etwa den berühmten Engländer William Turner, aber auch für den 1807 in Erfurt geborenen Friedrich Nerly, waren Venedig oder auch Rom Sehnsuchtsziele mit magischer Anziehungskraft. Mit den präzisen Mitteln der Fotografie rekonstruierte Hiroyuki Masuyama  die Landschaftsbilder Turners und auch – als besondere, durch die Gemäldesammlung des Angermuseums inspirierte Arbeit – Friedrich Nerlys bedeutende „Piazzetta von Venedig im Mondschein“ aus dem Jahre 1838. Auf faszinierende Weise überblendet Masuyama die historischen Landschaften der Maler mit der gegenwärtigen Wahrnehmung, wenn er in akribischer Arbeit die überlieferten Bilder aus unzähligen eigenen Fotografien neu zusammensetzt und ins helle Licht seiner LED-Leuchtkästen taucht.

Der im Foyer ermöglichte Blick in den unfassbaren Makrokosmos des Universums wird in diesen transparenten Fotobildern wie von selbst auf den Mikrokosmos irdischer Details gelenkt, etwa auf die Touristen des 21. Jahrhunderts, die heute über Nerlys venezianische Piazzetta flanieren.

 „Minima – Maxima. Ein Weg nach Italien“ wird am Samstag, dem 28. April, 16 Uhr, eröffnet.

Das Begleitprogramm

Künstlergespräch

Dienstag, 26. Juni, 18 Uhr

Kai Uwe Schierz trifft Hiroyuki Masuyama

Führungen

Sonntag, 10. Juni, 17. Juni, 1. Juli

jeweils 11 Uhr

Sonntag, 15. Juli

15 Uhr