Kunstpause am Mittag im Angermuseum

31.07.2013 13:00 – 31.07.2013 13:10

Eines der erfolgreichsten Veranstaltungsformate im Angermuseum Erfurt ist die "Kunstpause am Mittag", in der bei freiem Eintritt regelmäßig mittwochs um 13 Uhr ein einzelnes Kunstwerk in einem 10-minütigen Kurzvortrag von einem der Museumsmitarbeiter vorgestellt wird. Es ist unter anderem der intensive, kurze Spannungsbogen, die Konzentration auf die Besonderheiten eines einzelnen Werkes, wodurch die "Kunstpause am Mittag" so beliebt ist.

farbiges, abstraktes Gemälde
Foto: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban
31.07.2013 13:10

Kunstpause am Mittag: Willi Baumeister, "Schwebender Schild", 1952

Genre Veranstaltung
Veranstalter Angermuseum - Kunstmuseum der Landeshauptstadt Erfurt
Veranstaltungsort Angermuseum, Anger 18, 99084 Erfurt

1937 als "Entarteter" gebrandmarkt, gehörte Willi Baumeister ebenso wie die beiden "entarteten" Erfurter Otto Ritschl und Willy Robert Huth zu denjenigen, "die im Land ausharrten und für Kontinuität einstanden, als es darum ging, 1945 den Neuanfang zu finden" (Gottfried Boehm).
Der Künstler, so Baumeisters tiefste Überzeugung, erkundet unbekanntes Land. Seine 1943 verfasste, erst 1947 veröffentlichte Programmschrift "Das Unbekannte in der Kunst" zählt mit Paul Klees Pädagogischem Skizzenbuch (1925) und Kandinskys "Das Geistige in der Kunst" (1912) zu den großen Manifesten der modernen Malerei.

Baumeisters Gemälde "Schwebender Schild" gehört zur Gruppe der späten "Scheinreliefs": Flächenhafte Figurationen erinnern an uralte Tempelwände einer versunkenen Zeit voll turbulenter, gleichwohl wie in Stein gemeißelter Zeichen.
Die reliefartigen Bildelemente gehen eine fragile Verbindung mit der Vieldeutigkeit des Titels ein und bleiben "in der Schwebe" zwischen Oben und Unten, zwischen Flächenverhaftung und räumlicher Loslösung.

Bildunterschrift:
Willi Baumeister (1889 - 1955)
"Schwebender Schild", 1952
Öl und Kunstharz auf Hartfaser
65 x 54 cm
signiert und datiert links unten: Baumeister [1]952
Leihgabe: Fritz Kober, Dortmund