Kunstwerk des Monats im Angermuseum

01.08.2013 13:00 – 30.08.2013 18:00

Jeden ersten Donnerstag im Monat um 13 Uhr stellen Ihnen unsere Kuratoren ein ausgewähltes Kunstwerk aus der Sonderausstellung vor. Dieses Objekt wird ausführlich besprochen und Sie erhalten einen Einblick in die aktuelle kunsthistorische Forschung. Im August geht es um den Bildniskopf von Herbert Kunze, die von Hans Walther geschaffene Skulptur kann in der Sonderausstellung besichtigt werden.

Bronzekopf von Hans Walther, dargestellt ist der Museumsdirektor Herbert Kunze
Foto: © Hans Walther, VG Bild-Kunst, Bonn 2013; Foto: Dirk Urban
30.08.2013 18:00

Kunstwerk des Monats: Hans Walther (1888-1961) Bildniskopf Dr. Herbert Kunze, 1929

Genre Veranstaltung
Veranstalter Angermuseum - Kunstmuseum der Landeshauptstadt Erfurt
Veranstaltungsort Angermuseum, Anger 18, 99084 Erfurt

Die 1929 entstandene Bronzebüste des Museumsdirektors Herbert Kunze ist bildlicher Ausdruck der Begegnung zweier Lebenswege: Der Künstler Hans Walther - geboren 1888 in Apolda, lebte und wirkte seit 1892  in Erfurt. Der in 1895 in Staßfurt geborene Herbert Kunze studierte Kunstgeschichte in München, Halle und Leipzig und war seit 1925 Direktor des Angermuseums in Erfurt. Kunze, der der neuen expressiven Kunst aufgeschlossen war traf in Erfurt den Bildhauer Hans Walther. Dessen expressive Kunst manifestiert sich in zahlreichen öffentlichen Aufträgen in seiner Heimatstadt. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten geriet er in den Fokus der Aktion "Entartete Kunst", etliche seiner Werke wurden zerstört und Aufträge blieben aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzt sich Hans Walther mit seiner zerstörten Heimatstadt auseinander, so entstand  1947/48 der Zyklus „Totentanz“. Auch Herbert Kunze musste zahlreiche Repressalien in der Zeit des Nationalsozialismus über sich ergehen lassen.  Seine Entlassung 1937 setzte einer ein halbes Jahrhundert währenden fruchtbaren Entwicklung des Erfurter Museums ein jähes Ende. Das Engagement für die Moderne wurde 1937 mit der Beschlagnahme hunderter Arbeiten im Angermuseum und der Amtsenthebung Kunzes geahndet. Nach dem Krieg wieder als Direktor eingesetzt geht Herbert Kunze mit Enthusiasmus die Wiedereinrichtung des Museums an - 1946 eröffnet die Mittelalterabteilung, 1947 die Gemäldegalerie im teilzerstörten Angermuseum.

Beide, Künstler und Museumsdirektor, geraten wieder in Konflikte - diesmal mit der aufkommenden "Formalismusdiskussion" in der DDR. Hans Walter stirbt 1961 in Erfurt, Herbert Kunze muss 1963 ein zweites Mal die Direktorenstelle des Museums räumen. Er stirbt 1975.  (Text: Karsten Horn)

Kunstwerk des Monats
Jeden ersten Donnerstag im Monat um 13 Uhr stellen Ihnen unsere Kuratoren ein ausgewähltes Kunstwerk aus der Sonderausstellung vor. Dieses Objekt wird ausführlich besprochen und Sie erhalten einen Einblick in die aktuelle kunsthistorische Forschung.

Die nächsten Veranstaltungen finden am 5. September statt.
Führungstreffpunkt ist die Sonderausstellung
Weitere Informationen finden Sie unter: www.angermuseum.de