Sprache und Verantwortung

21.10.2014 19:00 – 21.10.2014 21:00

Erste Veranstaltung der Reihe "Über das Sprechen. Welche Worte (ge-)braucht der Mensch?". Ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen, Erinnerungsort Topf & Söhne und der Stiftung Ettersberg

Gebäude mit Schriftzug "Stets gern für Sie beschäftigt, ..."
Ausstellungsgebäude des Erinnerungsortes "Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz"
21.10.2014 21:00

Sprache und Verantwortung

Genre Veranstaltung
Veranstalter Erinnerungsort Topf & Söhne, Stiftung Ettersberg, Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Informationen zur Veranstaltung: Sprache und Verantwortung

Für so unterschiedliche Zusammenhänge wie den Umgang mit NS-Verbrechen und Krieg, die inneren Verhältnisse in der DDR und die Auseinandersetzung mit aktueller neonazistischer Gewalt veranschaulichte die in 2013 gelaufene Veranstaltungsreihe „Das große Schweigen und seine Folgen“, wie wichtig es für eine lebendige Zivilgesellschaft ist, über das Schweigen und über Verschwiegenes ins Gespräch miteinander zu kommen. Nun wird zum Thema: Wie und worüber sprechen die Menschen und wie und worüber sollten sie miteinander sprechen? In Abwandlung des kulturellen Jahresthemas der Landeshauptstadt „Wie viele Worte braucht der Mensch“ fragt die Veranstaltungsreihe: „Welche Worte (ge-)braucht der Mensch?“.

PD Dr. Annegret Schüle fragt in ihrer Einführung nach der einerseits verletzenden und andererseits heilenden Funktion von Sprache und schöpft dabei aus ihren Erfahrungen als Kuratorin des Erinnerungsortes Topf & Söhne und als Dozentin mit den Schwerpunkten jüdische Geschichte und Holocaust.

„Der Sprechende hat die Verantwortung, Sprache ist Verantwortung.“, so Peter Radtke. Er wird sich damit auseinandersetzen, wie Menschen durch die Wahl ihrer Worte andere diskriminieren – nicht aus Menschenverachtung, sondern aus Gedankenlosigkeit, die eigentlich keine ist, denn einen „gedankenlosen“‘ Umgang mit Sprache gibt es gar nicht.

Matthias Rogg erläutert, wie Militär und Krieg unbewusst in Formulierungen der Alltagssprache Einzug gehalten haben. Er stellt Bezüge zwischen historischen und aktuellen militärischen Auseinandersetzungen her und gibt Auskunft über deren sprachliche Darstellung und Vermittlung in der Öffentlichkeit.

Einführung in die Veranstaltung am Beispiel
„Sprechen über Auschwitz“
PD Dr. Annegret Schüle, Historikerin

Sprache ist Denken –
Über den gedankenlosen Umgang mit Sprache

Dr. Peter Radtke, Schauspieler und Autor, Mitglied
des Deutschen Ethikrates

Sprache und Militär
Prof. Dr. Matthias Rogg, Oberst und Direktor des
Militärhistorischen Museums Dresden

Anschließend Podiumsgespräch
Moderation: PD Dr. Annegret Schüle

Der Veranstalter: Heinrich Böll Stiftung; Der Erinnerungsort Topf & Söhne; Stiftung Ettersberg

Wir über uns

Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V.
Die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V. ist das grüne politische Landesbildungswerk. Wir veranstalten - eigenständig oder mit Kooperationspartnern - Seminare, Tagungen, Lesungen. Außerdem veröffentlichen wir Studien und Gutachten oder bieten Bestellvorträge und Ausstellungen an. Die Geschäftsstelle befindet sich in Erfurt. Wir sind ein unabhängiger Teil der bundesweiten Heinrich-Böll-Stiftung mit Sitz in Berlin.

Trommsdorffstraße 5, 99084 Erfurt
Telefon: 0361 55532-55, Fax: 0361 55532-53
info@boell-thueringen.de, www.boell-thueringen.de

Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz

Der Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz ist der einzige Ort in der europäischen Erinnerungslandschaft, der auf einem historischen Firmengelände die Verbindung der Industrie mit dem nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen dokumentiert. Zu sehen sind die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung“‘ und Sonderausstellungen. Wir bieten Veranstaltungen, Führungen und Projekte an und sind Zweigstelle der Stadt-und Regionalbibliothek.

Öffnungszeiten Di bis So 10 – 18 Uhr, Eintritt frei.

Stiftung Ettersberg
Europäische Diktaturforschung. Aufarbeitung der SED-Diktatur. Gedenkstätte Andreasstraße
Die Stiftung Ettersberg ist der vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und der Aufarbeitung der SED-Diktatur gewidmet. Sie ist ein Forum des Dialogs zur Aufarbeitung der deutschen und europäischen Diktaturgeschichte und der Stabilisierung junger Demokratien. Seit 2012 ist die Stiftung auch Trägerin der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des MfS in Erfurt.

Annegret Schüle
Leiterin
work
Sorbenweg 7
99099 Erfurt