Sprache und Selbstbehauptung

30.10.2014 19:00 – 30.10.2014 21:00

Zweite Veranstaltung der Reihe "Über das Sprechen. Welche Worte (ge-)braucht der Mensch?". Ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen, Erinnerungsort Topf & Söhne und der Stiftung Ettersberg.

Eingangsbereich der Gedenkstätte, Auf den Haus der Schriftzug "keine Gewalt. Keine"
Stasi-Gedenkstätte in der Andreasstraße Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
30.10.2014 21:00

Sprache und Selbstbehauptung

Genre Veranstaltung
Veranstalter Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz, Stiftung Ettersberg, Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen
Veranstaltungsort Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Andreasstraße 37a, 99084 Erfurt

Informationen zur Veranstaltung: Sprache und Selbstbehauptung

Für so unterschiedliche Zusammenhänge wie den Umgang mit NS-Verbrechen und Krieg, die inneren Verhältnisse in der DDR und die Auseinandersetzung mit aktueller neonazistischer Gewalt veranschaulichte die in 2013 gelaufene Veranstaltungsreihe „Das große Schweigen und seine Folgen“, wie wichtig es für eine lebendige Zivilgesellschaft ist, über das Schweigen und über Verschwiegenes ins Gespräch miteinander zu kommen. Nun wird zum Thema: Wie und worüber sprechen die Menschen und wie und worüber sollten sie miteinander sprechen? In Abwandlung des kulturellen Jahresthemas der Landeshauptstadt „Wie viele Worte braucht der Mensch“ fragt die Veranstaltungsreihe: „Welche Worte (ge-)braucht der Mensch?“.

Widerstand gegen Gewalt und revolutionäre Bestrebungen zeichnen sich durch einen neuen Sprachduktus aus. Ulla Fix betrachtet widerständiges, sich Freiräume schaffendes Sprechen im Herbst 1989 vor dem Hintergrund der Regeln des offiziellen Sprachgebrauchs der DDR. Sie bedient sich dabei des Vergleichs von „DDR-Losungen“ mit „Demo-Sprüchen“. Ausgehend von diesen Erfahrungen geben der deutsche Journalist Ingo Petz und die Weißrussin Iryna Herasimovich Einblicke in ein aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwundenes Land im Herzen Europas: das oft als „letzte Diktatur Europas“ bezeichnete Weißrussland. Wieder wird Sprache zum Mittel der Selbstbehauptung gegen einen autoritären Staat. Doch anders als die Wahl der Worte wie in der DDR ist es in Weißrussland bereits die weißrussische Sprache selbst, die der Repression durch die Staatsmacht ausgesetzt ist.

Offizielle und widerständige Sprache in der DDR
Prof. Dr. Ulla Fix, Prof. em.
Institut für Germanistik, Universität Leipzig

Aufbruch durch Sprache und Musik. Kulturelle Gegenelite in Weißrussland
Ingo Petz, Journalist
Texte aus Weißrussland
Vorgestellt von Iryna Herasimovich, Übersetzerin, Kulturmanagerin und Kuratorin aus Minsk

Anschließend Podiumsgespräch
Moderation: Manuel Leppert (Stiftung Ettersberg)

Die Veranstalter: Erinnerungsort Topf & Söhne; Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen; Stiftung Ettersberg

Wir über uns

Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz
Der Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz ist der einzige Ort in der europäischen Erinnerungslandschaft, der auf einem historischen Firmengelände die Verbindung der Industrie mit dem nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen dokumentiert. Zu sehen sind die Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung“‘ und Sonderausstellungen. Wir bieten Veranstaltungen, Führungen und Projekte an und sind Zweigstelle der Stadt-und Regionalbibliothek.

Öffnungszeiten Di bis So 10 – 18 Uhr, Eintritt frei.

Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V.
Die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V. ist das grüne politische Landesbildungswerk. Wir veranstalten - eigenständig oder mit Kooperationspartnern - Seminare, Tagungen, Lesungen. Außerdem veröffentlichen wir Studien und Gutachten oder bieten Bestellvorträge und Ausstellungen an. Die Geschäftsstelle befindet sich in Erfurt. Wir sind ein unabhängiger Teil der bundesweiten Heinrich-Böll-Stiftung mit Sitz in Berlin.

Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V.
Trommsdorffstraße 5, 99084 Erfurt
Telefon: 0361 55532-55, Fax: 0361 55532-53
info@boell-thueringen.de, www.boell-thueringen.de

Stiftung Ettersberg
Europäische Diktaturforschung. Aufarbeitung der SED-Diktatur. Gedenkstätte Andreasstraße
Die Stiftung Ettersberg ist der vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und der Aufarbeitung der SED-Diktatur gewidmet. Sie ist ein Forum des Dialogs zur Aufarbeitung der deutschen und europäischen Diktaturgeschichte und der Stabilisierung junger Demokratien. Seit 2012 ist die Stiftung auch Trägerin der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des MfS in Erfurt.

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Jenaer Straße 4
99425 Weimar

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