„Die Ausstattung des Hohen Chores der Kaufmannskirche mit Werken der Erfurter Künstlerfamilie Friedemann“

30.06.2015 19:00 – 30.06.2015 20:00

Vortrag mit Prof. Dr. Stefan Bürger, Universität Würzburg, Institut für Kunstgeschichte, zur Ausstattung des Hohen Chores der Kaufmannskirche als Zeugnis der innerstädtischen Bikonfessionalität.

Kircheninneres.
Taufstein und Altarretabel der Friedemann-Werkstatt in der Kaufmannskirche Erfurt Bild: © Falko Behr
30.06.2015 20:00

„Die Ausstattung des Hohen Chores der Kaufmannskirche mit Werken der Erfurter Künstlerfamilie Friedemann“

Genre Veranstaltung
Veranstalter Angermuseum – Kunstmuseum der Landeshauptstadt Erfurt
Veranstaltungsort Angermuseum Erfurt, Anger 18, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag von 10-18 Uhr
am ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei

Eintritt:
Erwachsene: 6,00 €
Ermäßigte: 4,00 €

Führungen:
angemeldete Führungen bis 60 min: 40,00 zzgl. Eintritt
angemeldete Führungen bis 90 min: 60,00 zzgl. Eintritt

Künstlerische Meisterstücke aus der bedeutenden Erfurter Friedemann-Werkstatt

Für Erfurt von durchaus zentraler Bedeutung

Dass die Kaufmannskirche für Erfurt von durchaus zentraler Bedeutung ist, hat sie auch ihrer zentralen Lage am Anger zu verdanken, aber vielmehr noch ihrer Bedeutung als historischer Ort. Um diesen Geschichtswert aufzudecken, sind die Ausstattungsstücke ihres Chorraums, ihr Altar, die Kanzel und das Taufbecken höchst aufschlussreich. Zum einen stellen die Werke der Zeit um 1600 künstlerische Meisterstücke aus der bedeutenden Erfurter Friedemann-Werkstatt dar. Dies ist bekannt und schon oft gewürdigt worden.

Weniger bekannt ist, in welcher Weise die Kunstwerke als Medien auf die gesellschaftlichen, auf konfessionelle und kulturelle Veränderungen reagierten. In der Mitte des 16. Jahrhunderts erreichte die Reformation ihren Höhepunkt, begleitet von einer Medienschlacht der Bildkünste und Druckerzeugnisse. In Erfurt führte dies konkret zu Konfrontationen zwischen der nunmehr überwiegend protestantisch orientierten Stadtbevölkerung und dem Mainzer Erzbischof als katholischen Stadtherrn. Bei diesen Auseinandersetzungen spielte die Kunst eine wichtige Rolle, da sie Positionen medial vermitteln und festigen konnten.

Ein herausragendes Zeugnis

Vor diesem Hintergrund stellt das Ensemble der Kaufmannskirche ein herausragendes Zeugnis dar, sowohl was die Dichte ihrer Inhalte anbelangt, als auch ihre künstlerischen Strategien. Für die Zeit um 1600 war dies – wir würden sagen – ganz großes Kino.

Entsprechend wird sich der dichte und reich bebilderte Vortrag vornehmen, die medialen Absichten der Werke untereinander aber auch die Bezüge der Kunstwerke und ihre Vermittlungsrollen in der bikonfessionell geprägten Stadt anschaulich zu machen.