Die Restaurierung der Bildtafeln zur Legende der Heiligen Barbara, eines Werkes aus dem Umkreis des Lucas Cranach d. Ä.: Vortrag mit Dörte Busch, Diplomrestauratorin, Berlin

15.09.2015 19:00 – 15.09.2015 20:00

Durch die Restaurierung des Altarretabels mit Bildtafeln zur Legende der Heiligen Barbara ist das Kunstwerk den Besuchern im Angermuseum Erfurt wieder zugänglich.

Junge Frau beim Pinselstrich an einem historischen Gemälde.
Diplomrestauratorin Dörte Busch beim Restaurieren einer Tafel des Retabels Bild: © Dörte Busch, Berlin
15.09.2015 20:00

Die Restaurierung der Bildtafeln zur Legende der Heiligen Barbara, eines Werkes aus dem Umkreis des Lucas Cranach d. Ä.: Vortrag mit Dörte Busch, Diplomrestauratorin, Berlin

Genre Veranstaltung
Veranstalter Angermuseum – Kunstmuseum der Landeshauptstadt Erfurt
Veranstaltungsort Angermuseum Erfurt, Anger 18, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag von 10-18 Uhr
am ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei

Eintritt:
Erwachsene: 6,00 €
Ermäßigte: 4,00 €

Führungen:
angemeldete Führungen bis 60 min: 40,00 zzgl. Eintritt
angemeldete Führungen bis 90 min: 60,00 zzgl. Eintritt

Barbara ist eine historisch eher unwahrscheinliche Figur, dennoch ist sie eine der bekanntesten christlichen Heiligen

Insgesamt acht Teilgemälde zum Leben der heiligen Barbara, einer christlichen Märtyrerin, die im 3. Jahrhundert in Nikomedien gelebt haben soll, u.a. die Turm-Szene, die Taufe durch Valentinus oder die Versteck-Szene in einer Felsspalte.
Foto: Umkreis des Lucas Cranach d. Ä., Die Legende der heiligen Barbara, um 1540. Vier Flügelfragmente eines Wandelaltars, Mischtechnik auf Holz, 172 × 65 cm je Flügel Foto: © Kunstmuseen der Landeshauptstadt Erfurt, Angermuseum

Leihgabe der Königlichen Museen zu Berlin

Seit 1907 sind die Tafeln eines Altarretabels mit Bildern zur Legende der Heiligen Barbara als Leihgabe der Königlichen Museen zu Berlin – heute sind das die Staatlichen Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz – im Bestand des Angermuseums Erfurt.  Ausgestellt werden konnten sie jedoch lange Zeit nicht mehr. Die Rahmung der Bildtafeln war konservatorisch bedenklich und ästhetisch unbefriedigend, einige Tafeln wiesen Risse auf; an verschiedenen Stellen hatte sich die Malschicht vom Bildträger abgelöst.

Initiative "Kunst auf Lager" förderte die Restaurierung

Dank der Initiative "Kunst auf Lager", einem Bündnis von Förderinstitutionen zur Erschließung und Sicherung von Museumsdepots, der auch die Ernst von Siemens Kunststiftung angehört, konnte im Vorfeld der Ausstellung "Kontroverse und Kompromiss - Der Pfeilerbilderzyklus des Mariendoms und die Kultur der Bikonfessionalität im Erfurt des 16. Jahrhunderts" endlich die aufwändige Restaurierung dieses Werkes in Angriff genommen werden. Die Ernst von Siemens Kunststiftung förderte die Restaurierungsarbeiten mit einem Zuschuss zur Finanzierung großzügig. Derzeitig befindet es sich noch im Restaurierungsatelier der Gemäldegalerie in Berlin. Hier kümmern sich ausgewählte Restauratoren um den Erhalt und die museale Ertüchtigung der Bildtafeln und ihre Neurahmung.

Die acht Bildtafeln sind Reste eines Altarretabels, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von der Cranach-Werkstatt geschaffen wurde. Die Tafeln der Altarflügel wurden später separiert, zersägt und neu gerahmt, um sie als Bildergruppe an der Wand präsentieren zu können. Gezeigt werden Szenen aus der Geschichte der Heiligen Barbara, die als Tochter eines reichen Kaufmannes zum Christentum konvertierte und sich der Taufe unterzog. Im Konflikt mit Ihrem Vater, der die Konvertierung nicht billigte, erlitt sie ihr Martyrium.

Sonderausstellung präsentiert Barbara-Altar

Pünktlich zur Sonderausstellung „Kompromiss und Kontroverse“ können die Besucher das rund 500 Jahre alte Kunstwerk im Angermuseum vom 27. Juni bis zum 20. September 2015 in neuem Glanz betrachten. Danach wird es in die Dauerausstellung des Angermuseums zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunst aufgenommen.