Altar, Kanzel und Taufbecken sind höchst aufschlussreich: Kirchenführung im Rahmen der Ausstellung "Kontroverse und Kompromiss"

06.08.2015 14:00 – 06.08.2015 14:30

Zu kostenfreien Kirchenführungen wird im Rahmen der Ausstellung "Kontroverse und Kompromiss: Der Pfeilerbildzyklus des Mariendoms und die Kultur der Bikonfessionalität im Erfurt des 16. Jahrhunderts" regelmäßig in die Kaufmannskirche am Erfurter Anger eingeladen. Die nächste Führung findet am 6. August, 14 Uhr, statt, die folgende am 3. September.

Ein Kreuz in Stein gehauen, darauf ein Schriftzug mit Jahreszahl 1917. Oben ist die Lutherrose abgebildet.
Gedenkstein an der Erfurter Kaufmannskirche Bild: © Stadtverwaltung Erfurt
06.08.2015 14:30

Altar, Kanzel und Taufbecken sind höchst aufschlussreich: Kirchenführung im Rahmen der Ausstellung "Kontroverse und Kompromiss: Der Pfeilerbildzyklus des Mariendoms und die Kultur der Bikonfessionalität im Erfurt des 16. Jahrhunderts"

Genre Veranstaltung
Veranstalter Kaufmannsgemeinde
Veranstaltungsort Kaufmannskirche "St. Gregor", Anger 80, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Öffnungszeiten
Mo – Mi 11 – 14 Uhr
Do – Sa 11 – 17 Uhr
Zusätzlich am 1. Dienstag im Monat
07.07., 04.08., 01.09.2015 jeweils 14.00 – 18.00 Uhr

Führungsangebote
"Reformation im Bildwerk der Erfurter Meister Friedemann"
16.07., 30. 07., 13.08., 27.08.2015 jeweils 16 Uhr
Dauer 60 Minuten, Preis pro Person 3 Euro, bei Ermäßigung 1 Euro
Kostenfreie Kirchenführungen
02.07., 06.08., 03.09.2015 jeweils 14 Uhr
Kirchenführung nach Vereinbarung
Dauer 60 Minuten, Kosten 50 Euro
Anmeldungen und Terminabsprache in der Kaufmannskirche am Anger oder im Gemeindebüro.

Auch Martin Luther predigte im Oktober 1522 in der Kaufmannskirche

Für Erfurt von durchaus zentraler Bedeutung

Dass die Kaufmannskirche für Erfurt von durchaus zentraler Bedeutung ist, hat sie auch ihrer zentralen Lage am Anger zu verdanken, aber vielmehr noch ihrer Bedeutung als historischer Ort. Um diesen Geschichtswert aufzudecken, sind die Ausstattungsstücke ihres Chorraums, ihr Altar, die Kanzel und das Taufbecken höchst aufschlussreich. Zum einen stellen die Werke der Zeit um 1600 künstlerische Meisterstücke aus der bedeutenden Erfurter Friedemann-Werkstatt dar. Dies ist bekannt und schon oft gewürdigt worden.

Weniger bekannt ist, in welcher Weise die Kunstwerke als Medien auf die gesellschaftlichen, auf konfessionelle und kulturelle Veränderungen reagierten. In der Mitte des 16. Jahrhunderts erreichte die Reformation ihren Höhepunkt, begleitet von einer Medienschlacht der Bildkünste und Druckerzeugnisse. In Erfurt führte dies konkret zu Konfrontationen zwischen der nunmehr überwiegend protestantisch orientierten Stadtbevölkerung und dem Mainzer Erzbischof als katholischen Stadtherrn. Bei diesen Auseinandersetzungen spielte die Kunst eine wichtige Rolle, da sie Positionen medial vermitteln und festigen konnten.