Satirische Schriften gegen mittelalterliche Lehren: Vortrag über „Die Dunkelmännerbriefe“ im Evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt

15.10.2015 19:00 – 15.10.2015 20:00

Sie waren eine beißende Satire gegen die Unwissenheit von Mönchen und Geistlichen des ausgehenden Mittelalters: die Dunkelmännerbriefe. Mit ihrer Entstehung, ihrem Inhalt, ihrem Stil und ihrer Zielrichtung beschäftigt sich der Jenaer Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Reinhard Hahn bei seinem Vortrag im Evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt. Er referiert am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr auf Einladung des Fördervereins der Bibliothek des Ev. Ministeriums. Der Eintritt zu dem Abend ist frei.

Schwarz-weißes Titelblatt mit sechs abgebildeten Personen und langem Titeleintrag incl. Rahmengestaltung.
Titelblatt der "Epistolae obscurorum virorum", veröffentlicht 1517 Bild: © Stadtmuseum Erfurt
15.10.2015 20:00

Satirische Schriften gegen mittelalterliche Lehren: Vortrag über „Die Dunkelmännerbriefe“ im Ev. Augustinerkloster zu Erfurt

Genre Veranstaltung
Veranstalter Förderverein der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums im Augustinerkloster Erfurt e. V.
Veranstaltungsort Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt, Bibliothekssaal, Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt

Beißende Satire gegen die Unwissenheit von Mönchen und Geistlichen des ausgehenden Mittelalters

Prof. Dr. Hahn beantwortet zunächst die Frage, wann und in welchem Zusammenhang die Dunkelmännerbriefe entstanden. Dann lüftet er das Geheimnis der Verfasser, handelt es sich doch um ein anonymes Werk mehrerer Autoren. Heute wird angenommen, dass der thüringische Humanist und Studienfreund Martin Luthers in Erfurt, Crotus Rubeanus, der geistige Urheber war, Ulrich von Hutten im Wesentlichen den zweiten Teil schuf und einige Stücke von dem westfälischen Humanisten Hermann Buschius stammen. Der Hauptteil des Vortrags stellt die Dunkelmännerbriefe, die im lateinischen Original „Epistolae obscurorum“ betitelt sind, anhand ausgewählter Briefe als humanistische Universitäts-Satire vor.

Prof. Dr. Reinhard Hahn studierte in Leipzig Germanistik und lehrte an den Universitäten Breslau, Kassel, Münster und Hamburg. Seit 1992 ist er Professor für deutsche Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit an der Universität Jena. Er forscht unter anderem über die Literatur des Humanismus und der Reformation und über mittelalterliche Literatur aus Thüringen.