„Arain! Im Gespräch sein. Welterbe werden“ – Veranstaltungsreihe 2016

05.10.2016 19:30 – 05.10.2016 21:00

In monatlichen Abständen werden in der Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt Themen behandelt, die einen Bezug zur jüdischen Geschichte der Stadt Erfurt haben bzw. diese in einen größeren wissenschaftlichen Kontext stellen. So begleitet die Vortragsreihe den Prozess der Erfurter Welterbe-Bewerbung und wirft zusätzlich Schlaglichter auf das globale Welterbeprogramm der Unesco, seine Chancen und Herausforderungen.

Logo der Vortragsreihe „Arain!“ Im Gespräch sein. Welterbe werden.
Bild: © Stadtverwaltung Erfurt
05.10.2016 21:00

„Arain! Im Gespräch sein. Welterbe werden“ – Veranstaltungsreihe 2016

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Unesco-Beauftragte in Kooperation mit der Stadt- und Regionalbibliothek
Veranstaltungsort Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt, Domplatz 1, 99084 Erfurt

Termine und Themen der Veranstaltungsreihe 2016

Der Eintritt ist frei.

Beginn jeweils 19:30 Uhr

03.02.2016

Burghauptmann Günter Schuchardt: Welterbe Wartburg – Lust oder Last?

Die Wartburg wurde 1999 als erste und bislang einzige deutsche Einzelburganlage in das Unesco-Welterbe aufgenommen. In der Begründung hieß es, sie sei trotz aller Überformungen späterer Jahrhunderte die ideale Höhenburg der feudalen Epoche in Mitteleuropa und
füge sich prachtvoll in ihre waldreiche Umgebung ein. Welche Vorteile hat die Unterschutzstellung gebracht, welche Nachteile sind damit womöglich aber auch verbunden?

02.03.2016

Prof. Dr. Elisabeth Hollender: Die Mahzor-Handschrift aus Erfurt

Zu den Erfurter hebräischen Handschriften gehört eine großformatige liturgische Handschrift (Mahzor), die im 13. Jh. anscheinend für die Erfurter Gemeinde geschrieben wurde und vor allem liturgische Poesie enthält. Der Vortrag stellt die Handschrift und die darin enthaltenen Texte vor und zeigt auf, was die Zusammenstellung der Texte über die Erfurter jüdische Gemeinde des Mittelalters aussagt.

06.04.2016

Steffi Behrendt: Schutz, Bildung, Zusammenarbeit – Was der Welterbetitel für Stralsund bedeutet

Welche Aufgaben ergeben sich aus dem Welterbe-Status für einen Ort wie Stralsund und wie werden diese bewältigt? Die Referentin stellt den besonderen Wert der Welterbestätte „Historische Altstädte Stralsund und Wismar“ vor und erzählt aus ihrer täglichen Arbeit. Dabei zeigt sie Maßnahmen auf, die dem Schutz der Stätte, der Vermittlung der Welterbe-Idee und der lokalen wie internationalen Zusammenarbeit dienen.

04.05.2016

Michael Wiehen: Einblicke in das jüdische Köln vor 1349

Von 2007 bis 2015 fanden am Rathausplatz in Köln Grabungen statt. Sie legten 2000 Jahre Geschichte der Stadt frei, vom römischen Statthalterpalast über das mittelalterliche jüdische Viertel bis zum 2. Weltkrieg. Die Vielzahl der geborgenen Funde ermöglicht zum Teil einmalige Einblicke in die jüdische Lebenswelt vor dem verheerenden Pogrom von 1349.

01.06.2016

Dr. Ulrike Wendland: Der Naumburger Dom und seine hochmittelalterliche Kulturlandschaft – Erfahrungsbericht zur Antragstellung

Ein Welterbe-Antrag ruht auf drei Säulen: der wissenschaftlichen Vorarbeit, der Beteiligung von Bevölkerung und wesentlichen Akteuren sowie der Formulierung eines Nominierungsdossiers, die ganz eigenen Regeln folgt. Berichtet wird über Erfahrungen aus dem Prozess im Burgenlandkreis sowie bei anderen Welterbe-Nominierungen in Sachsen-Anhalt.

07.09.2016

Prof. Dr. Wolfgang Schneider: Welterbe und Kulturvermittlung. Internationale Modelle, nationale Praxen, kulturpolitische Konzeptionen

Die Enquête-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages empfahl schon 2007 den Ländern, „den Bildungsauftrag der Welterbestätten durch engere Kooperationen mit Schulen weiterzuentwickeln und den Welterbegedanken im Unterricht sowie in der außerschulischen kulturellen Bildung zu verankern“. Was wäre also zu tun, damit Kulturgeschichte auch noch in der Zukunft wahrgenommen wird?

05.10.2016

Dr. Barbara Perlich: Aktuelle Forschungen zum Gebäudekomplex Benediktsplatz 1

Zum Vortrag: Das Quartier Benediktsplatz 1 am Fuß der Krämerbrücke war schon im Mittelalter „1a Lage“ in der Stadt. Wie die Häuser wann aussahen und was die jüdischen Einwohner Erfurts damit zu tun hatten, klärt zur Zeit ein Forschungsprojekt. Einige Ergebnisse der Forschung werden im Vortrag näher vorgestellt.

02.11.2016

Prof. Klaus Wolf und Johannes Deil: Erfurter Minnerätsel – Rekonstruktion eines Minnegedichts auf einem Gürtel aus dem Erfurter Schatz

Zum Erfurter Schatz gehört ein Gürtel, dessen silberne Applikationen mittelhochdeutsche Silben aufweisen. In ihrer ursprünglichen, korrekten Reihenfolge ergaben sie wohl ein Minnelied. Die beiden Referenten, der Germanist Prof. Dr. Klaus Wolf und der Mathematiker Johannes Deil, geben Einblick in ihre Recherchen zur Lösung des Erfurter Minnerätsels.

07.12.2016

Angelika Schneider: Welterbe „Klassisches Weimar“ – Wohn- und Wirkungsstätten der Klassiker und ihrer Förderer

In Weimar entstand Literatur von Weltrang. Hier entwickelten sich neue Konzepte zu Leben und Geselligkeit. Von hier gingen wichtige ideengeschichtliche Impulse aus. Dies alles ist in Weimars Altstadt, den Parkanlagen und Einzelbauwerken erlebbar. Die Anerkennung als Unesco-Welterbestätte würdigt die herausragende Rolle Weimars als geistiges Zentrum des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts.