7. Fachtag des Netzwerkes „Frühe Hilfen / Kinderschutz Erfurt“

16.11.2016 13:00 – 16.11.2016 16:00

Am 16. November fand unter Federführung des Jugendamtes der Stadt Erfurt in Zusammenarbeit mit der Erfurter Kinderschutzgruppe am Helios Klinikum die siebte gemeinsame Fachtagung im Auditorium des Helios Klinikums in der Zeit von 13 bis 16 Uhr statt. Schwerpunkt war zum zweiten Mal das Thema häusliche Gewalt und Ihre Folgen für Kinder und Frauen. Es referierten verschiedene Fachkräfte im Rahmen eines wissenschaftlich interdisziplinären Programms.

Das Bild zeigt das mit Menschen gefüllte Auditorium des Helios Klinikum zum 7. Fachtag der Frühen Hilfen im Jahr 2016
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
16.11.2016 16:00

7. Fachtag des Netzwerkes „Frühe Hilfen / Kinderschutz Erfurt“

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt / Jugendamt in Kooperation mit dem Helios-Klinikum Erfurt
Veranstaltungsort Auditorium des Helios-Klinikums Erfurt, Nordhäuser Straße 74,

„Häusliche Gewalt und ihre Folgen für Kinder, Frauen... Teil 2?“

  • 13:00 bis 13:10 Uhr | Amtsleitung Jugendamt Erfurt: Eröffnung
  • 13:10 bis 14:00 Uhr | Frau Schramm: Auswirkungen und Folgen häuslicher Gewalt auf Frauen und weshalb fällt es so schwer sich aus diesen Beziehungen zu lösen?
  • 13:40 bis 14:20 Uhr | Herr Dr. Großer: Medizinische Aspekte und Folgen stumpfer Gewalt im häuslichen Umfeld von Kindern
  • 14:20 bis 14:40 Uhr | Kaffeepause in Gesprächsgruppen
  • 14:40 bis 15:20 Uhr | Herr Dr. Englert: Psychische Folgen für Kinder, die permanent häuslicher Gewalt ausgesetzt sind
  • 15:20 bis 16:00 Uhr | Frau Mertens und Frau Dunkel: Fallbezogene interdisziplinäre Kooperation in Fällen von häuslicher Gewalt anhand von Fallbeispielen
Das Bild zeigt das erste Folie der Präsentation zu des Votrages zu den psychsichen Folgen Häuslicher Gewalt.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

"Mein Vater hat sie öfters geschlagen und auch an den Haaren gezogen… und ich habe immer geweint, weil mir das auch wehtat,…und da hat er immer zu ihr gesagt, "Du Hure, du schläfst mit anderen" und dabei hat das gar nicht gestimmt: Ich habe immer gesagt, hört auf, aber ich habe nichts getan. Weil ich hatte Angst. Ich hatte sehr viel Angst".

Mit diesem Zitat begann Dr. Ekkehardt Englert als Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Helios Klinikum Erfurt sein Referat zum 7. Fachtag des Erfurter Netzwerkes Frühe Hilfen Kinderschutz. Schwerpunkt seines Vortages waren die psychischen Folgen für Kinder, die permanent häuslicher Gewalt ausgesetzt sind.

Frau Magdalena Schramm, Psychologin des Katholischen Krankenhauses, erläuterte anschließend sehr eindrucksvoll, weshalb Frauen aus dieser Spirale der Gewalt und Demütigung nicht so einfach ausbrechen können. Dies zu verstehen, war Anliegen dieses fachlichen Austausches im Rahmen des Fachtages. Nur mit dem Verständnis um die inneren Konflikte, die die Frauen und Kinder bewegen, ist es möglich sie für die Inanspruchnahme von möglichen Hilfsangeboten zu sensibilisieren und motivieren.

Insgesamt 150 Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Ärzte, Beamte der Polizeiinspektionen nahmen an der Veranstaltung teil. Im Auditorium des Helios Klinikum war es während der Redezeit trotz der großen Teilnehmerzahl sehr ruhig, konzentriert folgten alle den Ausführungen und nutzten die kurzen Sequenzen zwischen den Referaten zum Diskutieren.

Dr. Kay Großer, wissenschaftlicher Leiter dieser Veranstaltung und gleichzeitig Chefarzt der Kinderchirurgie, erörtere nach einer Kaffeepause wie konkret Verletzungen an Kindern im Rahmen häuslicher Gewalt aussehen.

Anschließend konnten die Mitarbeiter des Erfurter Frauenhauses verschiedene konkrete Hilfsangebote aufzeigen.

Dieser Fachtag war eine gelungene Veranstaltung, um aufzuzeigen, dass im Sinne früher Hilfen und eines gelingenden Kindeschutzes Vernetzungen von Berufsgruppen nicht nur wichtig, sondern auch zwingend notwendig sind.