Jüdische Friedhöfe in Thüringen

10.04.2018 19:30 – 10.04.2018 21:00

Ein Vortrag von Nathanja Hüttenmeister, Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

Zu sehen ist eine Reihe von Gräbern inmitten einer Grünanlage. Teilweise sind es einfache Grabsteine, teilweise Monumente, wie sie für das 19. jahrhundert typisch sind, beispielsweise die Form eines Obelisken nachempfindend.
Foto: © Papenfuss Atelier, Weimar
10.04.2018 21:00

Jüdische Friedhöfe in Thüringen

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Unesco-Beauftragte in Kooperation mit den Geschichtsmuseen
Veranstaltungsort Alte Synagoge, Waagegasse 8, 99084 Erfurt
Eine Frau mit langen hellbraunen Haaren und einer roten eckigen Brille blickt in die Kamera. Von der Seite scheint ihr die Sonne ins Gesicht, weshalb sie die Augen leicht geschlossen hat. Im Hintergrund sind grün belaubte Bäume zu sehen.
Foto: Nathanja Hüttenmeister Foto: © N. Hüttenmeister

Mindestens 36 jüdische Friedhöfe haben sich in Thüringen erhalten, mit zusammen über 5.000 Grabinschriften. Allein in Erfurt umfassen diese einen Zeitraum von fast 900 Jahren – von den mittelalterlichen Grabmalen bis hin zum heute noch belegten Friedhof an der Werner-Seelenbinder-Straße. Von schlichten Kalksteinstelen bis hin zu großen Grabmonumenten, von den nötigsten Namen und Daten bis hin zu langen und aufwendig gereimten Eulogien bieten diese Grabsteine und ihre Inschriften einen Über- und Einblick in die Entwicklung der jüdischen Sepulkralkultur seit dem 12. Jahrhundert.

Zur Person

Schon während des Studiums der Judaistik, Islamwissenschaft/Arabistik und Geschichte in Tübingen, Berlin und Jerusalem arbeitete Nathanja Hüttenmeister an zahlreichen Projekten und Publikationen zu jüdischen Friedhöfen mit. Von 1998-2002 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Projekt "Germania Judaica IV" zur Geschichte der Juden im Alten Reich (1520-1650) an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, später an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 1996 war sie freie und seit 2003 ist sie angestellte wissenschaftliche Mitarbeiterin am Salomon Ludwig Steinheim-Institut, hier vor allem zuständig für Epigraphik und Memorbücher.

Moderiert wird der Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Schramm, 1. Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, die auch Eigentümerin des Neuen Jüdischen Friedhofs in Erfurt ist.

Weitere Termine 2018

8. Mai: „Die Geheimnisse der Buchstabenkrönchen in den Erfurter Torarollen“ – Dr. Annett Martini, Institut für Judaistik, Freie Universität Berlin

5. Juni: „Ritual im Bild – Essen und Trinken in mittelalterlichen jüdischen Darstellungen“ – Dr. Claudia Bergmann, Universität Erfurt

11. September: „Jüdisch-christliches Zusammenleben und Interaktion“ – PD Mag. Dr. Birgit Wiedl, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten

9. Oktober: „Der jüdische Friedhof Königstraße in Hamburg-Altona“ – Dr. Michael Studemund-Halévy, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

6. November: „Welterbe 'Klassisches Weimar' – Wohn- und Wirkungsstätten der Klassiker und ihrer Förderer“ – Klassik-Stiftung Weimar (N. N.)

4. Dezember: „Ritus und Raum in mittelalterlichen Synagogen“ – Prof. Annette Weber, Hochschule für jüdische Studien, Heidelberg