Die Geheimnisse der Buchstabenkrönchen in den Erfurter Torarollen

08.05.2018 19:30 – 08.05.2018 21:00

Ein Vortrag von Dr. Annett Martini, Institut für Judaistik an der Freien Universität Berlin

Auf einem Stück Pergament sind insgesamt fünf Reihen hebräischer Schriftzeichen zu sehen. Sie sind kunstvoll in dunkler Tinte ausgeführt. Einige tragen "Krönchen" in Form von zwei oder drei nebeneinander stehende vertikalen Strichen, die aus zahlreichen Buchstaben in die Höhe ragen.
Bild: © Staatsbibliothek Berlin – Preußischer Kulturbesitz
08.05.2018 21:00

Die Geheimnisse der Buchstabenkrönchen in den Erfurter Torarollen

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Unesco-Beauftragte in Kooperation mit den Geschichtsmuseen
Veranstaltungsort Alte Synagoge, Waagegasse 8, 99084 Erfurt
Eine junge Frau mit kurzen braunen Haaren und braunen Augen blickt lächelnd in die Kamera. Sie trägt einen schwarzen Pullover und sitzt vor einem Bücherregal.
Foto: Annett Martini Foto: © A. Martini

Die Krönung ausgesuchter Buchstaben ist ausschließlich dem Schreiber einer Torarolle vorbehalten. Die geheimnisvollen Zeichen besitzen zwar keine primär praktische Funktion, waren im mittelalterlichen Europa jedoch Ausgangspunkt für zahlreiche Spekulationen ethischer und mystischer Natur. Der Vortrag wird auf Grundlage der Erfurter Handschriftenzeugnisse in die Ursprünge und Deutungsmuster dieser besonderen Schriftelemente einführen.
Hebräischkenntnisse sind nicht notwendig.

Zur Person

Annett Martini studierte Judaistik, Religionswissenschaft und Germanistik an der Freien Universität Berlin und der Hebrew University Jerusalem. Von 2005 bis 2016 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Judaistik der FU Berlin, wo sie auch promovierte. Im Oktober 2017 reichte sie ihre Habilitationsschrift zum Thema "Die Arbeit des Himmels: Jüdische Konzeptionen des rituellen Schreibens in der europäischen Kultur des Mittelalters" ein. Seither leitet sie das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt "Die hebräischen Handschriften der Erfurter Sammlung als kulturhistorische Zeugen jüdischen Lebens im Mittelalter".

Moderiert wird der Vortrag von Dr. Claudia Bergmann, Projektkoordinatorin des Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt.

Weitere Termine 2018

5. Juni: „Ritual im Bild – Essen und Trinken in mittelalterlichen jüdischen Darstellungen“ – Dr. Claudia Bergmann, Universität Erfurt

11. September: „Jüdisch-christliches Zusammenleben und Interaktion“ – PD Mag. Dr. Birgit Wiedl, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten

9. Oktober: „Der jüdische Friedhof Königstraße in Hamburg-Altona“ – Dr. Michael Studemund-Halévy, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

6. November: „Welterbe 'Klassisches Weimar' – Wohn- und Wirkungsstätten der Klassiker und ihrer Förderer“ – Klassik-Stiftung Weimar (N. N.)

4. Dezember: „Ritus und Raum in mittelalterlichen Synagogen“ – Prof. Annette Weber, Hochschule für jüdische Studien, Heidelberg