NS-Besatzungspolitik in Polen. Ghettoisierung und Vernichtung

28.07.2018 13:00 – 04.08.2018 19:00

Die Studienreise thematisiert den Zusammenhang von Ghettoisierung und nationalsozialistischer Vernichtungspolitik. Den Ghettos kam im Geschehen des Holocausts eine zentrale Bedeutung zu, zeitweise wurden sie zu „Wartesälen der Vernichtung“.

Überreste einer alten Mauer mit Gedenktafeln.
Foto: © Sophie Eckenstaler
04.08.2018 19:00

NS-Besatzungspolitik in Polen. Ghettoisierung und Vernichtung. Studienreise der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen

Genre Veranstaltung
Veranstalter Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Eine Spurensuche in Warschau, Łódź und Chełmno

Studienreise der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen

Seminarleitung: Marta Kurek, Weimar
Referenten: Peter Reif-Spirek, stellv. Leiter der Landeszentralen für politische Bildung Thüringen, und Roland Vossebrecker, Mitarbeiter des Bildungswerks Stanislaw Hantz

Die Studienreise thematisiert den Zusammenhang von Ghettoisierung und nationalsozialistischer Vernichtungspolitik. Den Ghettos kam im Geschehen des Holocausts eine zentrale Bedeutung zu, zeitweise wurden sie zu „Wartesälen der Vernichtung“. Mindestens die Hälfte aller ermordeten Juden Europas musste eine Zeitlang in einem Ghetto leben – der Kontrolle und dem Terror des NS-Regimes ausgesetzt.

Bis 1939 befand sich in Warschau die größte jüdische Gemeinde Europas – die Stadt war eine pulsierende Metropole auch des jüdischen Lebens. Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde im Herbst 1940 das Warschauer Ghetto errichtet. Hierher wurden vor allem Juden aus ganz Warschau und Polen sowie aus dem deutschen Reichsgebiet und den besetzten Ländern deportiert. Es folgte eine Politik der Unterversorgung, der Diskriminierung und Gewalt. Ab Juli 1942 diente das Ghetto schließlich hauptsächlich als Sammellager für die Deportationen in das Vernichtungslager Treblinka. Das Warschauer Ghetto war zugleich der Ort der größten jüdischen Widerstandsaktion gegen den Völkermord, des Aufstands im Warschauer Ghetto.

Das Ghetto von Łódź (damals Litzmannstadt) war das erste Großghetto, das die Nazis auf polnischem Boden errichteten, und es hatte am längsten Bestand. Erst im August 1944 wurde es als letztes jüdisches Ghetto aufgelöst und die bis dahin überlebenden Juden wurden nach Auschwitz deportiert.

In dem etwa 60 Kilometer von Łódź entfernten Dorf Chełmno errichteten die Nazis im Dezember 1941 als erstes Vernichtungslager Kulmhof. Hier wurden vor allem die „arbeitsunfähigen“ Juden des Ghettos Łódź und des „Reichsgaus Wartheland“ in Gaswagen ermordet. In Chełmno sind der Ablauf des Vernichtungsprozesses, die Täter und ihr „Alltag“ das Thema.

In mehreren thematischen Exkursionen widmet sich die Studienreise den alltäglichen Lebensbedingungen im Ghetto. Tagebücher von jüdischen Autoren begleiten die Teilnehmenden und geben einen unmittelbaren Eindruck vom Leben und Sterben im Ghetto.

Eine Anmeldung ist bis zum 4. April 2018 möglich:

Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Regierungsstraße 73 ∙ 99084 Erfurt
Postfach 900253 ∙ 99105 Erfurt
Tel. 0361 57-3211710