Erfurt – eine Stadt, die bildet. Diesen Ruf hat sich Thüringens Landeshauptstadt in Jahrhunderten erworben und auch oder besonders heute gilt Erfurt als ein Ort, an dem es sich leben und lernen lässt.
Haben einst Größen wie Johannes von Wesel, Martin Luther, Spalatin, Kaspar Stieler und Joseph Martin Kraus in Erfurt studiert oder gelehrt und den hervorragenden Ruf der Universität im 15. Jahrhundert als eine der meist besuchten deutschen Hochschulen geprägt, ist Erfurt heute mit über 9 000 Studierenden ein moderner und hochinteressanter Studienort. Mit der Universität und der Fachhochschule sowie der erst 2008 gegründeten privaten Adam-Ries-Fachhochschule bietet Erfurt als Hochschulstandort hervorragende Studienbedingungen.
Reformuniversität Erfurt - Tradition und Innovation
Die Universität Erfurt ist die jüngste deutsche Universität und verfügt zugleich über eine bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition. Sie nahm 1392 als dritte Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands den Lehrbetrieb auf, wurde 1816 geschlossen und 1994 auf Initiative der Erfurter Bürgerschaft wieder gegründet. Die Universität Erfurt positionierte sie rasch in der deutschen Hochschullandschaft als Reformuniversität. Als geistes- und kulturwissenschaftliche Hochschule ist sie durch eine enge Vernetzung von Philosophischer, Erziehungswissenschaftlicher, Staatswissenschaftlicher und Katholisch-Theologischer Fakultät geprägt. Internationalität, Interdisziplinarität, ein intensives Betreuungssystem, neue Studienkonzepte und -inhalte prägen das Profil der Universität Erfurt. Die Universität Erfurt führte als erste Hochschule in Deutschland in allen in ihrer Verantwortung liegenden Studiengängen die Bachelor- und Masterabschlüsse ein. Alle Angebote verfügen seit 2007 über das Gütesiegel der Akkreditierung.
Die Uni Erfurt ist eine Campusuniversität mit kurzen Wegen zu Lehrgebäuden, Wohnheimen, Sportanlagen und Cafés. Hier befindet sich auch die neu erbaute moderne Universitäts- und Forschungsbibliothek mit über einer Million Büchern und Medien, überwiegend in Freihandaufstellung. Sie erhielt im CHE-Ranking für Universitätsbibliotheken der Geisteswissenschaften durchgängig hervorragende Beurteilungen. Die sich in Ihrem Bestand befindlichen einmaligen historischen Handschriften und Druckwerke, u. a. die als Dauerleihgabe der Stadt Erfurt eingebrachte Bibliothek von Amplonius Ratingk von Bercka, bieten der Forschung ein wichtiges Fundament. Forschungskooperationen über die Disziplinengrenzen hinaus, Internationalität und die Entwicklung innovativer Fragestellungen prägen das Forschungsprofil der Universität. Neue Wege in Forschung und Lehre prägen das Erfurter Max- Weber-Kolleg: international anerkannte Wissenschaftler forschen hier gemeinsam mit Nachwuchswissenschaftlern an sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen .
Fachhochschule Erfurt - Wissenschaft und Praxis modern und flexibel verbinden
Mit der Gründung der Fachhochschule Erfurt 1991, bei der wesentliche Fachbereiche aus den Ingenieurschulen für Gartenbau und Bauwesen entstanden, wurde die langjährigen Erfurter Traditionen der Ingenieurausbildung fortgesetzt.
Heute ist die Fachhochschule Erfurt eine moderne, praxisorientierte Hochschule mit einem guten Ruf, die wissenschaftliche Ausbildung und praxisorientierten Anwendungen verbindet. Neue Studienangebote garantieren ein effektives, gestrafftes Studium, das den schnellen Weg in die berufliche Praxis ermöglicht und zugleich die Möglichkeiten weiterer akademischer Bildung eröffnet. Das umfangreiche Sprachangebot bietet weitere Qualifizierungsmöglichkeiten. Herauszuheben ist die gute Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Unternehmen und Institutionen der Region sowie mit kommunalen Einrichtungen.
Erste private Hochschule Erfurt
Zukunftschancen liegen für junge Menschen gerade in neuen, praxisnahen, aber dennoch wissenschaftlichen Studiengängen, die innerhalb einer überschaubaren Zeit einen akademischen Abschluss mit Praxiserfahrung bieten, um in den mittelständisch geprägten Branchen Führungspositionen übernehmen zu können.
Theorie und Praxis auf hohem Niveau verbinden – diesem Anspruch fühlt sich die private Adam-Ries-Fachhochschule in besonderem Maße verpflichtet, die im Jahr 2008 ihre Tore geöffnet hat. Die Studiengänge wurden bewusst als sinnvolle Alternative zum rein akademischen Studium konzipiert und ergänzen und den Fächerkanon der beiden staatlichen Hochschulen und bereichern somit die akademische Landschaft der Landeshauptstadt Erfurt.
Universitätsgesellschaft Erfurt e. V.
Die Universitätsgesellschaft Erfurt e. V. versteht sich als Keimzelle der neuen Universität Erfurt. Bereits am 15.10.1987 bildeten Erfurter Bürger die "Interessengemeinschaft Alte Universität Erfurt". In einer beispiellosen Bürgerbewegung, insbesondere in den Jahren 1989/1990, forderten die Erfurter die Wiedergründung ihrer Universität Erfurt ein. An ihre Spitze setzte sich der frei gewählte Erfurter Oberbürgermeister.
Am 20.06.1990 ermächtigten der Rat und der Magistrat der Stadt Erfurt ihren Oberbürgermeister Manfred Ruge, zur Förderung des Vorhabens einer Universitätsgründung ein internationales Gremium zu berufen. Am 31.08.1990 wird der Gründungsausschuss der Stadt für eine Europäische Universität Erfurt gebildet und verabschiedet am 27.08.1991 eine Gründungsdenkschrift.
Aus dieser Bewegung ist die heutige Universitätsgesellschaft hervorgegangen, die sich nicht nur als eine Fördergesellschaft versteht. Sie schafft eine Plattform, um die Beziehung zwischen Wissenschaft und Praxis zu vertiefen, Freunde, Förderer und Stifter für die Universität zu gewinnen. Die Universitätsgesellschaft fördert die Restaurierung und den Wiederaufbau von historischen Gebäuden und unterstützt den Aufbau und die Entwicklung der Universität Erfurt und will den Universitätsgedanken im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit verankern und das kulturgeschichtliche Erbe der Alten Universität bewahren.
Mit der Übernahme des Collegium maius durch die Evangelische Kirche Mittelthüringens ist das satzungsgemäße Ziel einer Wiedernutzbarmachung dieses historischen universitären Gebäudes erreicht, auch wenn die historische nicht durch eine aktuelle universitäre Nutzung abgelöst werden konnte. Hauptziel für die kommende Arbeit der Universitätsgesellschaft ist nunmehr die Stärkung des Hochschulstandortes Erfurt und die Entwicklung eines effektiven Hochschulmarketings.
Studentenwerk Thüringen
Alles was in einem Studentenalltag nicht unmittelbar mit der Ausbildung zusammenhängt ist Aufgabe des Studentenwerkes Thüringen; es ist zuständig für die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Belange der Studenten. Damit Studieren gelingt, bietet auch das Studentenwerk Thüringen ein spezialisiertes, auf studentische Lebensbedingungen zugeschnittenes Dienstleistungsangebot, wie den Betrieb von Mensen und Cafeterien mit günstigen Preisen, die Verwaltung und den Betrieb von Wohnheimen, die Regelung der Studienfinanzierung im Rahmen des BAFöG und darüber hinaus psychologische und soziale Beratungen sowie Kinderbetreuung für studierende Eltern und kulturelle Angebote.
Kooperation zwischen Stadt und Hochschulen
Stand anfangs noch die Frage, ob Erfurt eine Universitätsstadt oder nur eine Stadt mit Universität sei, zeigen die Entwicklungen der letzten Jahre, dass die Erfurter Hochschulen in der Stadt angekommen sind. Auf der Grundlage der im Jahr 2003 beschlossenen Kooperationsvereinbarungen zwischen der Stadt und der Universität Erfurt bzw. der Stadt und der Fachhochschule Erfurt hat sich eine Zusammenarbeit entwickelt, die Früchte zeigt.
Vielfältige bilaterale, aber auch hochschulübergreifende Maßnahmen werden gemeinsam geplant und umgesetzt und zunehmend identifizieren sich die Erfurter Bürger mit ihren Hochschulen. Die Hochschulen selbst bestimmen den Erfurter Hochschulstandort durch ihre Entwicklung und ihre Imagedarstellung als innovativen, attraktiven Studienort. Vor allem auch die enge Zusammenarbeit beider Hochschulen als Partner auf Augenhöhe machen die gewachsene Ausstrahlung der Stadt Erfurt als Hochschulstandort deutlich.
Die strukturelle Umgestaltung des Stadtmarketings mit einem Fokus besonders auch auf die Hochschulen der Stadt und gemeinsame Anstrengungen zur Verbindung mit dem Hochschulmarketing zur Schaffung eines effektiven Standortmarketings sind wertvoller Ansatz dafür, um den Hochschulstandort Erfurt bekannter zu machen und die guten Lebens- wie auch Studienbedingungen als Standortfaktor aufzuzeigen.
Einen Überblick über die erreichten Ergebnisse bei der Umsetzung der Kooperationsvereinbarungen bieten die Sachstandsberichte der Stadtverwaltung Erfurt.
Nähere Informationen dazu erhalten Sie hier: