Hilfen zur Erziehung

Kinder formen aus einem langen blauen Tuch einen Fluss.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / C. Müller-Linke

Allgemeine Informationen

Was ist eine Hilfe zur Erziehung?

Unter dem Begriff der "Hilfen zur Erziehung durch die Jugendhilfe" werden verschieden individuelle und/oder therapeutische Maßnahmen zusammengefasst. Die Leistungen können sowohl ambulant, teilstationär oder stationär erbracht werden.

Anspruch auf Hilfe zur Erziehung haben Eltern mit Sorgerechtsanspruch bei der Erziehung ihres Kindes oder Jugendlichen, wenn

  • keine Erziehung gewährleistet ist, die dem Wohl ihres Kindes oder ihres Jugendlichen entspricht und
  • die Hilfe für die Entwicklung geeignet und notwendig ist.

Wer kann Hilfe zur Erziehung erhalten?

Wenn Väter und Mütter mit Sorgerecht für ihre Kinder Hilfe, Rat oder Unterstützung bei der Erziehung benötigen oder mit der Aufgabe nicht mehr allein zurechtkommen, können sie sich an das Jugendamt, eine Beratungsstelle oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe wenden.

Der Anstoß kann natürlich auch vom Kind oder Jugendlichen ausgehen. Diese haben das Recht, sich in allen Angelegenheiten der Erziehung und Entwicklung an das Jugendamt zu wenden.

Hilfen zur Erziehung werden grundsätzlich nur auf Antrag gewährt und wenn das Jugendamt der Hilfeart zugestimmt hat. Die Hilfen werden jedenfalls immer freiwillig angenommen.

Hilfe für junge Volljährige

Hilfe zur Erziehung können auch junge volljährige Menschen erhalten, die nicht mehr bei den Eltern leben, aber auch noch nicht selbständig ihr Leben in die Hand nehmen können.

Formen von Hilfe zur Erziehung

  • Familienunterstützende Hilfen (Erziehungsberatung, sozialpädagogische Familienhilfe, soziale Gruppenarbeit, Erziehungsbeistände)
  • Familienergänzende Hilfen (Tagesgruppe)
  • Familienersetzende/-ergänzende Hilfen (Vollzeitpflege, Heimerziehung oder sonstige Wohnformen, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung)

 

Auswahl der geeigneten Hilfen

Hilfe zur Erziehung wird immer dann gewährt, wenn ein erzieherischer Bedarf vorhanden ist, den die Personensorgeberechtigten ohne Hilfe von außen nicht erfüllen können. Auf ein Verschulden kommt es dabei nicht an.

Es wird jeweils die Hilfe ausgewählt, die für die Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen geeignet ist. Die Wünsche und Vorstellungen der Eltern und der Kinder werden dabei berücksichtigt.

Hilfen für eine Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung erhalten auch über 18-Jährige.

Hilfepläne

Wenn die Hilfe voraussichtlich länger als 6 Monate dauert, wird im Jugendamt gemeinsam mit den Eltern und Kindern ein sogenannter Hilfeplan aufgestellt. Darin sind

  • die Entscheidungsgrundlagen,
  • die einzelnen Leistungen und
  • die angestrebten Ziele festgeschrieben.

Der Hilfeplan wird regelmäßig überprüft und gemeinsam mit allen Beteiligten fortgeschrieben.

Zu den typischen Formen der Hilfen zur Erziehung zählen:

  • Erziehungsberatung, sozialpädagogische Familienhilfe, soziale Gruppenarbeit und Erziehungsbeistände (familienunterstützende Hilfen),
  • Tagesgruppe (familienergänzende Hilfen),
  • Vollzeitpflege, Heimerziehung oder sonstige Wohnformen, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (familienersetzende/-ergänzende Hilfen)

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