Erzieherischer/präventiver Kinder- und Jugendschutz

Zwei Mädchen liegen auf dem Rücken auf einer bunt bestickten gelben Decke
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Allgemeine Informationen

Jungs sitzen mit einer Betreuerin vor einem PC und betrachten das Kinderspiel auf dem Monitor
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Der erzieherischer und präventiver Kinder- und Jugendschutz hat die Fürsorge und den Schutz von Kindern und Jugendlichen bei jugendschutzrelevanten Alltagssituationen (Projekte an Schulen zu gefährlichen Orten, Mobbing, Gewalt, Schulprobleme, Drogen, etc.) zum Ziel.

In Erfurt umfasst er

  • verschiedene Projekte in Kinder- Jugend- und Bildungseinrichtungen sowie
  • Fortbildungsangebote für Multiplikatoren (z.B. Pädagogen, Gewerbetreibende, Polizei, Mitarbeiter von Institutionen, Sicherheitspersonal)

zu kinder- und jugendschutzrelevanten Themen und Problemen (Drogen, Gewalt, Medien, etc.), die im Folgenden näher vorgestellt  werden.

Projekte und Angebote

zwei Mädchen liegen gemeinsam auf einer Parkbank und genießen mit geschlossenen Augen die Sonne
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
  1. Mentorenprojekt "Balu und Du",
  2. Jugendschutzparcours "Stop and Go" (Umfasst alle Jugendschutzrelevanten Themen),
  3. "Ich darf NEIN sagen!"
  4. Gewaltpräventionsprojekt "Was du nicht willst, dass ich dir tu, dass füg auch keinen anderen zu",
  5. Projekt "Nein! Nein! Ich geh nicht mit!" und
  6. Jugendmedienschutzprojekt "Frei ab ?" .

1. Mentorenprojekt "Balu und Du"

Wer kennt sie nicht – den quirligen und immer neugierigen Mogli und seinen Freund Balu aus der Geschichte "Das Dschungelbuch", die gemeinsam so manches Abenteuer im Dschungel meistern? Auch das tägliche Leben von Kindern kann manchmal wie ein Dschungel sein. Dann wäre es gut, einen Begleiter an seiner Seite zu haben, der hilft, sich zurechtzufinden und Antworten auf die vielen Fragen geben kann.

Kinder im Grundschulalter finden solch "bärenstarke" Begleiter im Rahmen des Projektes "Balu und Du". Diese individuellen Paten, die "Balus" genannt werden, können gemeinsam mit den Kindern über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr gemeinsam viele spannende und interessante Dinge zusammen erleben: Sie basteln, kochen, treiben Sport, musizieren, unternehmen Ausflüge in die Natur, besuchen Museen, das Kino und die Bibliothek und träumen. In der gemeinsam verbrachten Zeit ergeben sich für die Kinder unzählige Chancen auf Lernanregungen für Kopf, Herz und Hand.

2. "Stop & go – ein Jugendschutzparcours zum Mitmachen"

  • Wozu brauche ich Jugendschutz?
  • Was bedeutet Jugendschutz im öffentlichen Raum?
  • Was ist eine Indizierung und was verbirgt sich hinter FSK, USK und JuArbSchuG und was geht mich das an?
  • Wird mein Konsumverhalten wirklich durch Werbung beeinflusst und halten die Produkte das, was Werbung von ihnen verspricht?
  • Wie lange darf ich mit meinen Freunden in die Disco und ins Kino? Was darf ich trinken und rauchen?

Antworten auf diese und viele andere Fragen rund um das Thema Jugendschutz und Jugendschutzgesetz finden die Besucher in der Ausstellung "stop & go" – einem Parcours

  • zum Mitmachen,
  • zur praxisnahen Auseinandersetzung mit den gesetzlichen Bestimmungen und
  • der Vermittlung von Kenntnissen zum Kinder- und Jugendschutz.

Die Besucher werden aktiv einbezogen und finden sich sicherlich mehr oder weniger in der einen oder anderen beschriebenen Situation aus dem Alltag unserer Kinder und Jugendlichen wider.

Zielgruppe: 

  • Kinder und Jugendliche ab einem Alter von 10 Jahren u

Inhalt:

  • Gesetzlicher Kinder und Jugendschutz – Jugendschutzgesetz – Jugendschutz in der Öffentlichkeit:
    • Konsum von Alkohol,
    • Rauchen,
    • Discobesuche
    • Kinobesuche und
    • Kennzeichnung von Computerspielen
  • Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz – Prävention:
    • Suchtprävention
    • Gewaltprävention und 
    • Jugendmedienschutz.
  • Struktureller Kinder- und Jugendschutz:
    • Verkehrs- und Wohnstrukturen,
    • Umweltbelastungen und 
    • Partizipation von Kindern und Jugendlichen.

Ziel:                                                                                                                                                                                                      

  • Erkennen von spezifischen Gefährdungen.    
  • Sensibilisierung für Probleme und Konflikte von Kindern und Jugendlichen,
  • Vermittlung von Konfliktlösungskompetenzen,
  • Information und Aufklärung sowie
  • Vermittlung von sozialen Kompetenzen.

Ablauf:

  • Für die Absolvierung des Parcours mit allen Stationen ist ein zeitlicher Rahmen von bis zu drei Unterrichtsstunden einzuplanen.
  • Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich nur mit ausgewählten Themen/Stationen zu beschäftigen.                                      

3. "Ich darf NEIN sagen!"

Das Präventionsprojekt im erzieherischen Kinderschutz beinhaltet die nachhaltige, zielgerichtete und systematische Vermittlung von Lebenskompetenzen.

Zielgruppe:

  • Kindern der Altersstufen 5 und 6 Jahre

Inhalt:

  • Vermeidung von problematischem Verhalten,
  • Förderung von Ressourcen der Kinder (Resilienzförderung),
  • Kindern Hilfestellung bei der Entwicklung zu starken und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu geben sowie
  • frühzeitig auf Entwicklungsrisiken und mögliche Gefährdungsmomente von Kindern bzw. bei Kindern aufmerksam machen und Handlungsalternativen unterstützend anbieten.

Durch unterschiedlichste Methoden und Mitmachaktionen werden die Kinder, deren Eltern und Erzieher in die Lage versetzt, in kritischen Situationen überlegt und selbstbewusst zu handeln.

Das Projekt umfasst mehrere Phasen

  1. Vorstellung des Projektes in der Einrichtung im Rahmen einer Dienstbesprechung und Klärung der organisatorischen Fragen sowie des Zeitplanes
  2. Teilnahme an Elternabenden bzw. Elterngesprächen zur Information der Eltern
  3. Arbeit mit den Kindern
  • Verhalten gegenüber Fremden
  • Grenzen und Grenzverletzungen im Umgang mit- und untereinander
  • "Ich darf NEIN sagen!"
  • Kinderrechte
  • Gefühle/Geheimnisse
  • Ich darf Hilfe holen! Hilfe holen ist kein Petzen!

Ablauf:

  • Zeitumfang von jeweils mindestens 1 Stunde bei mindestens 6 Terminen vor Ort in der Einrichtung
  • sowie eine Veranstaltung mit Filmvorführung im Freizeittreff Lindenweg (Dauer etwa 3 Stunden ) und eine Prüfungs- und Abschlussveranstaltung in der Einrichtung (Dauer etwa 2 Stunden ).

Angebote

  • Präventionsgespräche zu den Themen Alkohol und Rauchen (§§ 9 und 10 JuSchG) und
  • verschiedene kostenfreie Schulungsprojekte für Multiplikatoren und Gewerbetreibende (Themen nach Anfrage).

Kontakt

Wünschen Sie eine Beratung zur Thematik Kinder- und Jugendschutz oder weitere Informationen zu den hier vorgestellten Projekten sowie Angeboten, dann vereinbaren Sie bitte unter den angegeben Kontaktdaten einen individuellen Termin.

Im Falle eines Außentermins der Kinderschutzbeauftragten nutzen Sie bitte die Möglichkeit Ihr Anliegen und Ihre Telefonnummer auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen. Die Mitarbeiter werden sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen.

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Außenstelle Büro Lindenweg 7
99084 Erfurt

Außenstelle Büro Lindenweg 7, 99084 Erfurt