Selbstschutz und Vorsorge im Katastrophenschutz

Selbstschutz/Zivilschutz

Selbstschutz ist die Summe der individuellen Maßnahmen der Bevölkerung und oder von Behörden bzw. Unternehmen und Betrieben zur Vermeidung, Vorsorge und Bewältigung von schädigenden Ereignissen.

Der Selbstschutz umfasst insbesondere Maßnahmen, um den engeren Wohn- und Arbeitsbereich zu schützen und Schäden an Leben und Gesundheit zu vermeiden bzw. zu mindern. Im § 1 des Thüringer Gesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz steht im Absatz 3: „Der Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und der Katastrophenschutz sollen die Selbsthilfe der Bevölkerung durch im öffentlichen Interesse gebotene behördliche Maßnahmen ergänzen.“

Hieraus erschließt sich die Verantwortung jedes Einzelnen, aktiv an vorbeugenden und abwehrenden Maßnahmen zur Schadensverhütung/-begrenzung beizutragen.

Im August 2016 hat das Bundesministerium des Inneren (BMI) die "Konzeption Zivile Verteidigung" (KZV) als Basisdokument zur Aufgabenerfüllung im Bereich zivile Verteidigung und Notfallvorsorge des Bundes veröffentlicht. Der nebenstehende Link zum BMI verweist auf das Konzept (barrierefrei).

Notfallvorsorge

Für einen hoffentlich nie eintretenden Notfall oder Katastrophenfall hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine kostenlose Broschüre herausgegeben. In dieser Broschüre sind Maßnahmen beschrieben, um beispielsweise bei einem Brand, einer Evakuierung, einer Lebensmittelknappheit richtig zu reagieren. Hauptaugenmerk wird jedoch auf die Vorsorge gelegt. Denn wenn ein Notfall eintreten sollte, ist es für Vorsorgemaßnahmen zu spät! Dann muss beispielsweise das Notgepäck bereitstehen und ein Lebensmittelnotvorrat im Haus vorhanden sein.

Deckblatt Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

Dateigröße: 3.7 MB | Dateityp: pdf | PDF nicht barrierefrei

Herausgeber: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Redaktion: BBK

Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ 2013

Hinweise für die Vorratshaltung

Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit.

  • Halten Sie pro Person ca. 14 Liter Flüssigkeit je Woche vorrätig.
  • Geeignete Getränke sind Mineralwasser, Fruchtsäfte und andere länger lagerfähige Getränke.
  • Halten Sie vor allem Lebensmittel und Getränke vorrätig, die Sie und Ihre Familie auch normalerweise nutzen.
  • Strom weg? Achten Sie darauf, dass Esswaren auch ohne Kühlung länger gelagert werden können und ein Großteil Ihres Vorrats auch kalt gegessen werden kann.
  • Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Beschriften Sie Lebensmittel ohne Kennzeichnung mit dem Einkaufsdatum.
  • Sie sollten Lebensmittel kühl, trocken und dunkel aufbewahren. Achten Sie auf luftdichte Verpackung.
  • Neu gekaufte Vorräte gehören nach „hinten“ ins Regal. Brauchen Sie die älteren Lebensmittel zuerst auf. Somit ist eine Wälzung gewährleistet.
  • Tiefgekühlte Lebensmittel zählen auch zum Notvorrat. Sie lassen sich bei einem Stromausfall noch eine bestimmte Zeit problemlos verbrauchen. Frieren Sie einmal aufgetaute Lebensmittel nicht wieder ein. Öffnen Sie die Kühlgeräte nur kurz.
  • Kochen ohne Strom und Stadtgas? Im Handel gibt es einige Alternativen wie z. B. Campingkocher.
  • Denken Sie bei der Vorratshaltung auch an Spezialkost – z. B. für Diabetiker, Allergiker oder Babys.
  • Haben Sie Haustiere? Decken Sie deren Bedarf ebenfalls ab!

Quelle: www.bbk.bund.de

Ernährungsnotfallvorsorge (ENV)

Die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland ist im Normalfall mit Nahrungsmitteln und Getränken gewährleistet. Jedoch kann durch außergewöhnliche Umstände die Nahrungsmittelversorgung gefährdet sein. Für diesen speziellen Fall wurde durch die Bundesregierung in den sechziger Jahren der gesetzliche Rahmen (Notstandsgesetzgebung) geschaffen um eine Versorgung unter außergewöhnlichen Umständen zu ermöglichen.

Hintergrund waren sowohl militärische Risiken, später sind auch andere Gefahren bewusst geworden. Als Beispiel ist das Reaktorunglück von Tschernobyl zu nennen. Aus diesen Erkenntnissen wurde 1990 das Ernährungsvorsorgegesetz (EVG), verabschiedet.

Die Planung der Notversorgung der Bevölkerung wird auf Grundlage des Ernährungssicherstellungsgesetzes und des Ernährungsvorsorgegesetzes (EVG) geregelt.

Die Ernährungswirtschaftsmeldeverordnung (EWMV) wurde geschaffen, um relevante Daten der Ernährungswirtschaft in regelmäßigen Abständen zu erheben. Hierbei  müssen die betreffenden Betriebe Meldungen über die Anzahl ihrer Beschäftigten, ihren Verbrauch an Energie, Wasser und Rohstoffen sowie über vorhandene Produktions- und Lagerkapazitäten machen. Anhand dieser Zahlen kann die Notversorgung während einer Krisensituation vorgeplant werden. Die Grundlage war ursprünglich das Ernährungssicherstellungsgesetz, welches während militärischen Konflikten greift. Nachdem das Ernährungsvorsorgegesetz für zivile Krisenfälle geschaffen war, wurden beide Gesetze zur Grundlage der EWMV.