Im Jahr 2009 hat die Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland erstmals den Wert von 16 Millionen überschritten; dies zeigen die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Zahlen aus dem Mikrozensus. Die Zahlen setzen sich zusammen aus 7,2 Millionen Ausländerinnen und Ausländern (8,8 %) und 8,5 Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund (10,4 %). Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund beträgt 19,6 %.
Dies entspricht fast einem Fünftel der Bevölkerung. Mehr als die Hälfte von ihnen besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit, viele sind in Deutschland geboren. Die Staatsbürgerschaft allein ist zunehmend ein unzureichender Indikator für Migrationserfahrungen und den Integrationsbedarf. Auch wenn sich die rechtliche Situation von Migranten unterscheidet, so ist ihre Lage im sozialen und ökonomischen Bereich vergleichbar. Integration erfordert Anstrengungen von allen, vom Staat und der Gesellschaft, die aus Menschen mit und ohne Migrationshintergrund besteht.
Sehr viele Migranten haben längst ihren Platz in unserer Gesellschaft gefunden. Sie sind erfolgreich und tragen mit ihren Fähigkeiten und Leistungen zum Wohlstand und zur gesellschaftlichen und kulturellen Vielfalt des Landes bei.
Zwar erscheint die ethnische, kulturelle und religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hier in Thüringen, und so auch in der Landeshauptstadt Erfurt weniger sichtbar, doch die nachfolgenden Seiten lassen auch etwas von der multikulturellen Vielfalt in unserer Stadt ahnen.