Statistik

Ende 2011 lebten ungefähr 7,3 Millionen Ausländerinnen und Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland. Für viele von ihnen, vor allem für die Angehörigen der zweiten und dritten Generation ist Deutschland längst zur "Heimat" geworden.

Die statistische Erfassung von "Ausländern" ist nicht deckungsgleich mit der Gruppe der Migranten, die sich aus Menschen mit und ohne deutschen Pass zusammensetzt. Die Staatsbürgerschaft allein ist zunehmend ein unzureichender Indikator für Migrationserfahrungen und den Integrationsbedarf. Auch wenn sich die rechtliche Situation von Migranten unterscheidet, so ist ihre Lage im sozialen und ökonomischen Bereich vergleichbar.

Nach der Wende in den Jahren 1989/1990 verließen viele Ausländerinnen/Ausländer Erfurt. Haupt­säch­lich waren es jene Vertragsarbeitnehmer aus Regierungsabkom­men, deren Verträge ausgelaufen waren. In den Jahren von 1990 bis 2011 ist ein allmählicher Zuwachs der ausländischen Wohn­bevölkerung in der Stadt Erfurt zu verzeichnen. Lebten 1991 unter 2.000 Ausländer (knapp 1 % der Bevölkerung) in Erfurt, so ist ihre Zahl 2011 auf 6.761 (3,3 % der Bevölkerung) angestiegen.

Im Vergleich mit den ostdeutschen Landeshauptstädten hat Erfurt den geringsten Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung. Dennoch - das Leben ist bunt, vielfältig und interessant – auch in Erfurt.

Quellen/Zahlen: Statistisches Bundesamt/Fachserie 1, Reihe 2-2011, Stadt Erfurt/Hauptamt, Statistik und Wahlen 2011

Personen mit Migrationshintergrund

Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil.  

2010 betrug die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinn in Deutschland 15,7 Mio. – 43.000 Personen mehr als 2009. Im gleichen Zeitraum ist die Bevölkerung insgesamt um 189.000 Personen zurückgegangen (von 81,9 auf 81,7 Mio.). Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im engeren Sinne ist in der Folge von 19,2% auf 19,3% leicht angestiegen.

Davon machen Ausländerinnen und Ausländer mit 7,1 Mio. oder 8,7% der Bevölkerung weniger als die Hälfte aller Personen mit Migrationshintergrund aus, die Deutschen mit 8,6 Mio. oder 10,5% der Bevölkerung mehr als die Hälfte. Die meisten Personen mit Migrationshintergrund stammen aus der Türkei (15,8%), gefolgt von Polen (8,3%), der Russischen Föderation (6,7%) und Italien (4,7%). Kasachstan ist mit 4,7% das einzige wichtige nicht-europäische Herkunftsland. Mit 1,4 Mio. kommen die meisten (Spät-)Aussiedler aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion – vor allem aus der Russischen Föderation (605.000) und aus Kasachstan (537.000); daneben sind Polen (581.000) und Rumänien (221.000) wichtige Herkunftsländer. Personen mit Migrationshintergrund sind deutlich jünger als jene ohne Migrationshintergrund (35,0 gegenüber 45,9 Jahre), weitaus häufiger ledig (45,7 gegenüber 38,5%), und der Anteil der Männer unter ihnen ist höher (50,3% gegenüber 48,7%). 15,1 Mio. von ihnen leben im früheren Bundesgebiet und in Berlin (96,3 gegenüber 81,4%), 605.000 in den neuen Ländern ohne Berlin (3,7 gegenüber 18,6%). Bei den unter 5jährigen stellen Personen mit Migrationshintergrund inzwischen 34,9% der Bevölkerung.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 1, Reihe 2.2, Migration in Deutschland 2010