Neubau Bunsenstraße

Im Norden Erfurts entsteht in den Jahren 2000 bis 2003 ein Bauwerk der besonderen Art und wohl einzigartig in Deutschland – die Bunsenstraße.

Ein „ingenieurtechnischer Hammer“

Luftaufnahme der Baustelle Bunsenstraße mit Brücken über Gleisen
Foto: Luftaufnahme der Baustelle Bunsenstraße mit Brücken Foto: © Siegfried Falke

Als Verlängerung der nördlichen Querverbindung bildet sie einen wesentlichen Teil des städtischen Hauptverkehrsstraßennetzes und gilt als bisher kompliziertestes Projekt der Landeshauptstadt. Mit Fertigstellung der Bunsenstraße erfolgt die direkte Anbindung des städtischen Straßennetzes an die Ostumfahrung. Nach einer Gesamtbauzeit von drei Jahren sind eine optimale Verkehrsanbindung und damit eine Entlastung des städtischen Straßenverkehrs gegeben.

Die Planungsleistungen begannen bereits im Jahr 1993 mit Untersuchungen zu Varianten der möglichen Linienführung. Dabei kristallisierte sich eine Lösung mit Aufnahme des geradlinigen Verlaufs der bereits bestehenden Abschnitte der Bunsenstraße als günstigste Variante heraus. Diese galt es zu realisieren. Denn sie barg die wenigsten Berührungspunkte mit den vorhanden technischen Anlagen in sich und hatte die geringsten Flächenzerschneidungen zur Folge.

Nur: Was hieß hier „geringste“ und „wenigste“? Die Baumaßnahme Bunsenstraße gilt als „ingenieurtechnischer Hammer“. Die zwei je 70 m weit spannenden Brückenwerke werden nicht nur bei weitestgehender Aufrechterhaltung des Nahverkehrs, sondern auch unter laufendem Betrieb über das Umspannwerk Erfurt-Nord gebaut. Dies ist nur unter ganz besonderen Sicherheitsvorkehrungen möglich, denn um Schäden an den Trafoanlagen des Umspannwerkes zu vermeiden, wird die Bautätigkeit mit einer Erschütterungsüberwachung kontrolliert.

Nur durch einen kurzen Damm von diesem anspruchsvollen Bauwerk getrennt, wird eine weitere Brücke über die Anlagen der Deutschen Bahn und der Erfurter Bahn errichtet. Hier erfolgt die Sperrung des Bahnverkehrs für die Bauleistungen in lange vorher mit der Deutschen Bahn AG vereinbarten Sperrpausen.

Ein weiterer komplizierter Punkt ist die alte Mülldeponie. Die Stadt steht vor der Wahl, entweder die gesamte Kubatur mit großem Aufwand auszutauschen oder diese mit technischen Mitteln zu konditionieren und damit überbaubar zu machen. Sie entscheidet sich für Letzteres.

Tabelle: Projektdaten
Bauzeit: 2000 bis 2003
Gesamtlänge: 1.500 m zweispuriger Ausbau
Brücke über das Umspannwerk: 70,00 m Länge, 15,50 m Breite
Brücke über die Bahnanlage: 76,00 m Länge, 12,25 m Breite
Kosten: 9,0 Mio. EUR, 5,45 Mio. EUR Fördermittel vom Freistaat Thüringen