Neubau Pappelstiegbrücke

Er war lange umkämpft und viel diskutiert – der Neubau der Fußgänger- und Radwegbrücke über die Gera in Verlängerung der Marie-Elise-Kayser-Straße. Nicht nur im Hinblick auf die Finanzen, auch in punkto Gestaltung hatten sich Verwaltung und Stadtrat ihre Entscheidung nicht leicht gemacht.

Ein Pylon für die Bundesgartenschau 2021

computererstellte Visualisierung der Pylonbrücke mit Gelände und Fluss
Grafik: Visualisierung der Pappelstiegbrücke Grafik: © Ingenieurbüro Kleb GmbH

Zum Ende des Jahres 2008 musste die alte Fußgängerbrücke „Pappelstieg“ aufgrund schwerer baulicher Mängel gesperrt und abgerissen werden. Es begannen die lange währenden Bemühungen um eine Behelfsbrücke, die Planung eines Neubaus und das Ringen um Fördermittel. Im Stadtrat fiel die Entscheidung für den Bau einer gestalterisch anspruchsvollen Pylonbrücke. Nachdem 2009 die erste und 2013 die zweite Miet-Behelfsbrücke errichtet wurde, fand der Bau einer Schrägseilbrücke mit einem Pylon im Förderprogramm 2014/15 Berücksichtigung.

Seit Dezember 2014 wird am Pappelstieg gebaut. Neben den aufwändigen Gründungsarbeiten stellt vor allem der Stahlbau eine technische Herausforderung dar. Die Pylonbrücke wird nach Fertigstellung die einzige ihrer Art in Erfurt sein. Der schräg stehende Pylon aus zwei Stahlrohren mit je einem Durchmesser von 66 Zentimetern ragt rund 19 Meter in die Höhe. Er wird weithin sichtbar das Markenzeichen der Brücke werden, der im Hinblick auf die Bundesgartenschau 2021 und die damit einhergehende Aufwertung des gesamten Areals nördliche Geraaue als Ausstellungfläche der Buga eine besondere städtebauliche Bedeutung zukommt.

Der Brückenneubau ist aber nicht nur optisch besonders ansprechend, er wird auch eine barrierefreie Überquerung der Gera ermöglichen. Der Höhenunterschied zwischen beiden Ufern wird über die Neigung der Brücke ausgeglichen. Läuft alles nach Plan, wird die neue Fußgänger- und Radwegbrücke zum Ende des Jahres 2015 ihrer Nutzung übergeben.

Die Arbeiten zum Brückenneubau sind der Auftakt weiterer Umgestaltungsmaßnahmen im Nordpark. So wird die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) im Rahmen von Hochwasserschutzmaßnahmen die Uferbereiche rund um die Brücke neu gestalten. Dies ist wiederum Anlass, die Wegeführung im Park und die Geländemodellierung den zukünftigen Ansprüchen als Buga-Fläche anzupassen. Zum Abschluss wird der Spielplatz der Generationen das neue Ensemble abrunden.

Tabelle: Projektdaten
Bauzeit: Dezember 2014 bis Dezember 2015
Länge: 55 m Länge
Breite: 3 m Breite
Fläche: 165 m2 Fläche
Kosten: 2,1 Mio. EUR, davon 0,74 Mio. EUR Fördermittel vom Freistaat Thüringen