Verkehrsentwicklungsplan Parkraumkonzeption Innenstadt

Mit dem Stadtratsbeschluss 0160/12 vom 18.07.2012 "Verkehrsentwicklungsplan Erfurt – Teil Innenstadt einschließlich Wirtschaftsverkehr" wurde diese Konzeption als Handlungsgrundlage für die Verwaltung bestätigt – gleichzeitig beauftragte der Stadtrat die Verwaltung ein Parkraumkonzept für die Innenstadt zu erarbeiten. Diese wurde mit dem Stadtratsbeschluss 0129/14 am 29.01.2015 bestätigt.

Eine Reihe parkender Fahrzeuge und im Hintergrund Gebäude
Foto: Parkplatz Eichenstraße Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Zur Verbesserung der Aufenthaltsnutzung sowie der Fußgänger- und Radverkehrsbedingungen muss der Kraftfahrzeugverkehr innerhalb der Begegnungszone auf das notwendige Maß reduziert werden. Mit der Parkraumkonzeption sollte zum Einen in der Begegnungszone das Parken auf die Nachfrage der Bewohner und des Wirtschaftsverkehrs beschränkt und damit der Parksuchverkehr in diesem Bereich deutlich minimiert werden. Zum anderen waren Vorschläge zur Neuordnung der Bewohnerparkgebiete sowie zur Aufhebung kostenloser Stellplätze in der Innenstadt zu unterbreiten.

Das Planungsbüro LK-Argus aus Berlin fasste nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme und Analyse folgenden Handlungsbedarf zusammen:

  • Senkung des Parkdruckes, der in den unbewirtschafteten Gebieten aus der Überlagerung von Bewohner- , Beschäftigten- und Besucherparken entsteht.
  • Einfache und einheitliche Regelungen, denn die vielen verschiedenen Parkregelungen sind vor allem für Ortsunkundige verwirrend und führen zu einem erhöhten Parksuchverkehr.
  • Neuordnung der Bewohnerparkgebiete, da die vorhandene Quartierseinteilung mit der Einführung der Begegnungszone der rechtlichen Rahmenbedingungen nicht mehr genügen.

Für die Konfliktlösung werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

1. Erweiterung des Bewohnerparkens auf die gesamte Innenstadt

Durch das Planungsbüro wird nachgewiesen, dass in den bisher unbewirtschafteten Gebieten ein hoher Parkdruck und die Konkurrenz verschiedener Nutzergruppen besteht. Diese beiden Grundvoraussetzungen rechtfertigen das Einführen von Bewohnerparken in den Gebieten Bonemilchstraße und Bonifaciusstraße. Durch die Bewirtschaftung werden die gebietsfremden Langzeitparker verdrängt und die Chance der Bewohner auf einen freien Stellplatz erhöht sich.

2. Mischparken ohne Parkdauerbegrenzung als Bewirtschaftungsform

Das vorhandene Parkraumangebot ist aufgrund der Vielzahl von Parkregelungen sehr kleinteilig und unübersichtlich, was zu einem erhöhten Parksuchverkehr führt. Innerhalb der Begegnungszone wird der Fahrverkehr nicht eingeschränkt. Die Stellplätze stehen jedoch nur noch Bewohnern, mobilitätseingeschränkten Personen sowie dem Lieferverkehr zur Verfügung. Außerhalb der Begegnungszone muss den Ansprüchen der Bewohner und gebietsfremder Kurzzeitparker Rechnung getragen werden. Deshalb soll dort das Mischprinzip zur Anwendung kommen. Mit einem Bewohnerparkausweis können die Anwohner in ihrem Gebiet frei und Kunden sowie Besucher mit einem gebührenpflichtigen Parkschein unbegrenzt parken. Diese einfache und übersichtliche Regelung trägt auch dazu bei den Parksuchverkehr zu reduzieren.

Das Bild zeigt den Lageplan der Innenstadt von Efurt mit den geplanten Bewohnerparkgebieten.
Karte: Lageplan Neuordnung Bewohnerparkgebiet Karte: © Stadtverwaltung Erfurt

3. Neuordnung der Bewohnerparkgebiete

Innerhalb eines Bewohnerparkquartiers dürfen tagsüber maximal 50 % des Parkraumes für Bewohnerparken reserviert werden. Da dies in einigen Gebieten nicht mehr einzuhalten ist, werden die bisher zehn Bewohnerparkquartiere auf fünf Bewohnerparkgebiete reduziert. Als natürliche und bauliche Grenze wurden Flüsse und große Hauptverkehrsstraßen berücksichtigt. Die größeren Gebiete erhöhen außerdem die Parkchancen der Bewohner, da grundsätzliche mehr Stellplätze zur Verfügung stehen.

Während des Planungsprozesses wurden in zwei Workshops mit Vertretern der Stadtratsfraktionen, der interessierten Verbände und Interessenvertreter die Analysen und die Ergebnisse diskutiert. Die Drucksache 0129/14 "Parkraumkonzeption für die Innenstadt von Erfurt" wurde am 29.01.2015 durch den Stadtrat beschlossen.

Berichterstattung

Durch den Stadtrat wurde die Stadtverwaltung aufgefordert einen regelmäßigen Bericht zur Umsetzung der Parkraumkonzeption in den zuständigen Gremien vorzustellen.

Im September 2015 erfolgte der "1. Bericht zur Umsetzung der Parkraumkonzeption" mit der Drucksache 1502/15. Als wesentliche Inhalte können hervorgehoben werden:

  • Die Grenzen der neuen Bewohnerparkgebiete sind detailliert festgelegt, alle wesentlichen Vorarbeiten für die gesamte Bewirtschaftung der Innenstadt und für die Neuausweisung der Bewohnerparkgebiete sowie die Festlegung der Standorte der Parkscheinautomaten sind abgeschlossen.
  • Vor Einführung der Parkraumbewirtschaftung in der gesamten Innenstadt sollte der Bestand und die Belegung des Ruhenden Verkehrs in den sogenannten Beobachtungsgebieten erfolgen. Diese umfangreiche Untersuchung liegt vor.

Der "2. Bericht zur Umsetzung der Parkraumkonzeption" wurde mit der Drucksache 0402/16 im Mai und Juni 2016 den Gremien vorgestellt. Da eine konkrete zeitliche Einordnung erst mit der Bestätigung des Haushaltes möglich ist, erfolgte ein Bericht über die Abfolge der einzelnen Schritte. Alle notwendigen Vorarbeiten sind bereits realisiert. In Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Realisierungszeit wurden zwei Varianten dargestellt:

Variante 1 - Drei Stufen (Gesamtdauer ca. 12 Monate):

  1. Bewohnerparkgebiete 4 und 5
  2. Bewohnerparkgebiete 1 und 3
  3. Bewohnerparkgebiet 2

Variante 2 - Zwei Stufen (Gesamtdauer ca. 8 Monate)

  1. Bewohnerparkgebiet 1, 4 und 5
  2. Bewohnerparkgebiet 2 und 3

Veröffentlichungen