Verkehrsentwicklungsplan Teilkonzept Radverkehr

Das neue Radverkehrskonzept für Erfurt als Teil des Verkehrsentwicklungsplanes wurde am 26. November 2014 mit der Drucksache 1509/14 einstimmig durch den Erfurter Stadtrat beschlossen.

Zusammenfassung der Inhalte

Radfahrer benutzen Fahrradstreifen
Foto: Radfahrstreifen in der Andreasstraße Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Vorausgegangen war eine intensive Bearbeitung seit 2011 unter Federführung des Amtes für Stadtentwicklung und Stadtplanung mit umfänglicher Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit in Form von fünf Workshops.

Ziel der im Planwerk vorgeschlagenen  Maßnahmen ist es, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr bis 2020 auf 15 % zu steigern und das Radverkehrsklima in Erfurt spürbar zu verbessern.

Im Unterschied zur früheren Planungsgrundsätzen hat sich ein Wandel in der Philosophie der Radverkehrsplanung vollzogen. Führte man früher den Radverkehr ausschließlich auf abseits geführten Radwegen oder gemeinsamen Rad-Gehwegen, die durch Borde von der Straße getrennt sind, hat man inzwischen erkannt, dass Radfahrer innerhalb bebauter Stadtgebiete weitaus sicherer auf der Fahrbahn geführt werden können. Sie gehören zum fließenden Verkehr und können so viel besser, insbesondere an Kreuzungen und Einmündungen von Autofahrern erkannt werden.

Das neue Radverkehrkonzept trägt diesem Wandel Rechnung. Ausgehend von einem detailliert abgestimmten hierarchischen Radverkehrsnetz mit 12 Hauptrouten, zwei Radialringen sowie ergänzenden Neben- und Freizeitrouten ist es ein Ziel, den Alltagsradverkehr verstärkt auf die Fahrbahn zu verlagern, d.h. ihn auf abmarkierte Radfahrstreifen oder Schutzstreifen zu führen.

Fahrradbügel mit angeschlossenen Fahrrädern und im Hintergrund die Staatskanzlei
Foto: Fahrradparker am Hirschgarten Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Der Fokus des vorgeschlagenen Konzeptes liegt dabei auf der Erarbeitung kostengünstiger Maßnahmen, um eine schnelle Realisierung zu ermöglichen, sowie auf Maßnahmen, die ein hohes Maß an Öffentlichkeitswirksamkeit entfalten, um den Radverkehr noch stärker als bisher in das städtische Verkehrssystem zu integrieren.

In Fortführung des Ansatzes, den  Radverkehr als System zu betrachten, gehören zu einer Förderung des Radverkehrs und einer Verbesserung des Fahrradklimas in unserer Stadt neben dringend notwendigen Ergänzungen und Verbesserungen in der Infrastruktur der Radverkehrsanlagen und bedarfsgerechter Ausstattung mit Fahrradabstellanlagen auch eine verstärkte Einbeziehung der Öffentlichkeit, die zum Verständnis und zur Akzeptanz neuer Lösungen und zu einem rücksichtsvolleren Verhalten miteinander führen soll.

Mit dem neuen Radverkehrskonzept verfügt die Stadt nun über eine mittelfristig angelegte Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen im Radverkehrsnetz und die dafür notwendige Planung von Haushaltsmitteln.

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