Fahrradwege

Erfurts Radverkehr-Netzkonzept

Der Fahrradverkehr hat sich gegenüber 1991 mit einem Anteil von 10 % am Gesamtverkehr mehr als verdreifacht. Das ist eine der sichtbaren Veränderungen im Erfurter Stadtverkehr. Bis 2020 soll ein Radverkehrsanteil von 15 % erreicht werden.

Erfurts Radverkehr-Netzkonzept bewirkt, dass alle komplexen Straßenbaumaßnahmen zur schrittweisen Umsetzung der geplanten Radverkehrsanlagen genutzt werden. Außerdem ist die Stadt bestrebt, bei Investitionen auch das Radverkehrsnetz zu erweitern. So wurden seit 1990 über 130 km Radverkehrsanlagen neu- und ausgebaut. Dies hat wie die Ausweisung von Tempo 30-Zonen und die Öffnung von Einbahnstraßen den Radverkehr spürbar attraktiver gemacht.

Innerhalb des kompakten Stadtgebietes ist die Innenstadt das Ziel vieler Fahrten. "Parkplätze" für Drahtesel befinden sich im Bahnhofsumfeld einschließlich "Radhaus", an den Ämtern der Stadtverwaltung und an wichtigen touristischen Zielen. Der Fahrradständer vor vielen Einzelhandelsgeschäften gehört ebenfalls zu den Normalitäten in Erfurt.
Auf neugestalteten Plätzen und Straßen, wie Anger, Fischmarkt, Johannesstraße, Bahnhofstraße, Michaelisstraße und Andreasstraße wurden feste Radbügel integriert, sowie Baumschutzbügel und Radbügel kombiniert.

Für das Umsteigen vom Fahrrad auf die Stadtbahn wurden an einigen Stadtbahnendhaltestellen überdachte Fahrrad-Abstellanlagen (Bike & Ride) errichtet.

Mit Fertigstellung des "Erfurter Ringes" Ende 2006 und den Flurbereinigungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn und der Ostumfahrung entstanden über ländliche Wege zahlreiche radfreundliche Verbindungen am Stadtrand. Vor allem zwischen den Ortschaften Urbich-Linderbach mit Anschluss Kerspleben und Schwerborn, Schmira-Frienstedt, Marienthal/Ingersleben, Möbisburg-Molsdorf-Waltersleben und Alach-Schaderode-Salomonsborn-Tiefthal-Gispersleben entstanden gut befahrbare Radtrassen. Vision und Ziel ist hier neben dem vorhandenen "Erfurter Ring" für den Kfz-Verkehr auch einen Radtrassenring um die Landeshauptstadt aufzubauen.

Durch Erfurt führen zwei Thüringer Radfernwege. Der "Gera-Radwanderweg" von Süden nach Norden durch die Landeshauptstadt (von Molsdorf nach Kühnhausen) mit einer Gesamtlänge von 24 km ist seit 2002 durchgängig beschildert. Die Deutschlandroute D4 "Thüringer Städtekette", von Südwesten nach Osten (von Marienthal nach Vieselbach), ist fast vollständig hergestellt und wurde im Stadtgebiet auf einer Länge von rund 21 km Ende 2006/Anfang 2007 ausgeschildert. Der Verlauf der "Städtekette" folgt von Möbisburg bis zur Erfurter Innenstadt dem "Gera-Radweg". Am Benediktsplatz, Sitz der Erfurter Touristinformation, erfolgt der Abzweig nach Osten in Richtung Weimar.

Im Norden der Stadt Erfurt entstanden und entstehen mit Umsetzung des Regionalen Entwicklungskonzeptes "Erfurter Seen" weitere attraktive Radwegeverbindungen, die bereits zahlreich für Freizeitausflüge genutzt werden.