Zwei Stunden etwa mußte man reisen, so heißt es für das Jahr 1793, wollte man aus der Stadt Erfurt nach Schwerborn gelangen.
Der Ortsname des vor mehr als 1100 Jahren (876) erstmals schriftlich erwähnten, aber bereits seit etwa 4000 Jahren besiedelten Dorfes "Suehurbrunno", läßt sich von einem germanischen Stammesverband, den Sueben, ableiten. Im 15. Jahrhundert geriet Schwerborn unter Erfurter Herrschaft. Die Stadt, die seit 1268 kontinuierlich Ländereien erworben hatte und am Ende des 15. Jahrhunderts ein circa 600 km² großes Langebiet besaß, das 85 Dörfer, fünf Burgen und eine Stadt umfaßte, kaufte auch das Dörfchen Schwerborn. Die vollständige Herrschaft des Erfurter Rates über Schwerborn, verbunden mit einer Belehnung, fand 1662 statt. Jedoch sollte die Stadt kurz darauf, im Jahre 1664, ihr gesamtes Landgebiet an den Kurfürsten von Mainz verlieren und selbst unter seine wiedererrichtete Herrschaft geraten, so daß Schwerborn das letzte Dorf war, das Erfurt eigentümlich erworben hatte.
Schwerborn heute, ist eine kleine eingemeindete Ortschaft von Erfurt mit ca. 680 Einwohnern, liegt ruhig und idyllisch ca. 3 km nordöstlich von der Landeshauptstadt entfernt. A 71 und die Erfurter Ostumfahrung sind leicht zu erreichen. In der Ortschaft selbst pulsiert das Leben. Die Zusammengehörigkeit der Einwohner wird durch vielfältige Veranstaltungen für Jung und Alt gewahrt. Der dörfliche Charakter der Ortschaft blieb so auch nach der Eingemeindung im Jahre 1994 erhalten.
Das Vereinsleben wird groß geschrieben, so besteht ein aktiver Faschingsverein mit ca. 70 Mitgliedern, ein Sportverein (Fußball, Frauengymnastik und Tischtennis) mit ca. 90 Mitgliedern und eine Freiwillige Feuerwehr mit ca. 40 Mitgliedern mit einer Jugendfeuerwehr.
Ein wunderschön saniertes Bürgerhaus mit Versammlungsraum und einem gut besuchten Jugendzentrum steht mitten im Ortskern und wird von jedermann gern angenommen. Hier finden öffentliche und private Veranstaltungen statt. Des weiteren hat der Ort eine gepflegte private Gaststätte mit Pension für ca. 30 Übernachtungen, einen herrlich gelegenen und gepflegten Reiterhof mit Gaststätte und Pferdepension sowie auch einen Getränkestützpunkt.
Eine im Jahr 1994 neu errichtete, sehr moderne Kindereinrichtung prägt ebenfalls das Ortsbild. Das zum Teil bebaute Wohngebiet "Unter dem Weingarten", am Erfurter Seengebiet gelegen, wird nach Fertigstellung zu einer kleinen idyllischen Oase vor den Toren der Stadt Erfurt werden.