Ortsteil: Möbisburg-Rhoda

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Geschichte

Möbisburg

Der am 1. Juli 1950 nach Erfurt eingemeindete Ort liegt südwestlich der Stadt auf dem Ostufer der Gera. Bodenfunde und eine frühgeschichtliche Wallanlage auf dem Kirchberg lassen auf ein hohes Alter des Ortes schließen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, dass hier auch schon Franken sesshaft waren, denn die Kirche ist dem Hl. Dionysius geweiht, und die Franken galten als Träger des Dionysiuskultes. Bemerkenswert ist, dass das Dionysiuspatronat in der Erfurter Gegend fremd wirkt. Eine Gleichsetzung der in der Dagobert-Urkunde von 706 erwähnten Merwigisburg mit Möbisburg geht fehl.

Der Familienname Meginwerdesburc erscheint schon um 1130. Der Ort lässt sich unter anderem als Merwartsburg im Jahre 1240, als Meinwartisburg 1269 und später als Merwersburg, Moerbisburg, Mowinsburg nachweisen.

Die Lehnsherrschaft lag wahrscheinlich beim Erzstift Mainz. Ob die Grafen von Gleichen oder die von Käfernburg den Ort zu Lehn hatten, ist unbestimmt. Die Gerichtshoheit besaßen die Grafen von Käfernburg. Sie verkauften sie, vielleicht mit Teilen des Ortes, im Jahre 1348 an den Rat zu Erfurt. Nach einem Ortsverzeichnis von etwa 1516 sah die Stadt Erfurt Möbisburg als ihren Besitz an. Das "Gut" gehörte den Grafen von Gleichen als erzbischöflich- Mainzisches Lehn schon um 1301. Im Jahre 1493 überließen sie es Nikel Brenner und 1598 der Familie Ziegler. Nach dem Aussterben der Gleichen kam das Gut 1639 an die Grafen von Hatzfeld und 1797 an die Grafen Keller in Stedten.

Als einziges Industrieunternehmen ist eine Schuhleistenfabrik in Möbisburg ansässig geworden.

Der Ort zählte 1792 = 260, 1840 = 434, 1894 = 668, 1928 = 947, 1949 = 1084 Einwohner.

Rhoda

Der am 1. Januar 1950 nach Erfurt eingemeindete Ort liegt südlich von Erfurt in einem tief eingeschnittenen Tal. Er ist eine Rodungssiedlung in dem ehemaligen Waldgebiet des "Wawet", dem heutigen Steiger. Ob der 874 erwähnte Ort Rod mit dem Rhoda identisch ist, erscheint fraglich. 1143 sind in Rhoda Rechte des Petersklosters in Erfurt nachweisbar. Später erscheint der Ort auch als Rödichen, Rode, Rödeln.

Die Lehnsherrschaft lag ursprünglich wahrscheinlich bei den Landgrafen von Thüringen, nachdem hatten sie die Wettiner inne. Durch ihre Erbteilung kam Rhode schließlich zum Herzogtum, dem späteren Freistaat Gotha. Die angeblich den Herrn von Rhoda gehörige Siedlung war bereits um 1400 im Lehnsbesitz der Grafen von Gleichen. Die überließen den Ort von 1403 bis 1426 dem Rat zu Erfurt auf Wiederkauf. Im Jahre 1444 verkauften die Grafen von Gleichen Rhoda an die Herzöge in Sachsen. Vier Jahre später erwarb der Rat von Erfurt den Ort abermals. Wann er ihn wieder abtrat, ist unbekannt. 1516 ist er noch in den Besitzverzeichnissen der Stadt erwähnt.

Der Ort zählte: 1790 = 108, 1824 = 95, 1894 = 162, 1928 = 194, 1949 = 252 Einwohner.