Ortsteil: Dittelstedt

Der am 1. Januar 1950 nach Erfurt eingemeindete Ort Dittelstedt liegt südöstlich der Stadt, am nördlichen Abhang des Herrenberges.

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Kontakt

Dietrich Hagemann
Ortsteilbürgermeister
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Im Wiesengrund 4
99099 Erfurt

Im Wiesengrund 4, 99099 Erfurt

Sprechzeiten der Ortsteilverwaltung

jeden 4. Montag im Monat von 16:00 bis 17:00 Uhr

Hörcher
Ortsteilbetreuerin
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Rumpelgasse 1
99084 Erfurt

Sprechzeiten der Ortsteilbetreuung

jeden 4. Montag im Monat von 16:00 bis 17:00 Uhr

Geschichte

Mit größter Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, dass Dittelstedt aus einer Niederlassung vom Grundherrn angesiedelter Sklaven entstand. Nach einer unterm 1. März 706 ausgestellten Urkunde soll König Dagobert den Ort (Tutelstete) dem Peterskloster in Erfurt überlassen haben. Die Urkunde ist zwar eine Fälschung aus dem 12. Jahrhundert, zeigt aber, dass die Siedlung um diese Zeit schon längst bestanden hat. Vor 900 schenkt ein Dimar Güter in Tutelstat dem Kloster Fulda. Für das Jahr 1104 ist der Ort als Tutilstette in einer Urkunde Erzbischof Ruthards erwähnt. Später erscheint der Ort als Thudelstede, Tuttilstete, Tutilstedte.

Im Jahre 1143 gehörte Tutelstedte bereits dem Erzstift Mainz. Seit dieser Zeit hatte der Ort als so genanntes Küchendorf die Hauptaufgabe der Versorgung der kurfürstlichen Verwaltung - des Mainzer Hofs in Erfurt mit Naturalien und später mit immer größer werdenden Geldzahlungen.

In einer Urkunde von 1157 gewährte Erzbischof Arnold von Mainz seinen Sclavi (Slawen) von Tutelstede Zollfreiheit für ihre Ein- und Verkäufe zum eigenen Bedarf in Erfurt. Die Vogtei über Dittelstedt lässt sich um 1275 im Besitz des Grafen von Gleichen nachweisen. Einige Erfurter Bürger hatten Grundbesitz in Dittelstedt; der Rat zu Erfurt hat den Ort aber niemals erworben.

Die heutige Kirche stammt erst aus dem 18. Jahrhundert. Sie geht aber auf einen älteren Bau zurück. Um 1457 wird bereits ein Pfarrer in Dittelstedt genannt; der Schutzpatron, der Hl. Martin, ist seit 1551 erwähnt. Der Kirchturm ist um 1812 angebaut worden. Die dazu verwendeten Steine rührten von der Leonhardtskirche auf dem Petersberg in Erfurt her; sie wurden 1810 abgebrochen und das Baumaterial von der französischen Regierung der Gemeinde Dittelstedt geschenkt.

Im August 1802 endete die Herrschaft der Mainzer Bischöfe über die Küchendörfer und sie kamen mit der Stadt Erfurt zu Preußen.

Der Ort zählte 1792 = 108, 1840 = 158, 1894 = 342, 1928 = 669, 1949 = 829 Einwohner.

Die neuen Erfurter Maschinenfabriken in der Weimarischen und der Rudolstädter Straße, die günstige Lage des Güterbahnhofs, die Wohnungsnot in Erfurt und nicht zuletzt der immer mehr steigende Arbeitskräftebedarf der wachsenden Gärtnereibetriebe förderte eine starke Zuwanderung nach Dittelstedt.

Der 2. Weltkrieg traf die Dittelstedter furchtbar. Ein Bombenangriff am 17. März 1945 brachte kurz vor Kriegsende Tod und Vernichtung. Die Narben sind heute noch zu sehen.

Am 1. Juli 1950 kam Dittelstedt hoheitsrechtlich zur Stadt Erfurt. Nach dem Krieg begannen die Dittelstedter wieder das zu tun, was sie am besten konnten, nämlich Gemüse anzubauen.

Durch die 1960 erfolgte Zwangskollektivierung verloren die selbständigen Gärtner ihre Felder und wurden Angestellte im eigenen Betrieb.

Mit der friedlichen Revolution in der DDR 1989, der Einführung der sozialen Marktwirtschaft und dem Anschluss an die Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 begann auch in Dittelstedt eine neue Zeit.

Im Gegensatz zu anderen Ortschaften rund um den Erfurter Stadtkern hat sich Dittelstedt seinen dörflichen Charakter erhalten. Die wenigen Neubauten haben bisher die Identität des Ortes nicht beeinflusst.

Seit 1994 hat Dittelstedt wieder Ortsteilstatus mit einer Ortsteilverfassung, einen eigenen Ortsteilbürgermeister und einen Ortsteilrat.

Das Leben im Ort wird geprägt durch den seit 1985 bestehenden Männerchor "Cäcilia 1880 e. V." sowie durch die freiwillige Feuerwehr, die 2004 ihr 125-jähriges Bestehen feierte, den Ortsverein und den im Jahr 2000 gegründeten Karnevalverein.

Die Kinder besuchen die Schulen in Urbich und Erfurt bzw. Gymnasien in der Landeshauptstadt.

Die kleineren unter ihnen fühlen sich in der Kindertagesstätte "Dittelstedter Knirpse" sehr wohl.