Beiträge zur Stadtentwicklung - Heft 19
Erscheinungsjahr 2009
49 Seiten im A4-Format; Anlagen
Schutzgebühr: 5 Euro
Herausgeber: Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung
Redaktion: Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung
Zahlreiche Untersuchungen und Planungen in der Stadt nach dem Jahr 2000 zeigten einen hohen Wohnungsleerstand gepaart mit sozialer Instabilität. Bereits im zweiten Sozialbericht, welcher erstmals einen Sozialstrukturatlas enthielt, aber auch in konkreten Fachplanungen wie im Rahmen der Masterplanung, Jugendhilfeplanung und Schulnetzplanung wurden die Großwohnsiedlungen, dabei schwerpunktmäßig die Großwohnsiedlungen des Erfurter Nordens, als diffizile Gebiete ausgewiesen. Dies bedeutete konkret für die Stadt Erfurt, ohne zusätzliche Bereitstellung von finanziellen Mitteln seitens Dritter und zugleich knapper werdender Finanzausstattung im Sozialbereich, andere Lösungswege zu gehen. Neue Konzepte bezüglich des Herangehens im Umgang mit den auftretenden Defiziten sind gefragt. Konzepte, die aus dem Blickwinkel der unterschiedlichen Ressorts entstehen sowie einen ganzheitlichen und vor allem nachhaltigen Ansatz bieten.
Das Modellprojekt "Integriertes Sozialraummanagement Großwohnsiedlung Nord" ist Bestandteil der Integrierten Sozialraumplanung der Stadt Erfurt. Es wurde für den Zeitraum von Januar 2006 bis Dezember 2007 initiiert. Der Planungsraum der Großwohnsiedlung Nord umfasst die Stadtteile Rieth, Berliner Platz, Moskauer Platz und Roter Berg. Ziel des Modellprojektes war der Aufbau eines sozialräumlichen Planungs- und Umsetzungsprozesses durch Koordinierung der Fachplanungen, bei gleichzeitiger Stabilisierung und/oder Aufbau von Strukturen der Gemeinwesenarbeit.
Der neue Ansatz des Modellprojektes bestand darin, nicht auf der Basis von Analysen eine fertige Planung zu erstellen und diese dann vorzulegen, sondern den Prozess als offenen sozialräumlichen Planungs- und Umsetzungsprozess so zu gestalten, dass bereits in die Analyse Dritte (keine Verwaltung) einbezogen wurden und von Beginn an auch gemeinsam Entwicklungspotenziale herausgearbeitet und Entwicklungsziele formuliert wurden.