Für den Ernstfall gerüstet – Noch kein Fall von Vogelgrippe in Erfurt

21.02.2006 00:00

Die Bilder von der Insel Rügen sind allgegenwärtig. Auch in Erfurt sind am vergangenen Wochenende 35 verendete Wildvögel gefunden worden, am gestrigen Montag waren es weitere 13. Wie die Schnelltests ergaben, war keines der Tiere mit dem Vogelgrippevirus infiziert. "Wir sehen aber der Realität ins Auge und wissen um die Wahrscheinlichkeit, dass sich das gefährliche Virus H5N1 von der Küste auf das Festland ausbreitet", erklärte Bürgermeister Dietrich Hagemann als zuständiger Beigeordneter am Dienstag vor der Presse.

Deshalb wolle er sich auch persönlich von der Einhaltung der Stallpflicht überzeugen und kündigte Kontrollen bei den 170 Betrieben mit Geflügelhaltung im Stadtgebiet von Erfurt an. Diese Unternehmen verfügen derzeit insgesamt über rund 4 000 Hühner sowie 500 Gänse und Enten. "Oberstes Ziel muss es sein zu verhindern, dass die Vogelgrippe von den Wildvögeln auf die Nutztiere übergreift", steckte Hagemann die Prämisse klar ab.
Für den Ernstfall sei die Stadt Erfurt gerüstet. Für 150 Personen habe man Schutzkleidung und –masken sowie Gummistiefel vorrätig, ebenso Desinfektionsmittel. Für den Fall der Fälle sei man trotz allem dabei, die Bestände weiter aufzustocken.
Hagemann appellierte nochmals an die Bevölkerung, aufgefundene, tote Tiere nicht anzufassen und sofort die zuständigen Behörden – tagsüber das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt unter 0361 5964-0 und jederzeit die Leitstelle der Feuerwehr unter 0361 741-5100 – anzurufen. Wichtig sei dabei die klare Definition des Fundortes. "Mitarbeiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes fahren dann sofort zum Fundort, um das verendete Tier zu besichtigen. Die Stadtwirtschaft ist von uns beauftragt, die Tiere einzusammeln, danach erfolgt der Transport der Tiere durch den städtischen Fuhrpark nach Bad Langensalza. Im dortigen Labor werden Schnelltests vorgenommen, in deren Ergebnis gesagt werden kann, ob das Tier mit dem Vogelgrippevirus infiziert war", schilderte Hagemann die Verfahrensweise.