Pierre Puvis de Chavannes und andere Rodin-Skulpturen

17.02.2010 15:50

"Bild der Woche", die thematische Führung in der Ausstellung "Farbwelten. Von Monet bis Yves Klein" lockte Kunstinteressierte in die Sonderausstellung

Kunsthalle: Bild der Woche
Foto: © Landeshaupstadt Erfurt, Stadtverwaltung

Heute waren zahlreiche Kunstfreunde in die Kunsthalle am Fischmarkt gekommen, um Näheres zu den Skulpturen "Pierre Puvis de Chavannes" sowie "Kleiner Kopf mit Stupsnase" von Auguste Rodin zu erfahren. Die beiden Kunstwerke sind Teil der Ausstellung "Farbwelten - Von Monet bis Yves Klein. Werke der klassischen Moderne aus den Kunstmuseen Krefeld".
Waren die französischen Impressionisten Meister in der Darstellung des sich ständig bewegenden Lichts, so kann man den Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917) als einen Meister der bewegten Körper und Oberflächen bezeichnen. Natürlich spielt auch dabei das Licht eine große Rolle.

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Foto: © Landeshaupstadt Erfurt, Stadtverwaltung

Rodin lässt den Betrachter im Bronzeguss sehen, wie er die Figur aus vielen kleinen Tonklümpchen aufgebaut und modelliert hat. Bei ihm entfällt das bis dahin übliche letzte Finish der Gipsentwürfe, das Glätten und Strukturieren der Oberflächen. Der Effekt ist nicht nur, dass man auf diese Weise beobachten kann, wie die Figuren gemacht sind, man also gleichsam dem Bildhauer in die Werkstatt schaut, sondern auch, dass sich das Licht in den zahlreichen kleinen Dellen und Erhebungen fängt und reflektiert. Dabei entsteht der Eindruck einer bewegten und sich nach außen hin öffnenden Oberfläche.

Besonders deutlich ist dies bei der Büste des befreundeten Malerkollegen Pierre Puvis de Chavannes aus den Jahren 1890/91 und der Skulptur " Kleine Kopf mit Stupsnase", die zwischen 1880 und 1890 modelliert wurde, zu sehen.

Die Büste des Malers strahlt gesammelte Stärke, innere Ruhe und trotzdem eine bemerkenswerte Wachheit aus. Dagegen erscheint der kleine Mädchenkopf wie eine Momentaufnahme aus einem größeren Bewegungszusammenhang, den man in Gedanken ergänzen oder weiterführen soll.

Pierre Cécile Puvis de Chavannes (1824-1898) war ein französischer Maler. Abgesehen von seinen frühen, unter dem Einfluss der Romantik stehenden Gemälden und einigen schlichten Porträts ist sein Werk dem Symbolismus zuzuordnen. Er schuf zahlreiche Wandmalereien für öffentliche Gebäude.

Kunsthalle: Kleiner Kopf
Foto: © Landeshaupstadt Erfurt, Stadtverwaltung

Die Jury des Pariser Salons wies den hartnäckigen Maler jedoch acht Jahre lang ab, bevor ihm schließlich im Jahr 1861 mit der Concordia und dem Bellum der Durchbruch gelang und er insbesondere durch den Erwerb eines seiner Werke durch die französische Regierung für das Museum von Amiens bekannt wurde. Puvis de Chavannes ruht noch heute auf dem alten Friedhof in Neuilly-sur-Seine.


Das "Bild der Woche" gibt es bis zum Mai jeden Mittwoch, 12:30 Uhr. Die Teilnehmerzahl der Veranstaltung, die etwa 30 min dauert, ist auf 30 Personen begrenzt. Weitere Führungstermine werden bekannt gegeben.
Abb. rechts: "Kleiner Kopf mit Stupsnase" von Auguste Rodin